INHALT

ISLAMISCHE SITTE

Ihlâs Stiftung Band – 6

  1-Anfang

  2-Die Übersetzung Von Dem Buch Ejjühelwelled(O Mein Kind!)

  3-Die Rituelle Waaschung
  4-Die Bedingungen Vor Der Gebetsverrichtung
  5-Die Rituellen Sitten In der Moschee
  6-Der Gebetsruf
  7-Die Vorzüge des Heiligen Monats Ramadan
  8-Der Glaube
  9-Das Grußgebet
10-Lügen Beim Geschäft
11-Das Anvertrautsein Des Körpers
12-Die Vorzüge Des Festes
13-Die Frömmigkeit "Süchd Und Takwa"
14-Der Gehorsam Gegen Die Eltern
15-Die Trauung
16-Die Rituellen Sitten Am Freitag
17-Die Guten Sitten Bei Der Unterhaltung Mit Den Gelehrten
18-Die Mahlzeit
19-Die Menstruation Und Das Wochenbett
20-Die Notwendigkeit Und Die Rechtsschulen
21-Die Geduld
22-Der Grabbesuch
23-Die Armensteuer (Sekat)
24-Sozialvereine, Glücksspiele, Versicherungen
25-Imam-i Gazali, Hudschdschet-ul Islam, Einem Grundfeiler Des Islams
26-Zur Berechnung Der Kible-Zeit
27-Die Gebete
28-Islamische Wissenschaften

29-Glossar



DER GEHORSAM GEGEN DIE ELTERN

147 — Allah, der Erhabene, hat dem Propheten Moses, Friede sei mit ihm, gebietet: O Moses! Wer seinen Eltern widerspricht, schneide dessen Zunge ab! Wenn er mit einem seiner Organe seine Eltern kränkt, schneide dieses Organ von ihm ab! Für denjenigen, mit dem seine Eltern zufrieden sind, werden zwei Tore zum Paradies geöffnet. Mit wem die Eltern nicht zufrieden sind, für den werden zwei Tore zur Hölle geöffnet. Man soll seinen Eltern gehorchen, selbst wenn sie grausam sind.

ALLAH, der Erhabene, gebietete: (O Moses! Es gibt eine Sünde unter den Sünden. Die ist sehr schwer. Diese Sünde ist, daß, wenn die Eltern sie rufen, ihre Kinder ihnen nicht gehorchen). Wenn deine Eltern dich rufen, sollst du sofort deine Beschäftigung verlassen und zu ihnen eilen. Wenn deine Eltern dich schelten, sage ihnen nichts. Wenn du das Wohlgefallen deiner Eltern gewinnen willst, strenge dich dafür an, schnell und ordentlich zu machen, was sie von dir verlangen. Fürchte dich davor, daß deine Handlung ihnen nicht gefällt, sie kränkt und daß sie dich verfluchen. Sprich mit ihnen nicht barsch, wenn sie auf dich böse sind. Küsse ihnen sofort die Hände, um sie zu befriedigen. Pass darauf auf, was in die Herzen deiner Eltern kommt. Denn dein Glück und dein Unglück sind von den Worten abhängig, die sie von Herzen sprechen. Hilf deinen Eltern, wenn sie krank oder alt sind. Hoffe auf dein Glück, indem sie für dich beten. Wenn du sie kränkst und ihr Verfluchen verursachtst, so wirst du unglücklich im Dies- und Jenseits. Es kommt nicht zurück, was geschehen ist. Schätze ihren Wert, während sie leben!

Das Wohlgefallen ALLAH’s, des Erhabenen, liegt im Wohlgefallen der frommen Eltern. Der Zorn ALLAH’s, des Erhabenen, liegt im Zorn der frommen Eltern. Mit einer heiligen Hadith berichtete der heilige Prophet: (Das Paradies liegt zu Füssen der Eltern). Nämlich es ist mit dem Wohlgefallen der Eltern, die dich deinen Glauben und deine Religion gelehrt haben. ALLAH, der Erhabene, gebot St. Moses: (O Moses! Wer das Wohlgefallen seiner Eltern gewinnt, gewinnt auch MEIN Wohlgefallen. Und wer das Wohlgefallen seiner Eltern gewinnt, aber sündig ist, den betrachte ICH als einen Wohltäter. Wer aber sich gegen seinen Eltern empört, den teile ICH in Übeltäter ein, selbst wenn er MIR gehorcht).

Die sündigen Gläubigen, die als letzte von der Hölle befreit werden, sind diejenigen, die sich gegen ihre frommen Eltern empört haben.

148 — Unser heiliger Prophet hat verkündet: (Den Eltern Gutes tun ist vorzüglicher als freiwilliges Gebet, Fasten und freiwillige Pilgerfahrt. [Wallfahrt außerhalb der vorgeschriebenen Zeit] Die Lebenszeiten derer, die ihren Eltern dienen, werden lang und segensreich. Wer seinen Eltern ungehorsam wird, dessen Leben wird kurz und unfruchtbar. Wer sich gegen seine Eltern empört, der ist verflucht).

