INHALT

ISLAMISCHE SITTE

Ihlâs Stiftung Band – 6

  1-Anfang

  2-Die Übersetzung Von Dem Buch Ejjühelwelled(O Mein Kind!)

  3-Die Rituelle Waaschung
  4-Die Bedingungen Vor Der Gebetsverrichtung
  5-Die Rituellen Sitten In der Moschee
  6-Der Gebetsruf
  7-Die Vorzüge des Heiligen Monats Ramadan
  8-Der Glaube
  9-Das Grußgebet
10-Lügen Beim Geschäft
11-Das Anvertrautsein Des Körpers
12-Die Vorzüge Des Festes
13-Die Frömmigkeit "Süchd Und Takwa"
14-Der Gehorsam Gegen Die Eltern
15-Die Trauung
16-Die Rituellen Sitten Am Freitag
17-Die Guten Sitten Bei Der Unterhaltung Mit Den Gelehrten
18-Die Mahlzeit
19-Die Menstruation Und Das Wochenbett
20-Die Notwendigkeit Und Die Rechtsschulen
21-Die Geduld
22-Der Grabbesuch
23-Die Armensteuer (Sekat)
24-Sozialvereine, Glücksspiele, Versicherungen
25-Imam-i Gazali, Hudschdschet-ul Islam, Einem Grundfeiler Des Islams
26-Zur Berechnung Der Kible-Zeit
27-Die Gebete
28-Islamische Wissenschaften

29-Glossar



DIE ÜBERSETZUNG AUS DEM BUCH
EJJÜCHELWELLED (O Mein Kind!)
von St. ÝMAM-I GASÂLÎ, HUDSCHDSCHET-ÜL ÝSLÂM,
EINEM GRUNDPFEILER DES ISLAMS

Mit der Gnade, ALLAH’s, des Allbarmherzigen, ist das Buch von St. Süleyman bin Dschesa mit lateinischen Buchstaben gedruckt. Das Buch, das als Müdschdschet-ül Islam berühmt wurde, wurde von St. Süleyman bin Dschesa im Jahre 960 nach Hedschra im Türkischen verfasst. Das haben wir im Vorwort erwähnt. Dieses Buch, das aus dem Werk “Ichya-ül Ulûm” (Erneuerung der Religionswissenschaften) von St. Imam-ý Muhammed Gasâli,[Imam-ý Muhammed Gasali, Hüdsch-dschet-ül Islam (Grundpfeiler des Islams), der größte islamische Gelehrte in seiner Zeit; geboren 450 (1059 n.Chr.) in Gasal bei Meschhed in Iran, gestorben 505 (1111 n. Chr.) dort] Hüdschdsh et-ül Islam, und aus anderen gültigen Büchern zusammengefaßt, wurde, nannte man falsch als Hudschdschet-ül Islam. So vermutete man, dass es die Übersetzung des Buches “Ejjüchelweled” von St. Imam-ý Gasali, Hüdschdschetül Islam, ist.

Aus diesem Grund haben wir einen Teil von Ejjüchelweled zum Ende dieses Buches hinzugefügt, um unseren Glaubensgenossen auch dieses Buch bekanntzumachen. Das Buch “Ejjüchelweled” ist arabisch und in unseren vielen Bibliotheken aufbewahrt. Z.B.: In Bayezýt steht es in der Bibliothek der Stadverwaltung mit der Nummer 812 und 941 und dessen türkische Übersetzung in der Bibliothek Nuruosmaniye zur Verfügung. Aus dessen Persischen Übersetzung, die mit der Nummer 97-1437 in der Abteilung Eminiyye in der allgemeinen Bibliothek Bursa aufbewahrt wird, haben wir einen Teil ins Türkische dann ins Deutsche übersetzt.

Wenn sich irgendjemand, irgendwo, irgendwann bei irgendeinem für irgendetwas auf irgendeine Weise bedankt, gehört dieser Dank nur ALLAH, dem Erhabenen. Denn ER ist es allein, der alles erschafft, erzieht und groß werden lässt. ER ist es allein, der den Wohltätern Gelegenheit gibt, Gutes zu tun und alle Gaben gewährt. ER ist es allein, der allmächtig und allgewaltig ist.

Friede und Segen sei mit SEINEN Geliebten, Propheten Muhammed, mit seinen reinen Familienangehörigen und einem jeden seiner gerechten und treuen Gefährten!

St. Muhammed Gasâli, großer Religionsgelehrter, großer Führer der Menscheit, beweist, dass die Gläubigen recht haben. Einer seiner Schülern, der ihm Jahre lang diente und von ihm viel gelernt hatte, dachte eines Tages vor sich hin: “Jahre lang habe ich mich bemüht und viel gelernt. Welche ist wohl die nötigste und nützlichste von allen diesen Kenntnissen? Welcher ist wohl mein rettender Genosse im Grab, wo meine weltlichen Lieben mich zurücklassen, und am Tage der Auferstehung, an dem Eltern ihren Kindern, Geschwister ihren Geschwistern, Genossen ihren weltlichen Genossen entlaufen werden und an dem man für sich allein seinen eigenen Ausweg suchen wird? Welche sind es wohl, die im Dies- und Jenseits nutzlos sind? Wenn ich es wüsste und mich davon entfernen könnte! Denn der helige Prophet nahm Zuflucht zu ALLAH, dem Erhabenen, nutzlose Wissenschaften zu lernen und drückte darüber aus: (Möge ALLAH, der Erhabene, uns davor schützen nutzlose Wissenschaft zu pflegen, ein Herz, das sich nicht vor ALLAH, dem Allmächtigen fürchtet, ein Ich, das habgierig ist, ein Auge, das nicht um ALLAHs des Allbarmherzigen willen weint, zu besitzen und das ungültige Gebet zu verrichten)..” Nachdem er eine lange Zeit überlegte, schrieb er endlich an seinen Lehrer, St. Imam-ý Gasâlî, Hüdschdschet-ül Islam, einen Brief, um zu verstehen und bat ihn um seinen Segenwunsch, und sagte: “Obwohl die Antwort auf diese Frage in vielen Büchern von Ihnen, beispielsweise in Büchern Ichyâ-ül Ulûm, Kimyay-ý Seadet, Hadîs-i Erbain und Minhadsch und in den Koranauslegungen steht, schreiben Sie mir es bitte kurz, einfach und nützlich, damit ich es jeden Morgen lese und demnach lebe.

Imam-ý Gasâlî, Hudschdschet-ül Islam, Friede und Segen des Allbarmherzigen sei mit ihm, schrieb ihm folgende Antwort:

Mein lieber Sohn und treuer Freund!

ALLAH, der Erhabene, möge Dir ein langes glückliches Leben schenken und dir ermöglichen, auf dem von IHM befohlenen Weg zu sein und Dein Leben anbetend zu verbringen!

1) O mein Kind! Alle Ermahnungen sind vom heiligen Propheten Muhammed gelernt. Die Ratschläge, die nicht von Ihm kommen, sind nutzlos. Warum bist Du bei mir Jahre lang geblieben und warum hast Du so lange studiert, wenn du nicht eine dieser Ermahnungen, die auf die ganze Welt verbreitet wurden, gelernt hast?

2) O mein Kind! Eine der weltberühmten Ermahnungen des heiligen Propheten, Friede sei mit ihm, ist: (Das Zeichen, dass ALLAH, der Erhabene, einem Diener nicht vergeben und ihn quälen wird ist, dass er sich mit nutzlosen Dingen für das Dies- und Jenseits beschäftigt und seine Zeit umsonst verbringt. Einer, der sich eine Stunde lang mit etwas, was dem Erhabenen nicht wohlgefällt, beschäftigt, muss es sehr bereuen. Einer, dessen gutes Tun, nämlich Verdienste, nicht mehr als seine Übeltaten (Sünden) ist, obwohl sein Alter über vierzig ist, soll sich für die Hölle vorbereiten).

3) O mein Kind! Wer die Bedeutung der o.a. heiligen Hadith gut begreift, dem reicht diese Ermahnung.

4) O mein Kind! Es ist leicht, einen zu ermahnen. Aber es ist schwer, zu gehorchen. Denn, wer seinen Begierden folgt, dem sind die Ermahnungen bitter, die Verbote aber süß. Deswegen gebietet ALLAH, der Allmächtige, im heiligen Koran: (Kämpft gegen Ungläubige! Kampf ist bitter und störend für euch! Die Gebote ALLAH’s, des Erhabenen, die euch als schwierig erscheinen, sind gut für euch. Die Verbote, welche euch gefallen, sind schädlich und böse für euch. Was gut ist, weiß ALLAH, der Allkundige; ihr aber wisst es nicht!) Die Ermahnung wirkt nicht auf diejenigen, die nutzlose Dinge lernen, die man als Wissenschaft betrachtet Diese lernen die Wissenschaft, nicht um im Jenseits nützlich für sich und im Diesseits für andere zu sein, sondern um anderen zu gefallen, darauf stolz zu sein und den Weltlebensglanz erlangen zu können, und die nicht ans Jenseits Denkenden, und besonders diejenigen, die genau so leben wie Du! Du glaubst, das Wissen ohne rechtmäßige Handlungen dürfe einen retten, und Du dürfest mit Deinem Wissen ohne rechtmäßiges Verhalten gerettet werden. Dein Zustand ist sehr erstaunlich. Denn, jeder Gelehrter soll wissen, dass ihm am Tage der Auferstehung sein trockenes Wissen ohne rechtmäßige Handlungen schaden wird, und dass er deswegen um keine Entschuldigung wird bitten dürfen. Hast du denn diese heilige Mitteilung des heiligen Propheten nicht gehört: (Am strengsten werden die Gelehrten leiden müssen, die sich nicht nach ihrem Wissen verhaltet haben).

Einer der Heiligen träumte von St. Dschüneyd-i Baghdadi und fragte danach, in was für einem Zutand er sich befinde. St. Dschuneyd-i Baghdadî, einer der größten Heiligen, erwiderte: “Alle meine Worte und Entdeckungen, nämlich meine innerlichen und äusserlichen Kenntnisse wurden vernichtet. Allein ein Gebet mit zwei Rekas, das ich einer Nacht verrichtet hatte, hat mir geholfen!”

5) O mein Kind! Verlass nicht das rechtmäßige Verhalten und das Gebetsverrichten! Vergiss nicht die Erkenntnisse und Zustände, die zu Deinen Herzen gehen. Deine Handlung soll nämlich mit deinem Wissen und Dein Zustand mit der Sittlichkeitslehre übereinstimmen.

Du sollst gut wissen, dass das Wissen ohne rechtmäßiges Tun einen nicht retten darf. Das werde ich Dir mit einem Beispiel erklären: Wenn einer, der ein Gewehr und einen Sebel bei sich hat, auf einem Berg einen Löwen trifft, kann er sich vom Löwen nicht befreien, solange er diese Mittel nicht verwendet! Du weißt genau, dass es unmöglich ist! Jemandes Wissen nützt ihm nicht, solange er sich nicht nach seinem Wissen verhält. Ein anderes Beispiel: Wenn ein Arzt krank ist und die Diagnose seiner Krankheit und deren Heilmittel weiß, und, wenn dieses Heilmittel das beste gegen diese Krankheit ist, kann sein bloßes Wissen ihn nicht heilen, solange er das Medikament nicht gebrauchet! Das begreifst du auch!

Hättest du tausende Heilmittel
gegen die Krankheit, woran du leidest,
wozu nützt es, wenn du es nicht verwendest!

So sagt ein Dichter. Ein Mensch, wieviel er auch immer wissen mag, hat davon keinen Nutzen, solange er nicht nach seinem Wissen lebt.

6) O mein Kind! Wenn du die Barmherzigkeit ALLAH’s, des Erhabenen, nicht verdienst, indem du SEINE Gebote nicht erfüllst, darfst Du SEINE Gnade nicht erreichen. Im heiligen Koran gebietet ER: (Nur durch Sichbemühen und durch Anbeten erreicht der Mensch das Glück). Wer behauptet, dass dieser heilige Vers durch andere gewechselt wurde, der soll vernichtet werden! Was wirst du über andere heilige Verse sagen, wenn Du dasselbe äußern willst? Mit dem heiligen Vers: (Wer die Gnade ALLAH’s, des Erhabenen, erreichen will, soll SEINE Gebote beachten). Und mit anderen heiligen Versen gebietet ALLAH, der Allmächtige: (Jeder soll die Vergeltung seiner weltlichen Handlungen erreichen. Wer glaubt, anbetet und sich an die Verbote hält, wird sicher ins Paradies kommen und das Glück erlangen. Das Paradies ist nur für gläubige Anbeter da! Diejenigen, die ALLAH, dem Erhabenen, und SEINEM Propheten gehorchen, werden Teilnehmer an den Gaben der Propheten, der Heiligen, der Märtyrer und der rechtschaffenen Gläubigen im Jenseits sein). Mit einer heiligen Hadith verkündete der heilige Prophet: (Der Islam wurde auf fünf Grundlagen gegründet: Die erste ist, an ALLAH, den Erhabenen und daran zu glauben, dass Muhammed SEIN Prophet ist. Die zweite ist, täglich fünfmal das Gebet zu verrichten. Die dritte ist, ein Vierzigstel von seinem Vermögen jedes Jahr einmal den armen Gläubigen als Sekat (Armensteuer) zu zahlen. Die vierte ist, im Heiligen Monat Ramadan in der Tagezeit zu fasten. Die fünfte ist, einmal im Leben die Wallfahrt nach Mekka unternehmen). Mit einer anderen heiligen Hadith veröffentlichte der heilige Prophet: (Der Glaube ist, die sechs Angelegenheiten herzlich zu bestätigen und diese auszusprechen und die Gebote ALLAH’s, des Erhabenen, zu beachten). Durch Bestätigung von Herzen und Aussprechen des Glaubensbekenntnisses kommt der Glaube hervor, und mit dem Anbeten wird er vollkommen und glänzend. St. Imam-ý Âsam Ebû Hanife, der größte Religionsgelerte und Führer der Anhänger der Sunna, (80-150 in Baghdad) erklärte mit seiner Ermahmung: (Der Glaube ist, herzlich zu glauben und es auszusprechen). Es gibt noch viele Beweise dafür, dass vorschriftmäßige Handlungen notwendig sind. Aber was soll ich tun! Du bist im Schlafen! Aber, wenn Du glaubst, dass die Menschen nicht durch die Gnade des Erhabenen, sondern infolge ihrer Handlungen ins Paradies kommen würden, heißt es, dass Du meine Worte nicht verstanden hast. Das heißt; der Mensch wird durch die Gnade des Allmächtigen ins Paradies kommen. Wenn er aber nicht gehorcht und nicht anbetet, bekommt er nicht die Gnade des Erhabenen. So gebietet ALLAH, der Allmächtige: (MEINE Gnade ist für die, die MEINE Gebote beachten). Wenn man sagt: “Ohne Gnade des Erhabenen darf niemand ins Paradies kommen. Durch den Glauben allein, darf man das Paradies erreichen.” So ist es richtig. Aber nachdem man sich von vielen Gefahren befreit hat, darf man dort eintreten. Wer nicht als gläubig stirbt, wird nicht ins Paradies kommen. Um ins Paradies kommen zu dürfen, muss man als gläubig sterben und sich von anderen Gefahren befreien. Aber in diesem Fall darf man nur die unterste Ehrenstelle des Paradieses erlangen.

7) O mein Kind! Wisse, dass du kein Verdienst erwerben darfst, solange Du nicht rechtschaffen lebst. Einer der Israeliten hatte Jahre lang angebetet. ALLAH, der Allmächtige, wollte seine Anbetungen den Engeln bekanntmachen, und schickte ihm einen Engel. Der Engel fragte ihm, wie lange er noch anbeten würde und ob er noch nicht ein Paradiesbewohner geworden wäre! Er antwortete: “Meine Aufgabe ist, im Dienste des Erhabenen zu stehen. ER ist der Gebieter!” Als der Engel das hörte, sagte er: “O mein Schöpfer! DU bist allkundig! Auch die Antwort DEINES Dieners hast du gehört!” ALLAH, der Allmächtige, gebietete: (Mit seiner Herabwürdigung wendet sich dieser Diener nicht von MIR weg! Wegen MEINER Barmherzigkeit und MEINER Gnade verlasse ICH ihn sicher nicht! O MEINE Engel! Seid Zeugen, ICH habe ihm vergeben!)

8) O mein Kind! Der heilige Prophet Muhammed ermahnte: (Verhört euch selbst im Diesseits, ehe ihr am Tage der Auferstehung verhört werdet! Meßt eure Sünden und Verdienste, ehe sie gemessen werden!) St. Ali Mürtasa berichtete: “Wer vermutet, ohne Bemühungen das Paradies zu erwerben, der täuscht sich sehr. Derjenige, der glaubt, dass man durch Bemühung gewinnen darf, soll sich bemühen und anbeten. Einer der Schüler von St. Ali, St. Hassen-i Basrî, veröffentlichte: “Es ist schwere Sünde, ohne Anbetung ALLAH, den Erhabenen, um das Paradies zu bitten.” Einer der Großen sagte: “Wer Nutzen von seinem Wissen hat, verlässt nicht das Anbeten sondern das Denken an den Verdienst des Anbetens!” Der heilige Prophet teilte mit: (Der Vernünftige kämpft gegen sein Ich und bemüht sich um die im Jenseits nötigenden Dinge. Der Dumme aber folgt nach seinen Begierden und bittet ALLAH, den Erhabenen, um das Paradies).

9) O mein Kind! Du hast den Schlaf vielmals versäumt, um viele Bücher zu lesen und Dich auf die Wissenschaft zu legen. Warum hast Du dich so viel bemüht? Wie schade, wenn Deine Bemühungen um die weltlichen Vorteile, den Ruhm, die hohe Stelle und um den Hochmut gegen die Gläubigen sind, so hast du Dich sehr getäuscht und bist in Gefahr geraten! Welch ein Glück, wenn Du der Religion des heiligen Propheten Muhammed, dienen, gegen Dein Ich kämpfen und Deinen Charakter reinigen willst! So hast du Dir die schöne und ewige Zukunft vorbereitet. Die künftige Aufgabe ist, das ewige Glück zu erlangen. Ein Vers besagt:

Umsonst ist das Nichtschlafen, was dir gar keinen Nutzen bringt,

umsonst ist das Weinen über den Abschied, was zu andern Dingen gehört!

10) O mein Kind! Lebe nach deinem Belieben, wenn du es willst! Aber das wird nicht lange dauern, und eines Tages wirst du sicher sterben! Du wirst Dich gewiss von Genüssen trennen, woran Du Tag und Nacht denkst und womit Du immer zusammen bist! Was Du als weltliches Ding auch lieben magst, Du wirst dich von allem verabschieden! Tue, was Du willst! Vergiss aber nicht, Du wirst wegen aller Deiner Handlungen verhört werden.

11) O mein Kind! Das Leben vergeht umsonst wenn man sich darum bemüht, die Glaubenskenntnisse seinen eigenen Gedanken anzupassen, sich mit verderblichen Gedanken der Ungläubigen und der Unwissenden zu streiten, und Geld zu verdienen, um damit reicher als alle anderen zu werden, sich auf die Rechtswissenschaft, Heilkunde, Baukunde und die Literatur zu legen bevor man das Rezitieren des heiligen Koran, das Gebetsverrichten, die rituelle Waschung, das Fasten, die notwendigen Vorschriften und die Verbote lernt.

Ich schwöre bei ALLAH, dem Erhabenen, dass ich im Evangelium des heiligen Propheten Jesus gelesen habe: “Wenn man einen Toten in einen Sarg einlegt, wird ALLAH, der Erhabene, ihn von diesem Augenblick an bis zum Augenblick, in dem man ihn ins Grab zurücklässt, vierzigmal verhören! Das erste Verhör ist: (O MEIN Diener! Solange du lebst, hast du dich für den Weltlebensglanz vorbereitet! Du hast viel gelernt, um den anderen zu gefallen und von anderen geehrt zu werden. Hast du auch MEINE Gebote gelernt und erfüllt und MEINE Verbote beachtet?)

12) O mein Kind! ALLAH, der Erhabene fragt Dich jeden Tag: (Warum bemühst du dich so viel um die anderen? Begreifst du denn nicht, dass du von MEINEN Güten und Gaben überfüllt bist?) Das fühlst Du aber nicht! Wie ein spielendes Kind seine Umgebung nicht bemerkt, so bemerkst Du die Wahrheit nicht, die weltlichen Genüsse und deine Begierde haben Dich taub und blind gemacht!

13) O mein Kind! Es ist Dummheit, sich auf die Wissenschaft zu legen, ohne daraus Nutzen zu ziehen. Das Tun ohne Wissen ist auch falsch. Das ist ungültig. Ein Vers besagt:

Lege dich auf die Wissenschaft,
vergiss aber nicht dabei anzubeten.
Damit bist du sehr vorteilhaft.

Man befreit sich mit diesen zwei Angelegenheiten davon, ewig im Feuer zu brennen. Die Wissenschaft, die Dich heute nicht von Sünden befreit und nicht zum Anbeten führt, wird Dich morgen nicht vor den Flammen der Hölle schützen.

Wenn Du Dir die vorigen Sünden nicht vergeben lässt, indem du anbetest, musst Du als hilflos und elend am Tage der Auferstehung zu denen gehören, die sagen: (O mein Schöpfer! Lass uns in weltliches Leben zurückkehren! Unser ganzes Leben werden wir anbetend verbringen!) Aber einem jeden von ihnen wird erwidert: (O Dummkopf! Bist du doch nicht daher gekommen!) So bekommst Du die gleiche Antwort!

14) O mein Kind! Man muss sich herzlich darum bemühen, um gegen das Ich, das der Feind des Erhabenen ist, zu kämpfen und es zu besiegen. Man muss sich jeden Moment wie im Grab fühlen, um nicht Sünden zu begehen, sondern Verdienste zu erwerben. Darum muss man sich bemühen. Die Verstorbenen blicken auf Dich, wann und wie wirst Du sie erreichen. Sei vernünftig und geh nicht ohne Verdienst dorthin! St. Ebu Bekr-i Sýddîk sagte: “Der Körper des Menschen gleicht entweder einem Käfig oder einem Stall! Wenn der Käfig geöffnet wird, fliegt der Vogel aus dem Käfig aus und befreit sich! Aber, wenn die Stalltür geöffnet wird, wird das Lasttier zum Lastragen geführt!” Überlege es Dir! Welches davon bist Du? Wenn du einem Vogelkäfig gleichst, erhebst du dich, wenn Du den Ausruf hörst: (Erreiche deinen Schöpfer!). So wurde mit einem heiligen Hadith berichtet: (Wegen des Todes von Said bin Muas zitterte der Thron ALLAHs, des Erhabenen). Wenn du einem Stall gleichst, nämlich von denen bist, über die ALLAH, der Allmächtige, berichtet: (Diejenigen die nicht daran denken, was auf sie warten, gleichen den Tieren. Sie sind sogar gemeiner als Tiere!) so wirst Du sicher in die Hölle geführt! ALLAH, der Erhabene behüte uns davor! Eines Tages nahm St. Hassen-i Basr-i ein Glas kühles Getränk in die Hand. Plötzlich fiel er ohnmächtig auf den Boden. Als er zu sich kam, fragte man nach dem Grund seiner Ohnmacht. Er erwiderte: “Ich habe mich daran errinnert, was die in der Hölle brennenden Höllenbewohner den Paradiesbewohnern sagen würden: (Gebt uns ein wenig von dem Paradiesgetränk, was ihr trinkt!) Aus Furcht davor wurde ich ohnmächtig geworden.

15) O mein Kind! Wenn das Wissen genug und das Anbeten unnötig wären, würde der Allerbarmer nicht jeden Morgengrauen verkündigen: (Wer anbetet und MICH um etwas bittet, dem werde ich gewähren! Wer bereut, dem werde ich vergeben!) Eines Tages lobte man vor dem heiligen Propheten einen Seiner Gefährten. Der Heilige Prophet äußerte: (Er ist ein guter Mensch. Aber wenn er das freiwillige Gebet in der Nacht verrichtete, würde er besser sein!) Und eines Tages sagte Er einem Seiner Gefährten: (O...! Schlafe nicht viel! Das viele Schlafen in der Nacht macht einen am Tage der Auferstehung notleidend).

16) O mein Kind! Der heilige Vers (Verrichte das freiwillige Gebet in der Nacht!) ist ein Gebot. Und der heilige Vers (Der, der im Morgengrauen um Vergebung bittet.) ist Dankbezeigung. Das heißt, ALLAH, der Erhabene, lobt die, die IHN um Vergebung bitten. Wer beim Morgengrauen um Verzeihung bittet, der erwirbt den Verdienst der Andacht. Der heilige Prophet meldete: (Drei Arten von Aussagen liebt ALLAH, der Erhabene: Die Aussagen derer, die mit Hochachtung und regelmäßig den Heiligen Koran rezitieren; die Aussagen derer, die beim Morgengrauen um Vergebung bitten, und die Aussagen derer, die ihre Andacht halten). St. Süfyân-ý Sewr-î (95-161 in Basra) berichtet: “Beim Morgengrauen läßt ALLAH, der Erhabene, einen Wind dorthin wehen, wo sich die Aussagen derer einmischen, die um Vergebung bitten und ihre Andacht halten. In jeder Nacht umfasst ein Ausruf die ganze Welt: (Wo sind denn die Anbeter, sie sollen aufstehen!) Die Anbeter stehen auf und beten bis zum Morgengrauen. Beim Morgengrauen wird ein Ausruf gehört: (Wo sind denn die Bittenden!). Sie stehen auf und bitten um Vergebung. Und bei der Morgendämmerung, der Morgengebetszeit, wird ausgesagt: (Wo sind denn die Unachtsamen!) Diese stehen auf, wie Gestorbene, die aus ihren Gräbern auferwecken!

17) O mein Kind! St. Lokman, ein berühmter Arzt, ermahnte seinen Sohn: “O Mein Sohn! Lass den Hahn nicht vernünftiger sein als Du! Jedoch hält er seine Andacht, Du aber liegst in tiefem Schlaf!” Es wäre angebracht, dazu diese zwei Verse auszusprechen:

Eine Taube jammert auf dem Ast
in der Mitte der finsteren Nacht!
Tief schlafe ich dagegen;
dieses soll mich beschämen!
Wäre ich ein Verliebter,
würde ich mich früher in der Nacht
als eine Taube grämen!

18) O mein Kind! Die kurze Zusammenfassung der Ermahnungen berichtet, was im Dienste des Erhabenen zu stehen und IHM zu gehorchen bedeutet. Der Gehorsam und das Anbeten bedeutet dem heiligen Propheten Muhammed zu folgen. Nämlich, alle Worte und Handlungen des Gläubigen sollen mit Seinen Geboten und Verboten übereinstimmen. Du sollst alle Deine Handlungen und alle Deine Worte mit Seinen Geboten übereinstimmen lassen. Du sollst wissen, dass, Deine Anbetung, wenn sie nicht Seinem Gebot entspricht, ungültig ist. Sie mag Sünde sein, selbst wenn sie Gebetsverrichten bzw. Fasten ist. Du weißt jedoch: es ist verboten, an dem ersten Tag des Ramadan festes und an allen vier Tagen des Opferfestes zu fasten; es heißt nicht gehorchen, nämlich Sünde begehen, wenn man an diesen Tagen fastet. In der Tat, das Fasten ist eine Anbetung. In diesem Fall ist es aber Sünde, da es nicht dem Gebot gemäß ausgeführt wird. Es ist Sünde als wenn ein Kleid, ohne die Erlaubnis von dem Besitzer getragen wird, oder auf einem Platz, der einem anderen gehört, ohne Erlaubnis Gebet zu verrichten. In Wirklichkeit ist Gebetsverrichten eine Anbetung. Aber, weil es nicht nach dem Gebot ausgeführt wird, wird es Sünde, Rebellion. So ist es eine Anbetung d.h. Verdienst, dass man mit seiner Frau spaßt. Dessen Verdienst ist mit der heiligen Hadith berichtet worden. Was getan ist, ist eigentlich Spaß und Vergnügung. Aber weil es dem Gebot entspricht, ist es verdienstlich. So sieht man, dass die Anbetung nicht aus Gebetsverrichten und Fasten allein besteht. Die Anbetung heißt den Vorschriften der Religion zu gehorchen. Denn, nur wenn Gebetsverrichten und Fasten vorschriftsmäßig sind, gelten sie als Anbetung.

19) O mein Kind! Lass also alle Deine Worte und Handlungen mit der Religion übereinstimmen! Denn, alle Bemühungen und Wissenschaften, die nicht mit der Religion übereinstimmen, sind das Irregehen und verursachen, sich vom Weg des Erhabenen zu entfernen. Deswegen hat der heilige Prophet alte Religionswissenschaften und Sitten verändert. Du sollst also ohne Übereinstimmung mit der Religion nichts aussagen. Wisse, dass man mit den Wissenschaften, die Du hast, nicht auf dem Weg des Erhabenen gehen darf! Du sollst auch wissen, dass man mit den der Religion widersprechenden Worten derer, die behaupten, dass sie den Großen der geistlichen Orden folgen und die Bedeutungen ihrer eigenen Worte nicht verstehen, keine Rechtleitung finden darf! Auf diesem Weg dürfen nur diese gehen, die gegen ihr Ich kämpfen. Man soll die Wünsche des Ichs nicht gegen die Religion verstoßen lassen. Man darf nicht mit bloßen Worten fortschreiten. Die der Religion widersprechenden Worte und Kenntnisse und das unachtsame Herz mit Sinnlichkeit sind die Zeichen der Rebellion und des Unglückes.

20) O mein Kind! Du fragst nach solchen Dingen, die man weder durch Reden noch durch Schreiben erklären kann. Diese wissen nur die Dinge, die sie erreicht und erlebt haben. Wer sie nicht erlebt, der kann sie nie verstehen. Denn sie sind Dinge, die nur begriffen werden können, wenn man deren Genuss erlebt. Die Dinge, die nur mit ihren Genüssen begriffen werden können, können nicht beschrieben werden. Die Süße, die Säure, die Bitterkeit und das Geschmacklossein kann man nicht beschreiben.

21) O mein Kind! Wenn ein zeugungsunfähiger Mann jemanden, der Frau und Kinder besitzt, nach dem Genuss des Geschlechtsverkehrs fragt, muss er ihm erwidern: (Bis jetzt wusste ich, dass du zeugungsunfähig bist! Nun weiß ich, dass du zugleich dumm bist! Diesen Genuss begreift man nur, wenn man ihn erlebt. (Er lässt sich nicht durch Beschreibung erklären!).

22) O mein Kind! Einige Deiner Fragen waren so. Deren Antworten, die erklärt werden können, stehen in den Büchern Ichyâ-ül Ulûm, Kimyâ-yý Seâdet, Minhadsch und in meinen anderen Büchern ausführlich. Lerne sie aus meinen Büchern! Jedoch schreibe ich nun im kurzen:

Du fragst, was man tun soll, um auf dem Weg des Erhabenen zu gehen. Vorerst soll man glauben, was die Gelehrten der Anhänger der Sunna berichtet haben. Danach soll man seine Sünde bereuen und nie wiederbegehen. Drittens soll man sein Vergehen gegen alle betroffenen Menschen verzeihen lassen. Viertens soll man die Religion lernen, soweit man die Gebote des Erhabenen ausführen kann. Mehr Kenntnisse über die Religion zu lernen ist nicht jedem nötig. Andere Kenntnisse muss man nach seinem Bedarf lernen. Dieser Bedarf ist vom Beruf des Menschen abhängig. Das kannst Du durch eine Anekdote besser verstehen:

St. Schiblî (247-334 in Bagdad) berichtet: “Ich hatte vierhundert Lehrer gehabt. Von denen lernte ich viertausend heilige Hadithe. Nur eine dieser heiligen Hadithe wählte ich mir aus und befolgte sie. Denn, die Heilung, das Erreichen des Wegs zum ewigen Glück fand ich dort und sah alle Ermahmungen darin. Die heilige Hadith, die ich mir auswählte, ist eine Ermahnung. Einen seiner Gefährten ermahnte der heilige Prophet: (Bemühe dich ums Diesseits, solange du lebst! Bemühe dich ums Jenseits, je nachdem du dort ewig bleibst! Gehorche ALLAH, dem Erhabenen, solange du IHN benötigst! Begehe Sünde, soweit du die Höllenqual ertragen kannst!)

23) O mein Kind! Diese heilige Hadith weist darauf hin, daß du unnötige Kenntnisse nicht brauchst. Denn es ist nötig, daß manche Menschen einer Gesellschaft viel lernen. Jeder braucht nicht so viel lernen. Weil andere Personen viel gelernt haben, brauchts du nicht viel lernen. Wenn du auf die folgende Anekdote aufpasst, kannst besser es gut begreifen:

Hâkimî Essam (geb. in Belh/gestr. 237 in Tirmüs ) war ein Schüler von Schakîk-ý Belhî (gestr. 174 n. Hed.). Schakîk-ý Belhî fragte ihn eines Tages: “Seit wann nimmst du von mir Unterricht?” Der Schüler antwortete: “Seit dreiunddreißig Jahren.” Der Lehrer: “Was hast du von mir in dieser Zeit gelernt und was für Nutzen hast du davon gehabt?” Der Schüler erwiderte: “Ich habe acht Dinge gelernt!” Als Schakîk das hörte, wurde er sehr traurig und sagte: “Wie schade, o Hatim! Meine ganze Zeit gab ich dir! Du aber hast acht Dinge gelernt!” Hatim antwortete: “O mein Lehrer! Wenn du die Wahrheit erfahren willst, ist es so! Mehr als diese will ich nicht! Das reicht mir! Denn ich weiß, dass man sich mit diesen Kenntnissen vor den Schicksalschlägen im Dies- und Jenseits befreien und das ewige Glück erreichen darf!” Der Lehrer sagte: “Erzähle mir! Ich möchte sie auch wissen!”

Hatim erzählte: “O mein Lehrer! Das erste ist: Ich prüfte die Menschen. Ich sah ein, dass jeder etwas als Geliebtes hatte. Die meisten dieser Geliebten begleiten ihn bis zum Sterbebett, manche bis zum Tod, and manche bis zum Grab. Aber dann lassen sie ihn einsam und hilflos zurück. Niemand kommt bis ins Grab und tröstet ihn! Als ich diesen Umstand bemerkte, dachte ich: Ich muss mir solch einen Freund im Diesseits auswählen, dass er mit mir bis ins Grab kommen und mich dort nicht allein lässt. Ich dachte darüber nach. Ich habe begriffen, dass es keinen treuen Geliebten als die Anbetungen für das Wohlgefallen des Erhabenen gibt. Als Geliebte habe ich mir sie ausgewählt.”

Als Schakîk das hörte, sagte er: “Du hast sehr gut getan! O Hatim! du sagst richtig. Sag mir auch den zweiten Vorteil. Dem will ich auch zuhören!

Hâtim sagte: “O mein Lehrer! Hier ist mein zweiter Vorteil: Ich prüfte die Menschen. Ich verstand, dass sie ihren Begierden und Sinnlichkeiten folgten. Und ich dachte an diesen heiligen Vers: (Diejenigen, die ihrem Ich nicht folgen, werden sicher ins Paradies kommen!) Ich überlegte lange. Durch meine Vernuft, meine Kenntnisse und Erfahrungen und mein Gewissen habe ich verstanden, dass der heilige Koran durchaus richtig ist, und davon bin ich vollkommen überzeugt. Mein Ich habe ich als meinen Feind erkannt. Ich beschloss, ihm nicht zu folgen und gegen ihn zu kämpfen und mich darüber nicht zu täuschen. Seinen Begierden folgte ich nicht und sah, dass sich mein Ich, das den Anbetungen zu entfliehen pflegte, ergab und ALLAH, dem Erhabenen gehorchte und auf seine sinnlichen Begierde verzichtete.” Als Schakîk das hörte, sagte er: “ALLAH, der Erhabene, möge dich belohnen! Wie vernünftig hast du gehandelt! Erzähle mir bitte von dem dritten Vorteil. Den möchte ich auch wissen!

Als dritten Vorteil, sah ich mir die Menschen auf der Welt an und bemerkte, dass sie sich alle verschiedenen Bedrängnissen aussetzten, um sich weltliche Werte anzuhäufen. Es fiel mir dieser heilige Vers, dem Sinn nach ein: (Keiner der weltlichen Werte, an die ihr euch festhält, werden ewig bei euch bleiben, denn sie sind vergänglich. Nur die Wohltaten und die Anbetungen, die für das Wohlwollen ALLAHs des Erhabenen verrichtet wurden, sind ewig und werden euch nie verlassen.) So habe ich alles, was ich an weltlichem gesammelt hatte, auf dem Weg ALLAHs des Erhabenen, den Bedürftigen gegeben. Somit lieh ich es ALLAH dem Erhabenen, damit es ewig sein darf. Als Schakik auch diese Worte hörte sagte er: Wie schön hast du gesprochen und wie gut hast du gehandelt. Gewähre mir auch deinen vierten Vorteil. Ich möchte dir gerne zuhören.

Hâtim setzte fort: “Mein vierter Vorteil: Ich achtete auf die Menschen und bemerkte, dass sie nicht zufrieden miteinander waren. Ich sah ein, dass sie neidisch auf einander, auf ihre Stellen, Eigentümer und auf ihre Wissenschaften waren, und beachtete diesen heiligen Vers: (Alle ihre geistigen und körperlichen Gaben im Diesseits haben wir unter ihnen verteilt!). So habe ich begriffen, dass die Gaben wie Wissenschaften, Vermögen, Stellen, Kinder und dergleichen vor der Schöpfung des Weltalls, in Ewigkeit verteilt wurden und dass es von niemandem abhängig ist, und dass man sich bemühen soll, um IHM zu gehorchen, weil ER gebot, dass sich die Menschen bemühen und die Gründe geltend machen sollen. Ich verstand, dass der Neid nicht nur nutzlos sondern auch sehr nachteilhaft ist. Und ich bin mit dem Los, das ALLAH, der Erhabene, vor Ewigkeit verteilte, und mit meinem Anteil, den der Erhabene mir wegen meiner Bemühung gibt, zufrieden. Ich lebe züchtig mit Gläubigen und habe alle Menschen lieb und bin geliebt worden.” Als Schakîk diese hörte, teilte er mit: Wie gut hast du gehandelt! Wie klug sprichst du, o Hâtim! Dem fünften Vorteil will ich auch zuhören!

Hâtim erzählte weiter: “Mein fünfter Vorteil: Ich prüfte die Menschen und bemerkte, dass sie stolz auf ihre Posten waren und die Ehre der Menschheit darin zu finden glaubten. Manche waren stolz darauf, dass die anderen sie benötigten und sich vor ihnen verbeugten, und dass sie viele Kinder und viel Vermögen und großes Ansehen bei anderen hatten. Sie gaben nicht viel für das Wohlgefallen des Erhabenen, sondern für andere Dinge aus. Diese Angelegenheiten erkannten sie als Ehre der Menschheit an. Ich dachte an den heiligen Vers: (Der ehrwürdigste und wertvollste von euch ist der, der sich vor ALLAH, dem Erhabenen, sehr fürchtet). Ich brachte in Erfahrung, daß sich die Menschen irren und sich täuschen, und klammerte mich an die Gebote des Erhabenen. Fürchtend vor dem Erhabenen, hielt ich mich an die Verbote, um Gaben und Gnade des Erhabenen zu erreichen.” Als Schakik diese hörte, sagte er: “Wie klug sprichst du darüber, O Hâtim! Sag mir bitte auch den sechsten Vorteil!”

Hâtim sagte weiter: “Mein sechster Vorteil: Ich achtete auf die Menschen und bemekte, dass sie, weil sie neidisch aufeinander wegen ihrer Stellen, Eigentümer und Wissenschaften waren, verschiedene Parteien bildeten und gegeneinander Feindseligkeit ausübten und ich erinnerte mich an diesen heiligen Vers: (Euer Feind ist der Satan. Nämlich, eure Feinde sind diejenigen, die versuchen, euch von dem Weg des Erhabenen, dem Islam, zu trennen. Erkennt sie als Feinde an!) Ich habe gewusst, dass der heilige Koran die Wahrheit sagt, und die Glaubensfeinden als Feinde anerkannt und mich nicht von ihren Worten getäuscht und ihnen nicht gefolgt. Ich habe nicht angebetet, was sie anbeten. Ich gehorchte den Geboten des Erhabenen und irrte vom Weg nicht ab, den die Gelehrten der Sunna zeigten. Ich bin überzeugt, dass der echte Weg zur Befreiung allein der Weg der Anhänger der Sunna ist. So gebietet ALLAH, der Erhabene: (O Kinder Adam’s! Betet den Satan nicht an! Habt ihr MIR denn nicht bestätigt, daß er euer schlimmster Feind ist? Gehorcht MIR und betet MICH an! Das ist der einzige Weg zur Befreiung!) Deswegen hörte ich den Worten derer nicht zu, die versuchten, die Gläubigen zu täuschen. Ich bin nicht von dem Weg des heiligen Propheten Muhammed abgeirrt, den die Bücher der Gelehrten der Sunna zeigen.” Schakîk äußerte: “Wie schön, dass du das getan hast, o Hâtim! Erzähle mir bitte auch von dem siebenten Vorteil!”

Hâtim sprach weiter: “Ich sah die Menschen! Ich bemerkte, daß sich jeder habgierig bemühte, um Geld zu verdienen. Daher erreichten sie auch unehrliche und unrechtmäßige Dinge und ertrugen dabei Gemeinheiten und Verachtungen. Ich dachte an diesen heiligen Vers: (Auf der Welt gibt es kein einziges Lebewesen, dem keine Nahrung von ALLAH, dem Erhabenen, gewährt wird). Ich habe erfasst, dass der heilige Koran die heilige Worte des Erhabenen ist und dass ich eines dieser Lebewesen bin. Ich habe darauf vertraut, dass ER versprochen hat, allen Lebewesen Nahrung zu geben. Und ich habe mich bemüht, wie ER geboten hat. Schakîk sagte: “Wie vortrefflich hast du getan, o Hâtim! Sag mir bitte auch den achten Vorteil!”

Hâtim setzte fort: “Mein achter Vorteil: Ich sah die Menschen und bemerkte, dass sie alles von anderen erwarteten, sei es Vermögen, Beruf oder Person. Ich dachte an den heiligen Vers: (ALLAH, der Erhabene, hilft immer denen, die nur von IHM erwarten.) Bei all meinen Bemühungen und Handlungen erwartete ich allein von ALLAH, dem Erhabenen. Da ER gebot, sich zu bemühen, habe ich mich bemüht und Gründe geltend gemacht. Nur habe ich auf IHN vertraut, IHN angebeten und von IHM erwartet!”

Als Schakîk diesen Worten zu hörte, erwiderte er: “O Hâtim! Möge ALLAH, der Erhabene, dir jederzeit helfen! Ich habe die heilige Thora des heiligen Propheten Moses, den heiligen Psalter des heiligen Propheten David, das heilige Evangelium des heiligen Propheten Jesus und den heiligen Koran des heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit ihnen, durchgelesen. Ich sah ein, dass diese vier heiligen Bücher auf diesen Grundlagen beruhen. Die, die diese Grundlagen auswendig lernen, diese befolgen und demnach leben, führen deren Gebote aus.”

24) O mein Kind! Diese Anekdote weist darauf hin, dass Du nicht viele Dinge sondern erforderliche Kenntnisse lernen sollst.

 

                                                                                                     

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