Eines Tages besuchte St. Hassen-i Bassri die heilige, Kaaba. Dabei sah er, dass ein Mann mit einem Tragkorb auf dem Rücken den Umlauf um die heilige Kaaba ausführte. Er drehte sich zu ihm und sagte: “Kamerad! Würde es nicht besser sein, wenn du die Last auf dem Rücken niederlassen würdest?” Jener Mann erwiderte: “Was auf meinem Rücken ist, ist keine Last sondern mein Vater. Zum siebenten Mal habe ich ihn hierher getragen, um den Umlauf um die heilige Kaaba auszuführen. Denn er ist es, der mich den Glauben und die Religion gelehrt hat. Er hat mich mit der Moral des Islam erzogen.” St. Hassen-i Bassri sagte ihm: “Wenn du ihn bis zum Auferstehungstag auf deinem Rücken trügest, um den Umblauf um die heilige Kaaba auszuführen, würde dieser ganze Verdienst umsonst sein, wenn du ihn eimmal kränkst! Und wenn du einmal sein Herz gewinnst, ist es diesem Verdienst gleich.

149 — Ein Mann kam eines Tages zum heiligen Propheten Friede sei mit Ihm und fragte ihn: “O Prophet ALLAH’s, des Erhabenen! Meine Eltern sind gestorben. Was soll ich für sie tun?” Der heilige Prophet antwortete: (Bete immer, rezitiere den heiligen Koran und bitte um Vergebung für sie!) Einer der Gefährten des heiligen Propheten fragte: “O Prophet ALLAH’s, des Allbarmherzigen! Gibt es noch mehr, für sie zu tun?” Er erwiderte: (Gebt Almosen und erfüllt die Pilgerfahrt für sie). Ein Mann kam und fragte: “Meine Eltern sind gefühllos. Wie soll ich ihnen gehorchen?” Der heilige Prophet erwiderte: (Deine Mutter hat dich neun Monate bei sich getragen. Zwei Jahre lang stillte sie dich. Bis du gewachsen bist, ernährte, bewahrte und trug sie dich in ihrem Schoss. Dein Vater aber sicherte dein Lebensunterhalt mit vielen Schwierigkeiten. Dich haben sie deine Religion und deinen Glauben gelehrt. Sie haben dich mit der Moral des Islam erzogen. Wie können sie nun nicht mitleidig sein! Gibt es ein größeres wertvolleres Mitleid als das?)

150 — Als St. Moses auf dem Berg Sinai mit ALLAH, dem Erhabenen, sprach, fragte er: “O Mein Schöpfer! Wer wird mein Nachbar im Jenseits sein?” der Erhabene, erwiederte: (O Moses! Jener Metzger in jener kleinen Stadt ist dein Nachbar).

St. Moses kam zu dem Metzger und fragte, ob er ihn als Gast annähme, und wurde als Gast empfangen. Nach einer Weile kochte der Metzger ein Stück Fleisch und nahm den Tragkorb von der Wand herunter und ernährte seine Mutter, die sich in diesem Tragkorb befand und die beinahe wie ein Skelett war. Er stillte ihren Durst, reinigte sie und setzte sie wieder in den Tragkorb. St. Moses fragte: “Ist sie eine Verwandte von Dir?” Der Metzger antwortete: “Sie ist meine Mutter. Sie ist alt und mager geworden. So wende ich ihr morgens und abends Sorgfalt an.” Während der Metzger seine Mutter ernährte, betete die hilflose, schwache Frau für ihren Sohn: “O mein Schöpfer! Mach meinen Sohn zum Nachbar von St. Moses im Paradies.” Auch St. Moses hörte ihr Bittgebet mit und darauf sagte er dem Metzger: “ALLAH, der Erhabene, hat dir vergeben und dich zum Nachbar von Moses gemacht!”

151 — Wenn du durch irgendeine Unachtsamkeit oder Verwirrung deine Eltern kränkst, bemühe dich sofort darum, ihre Herzen wiederzugewinnen. Bitte um ihre Vergebung. Mach’ alles, was du kannst, um ihre Herzen wiederzugewinnen. Die Rechte der Eltern auf den Kindern sind sehr groß. Denke immer daran und benehme dich demnach.

Bemerkung: Obwohl man seinen Eltern und Lehrern gehorchen soll, soll man die Gebote derer, die den Islam verbietet, nicht erfüllen.

In der Erläuterung des Buches Sijer-i Kebîr (Lebensweise des heiligen Propheten) von St. Schemsül- eimme-i Serahsî [im Jahre 483 nach Hedschra gestorben] steht auf Seite 83: Jeder und jede Gläubige sollen den Eltern Gutes tun, sie vor Schaden und Unruhen schützen. Unentbehrliche Verpflichtung für alle Muslime heißt Fars-ý ajn. Und eine unetbehrliche Verpflichtung, die nicht von allen sondern von bestimmten Muslimen erfüllt werden soll, heißt Fars-ý kifaje. Weil es fars-ý kifaje ist, ist es unerlaubt zum Kampf zu gehen, ehe man von seinen Eltern Erlaubnis dafür hat. Man soll seinen Eltern Gutes tun, selbst wenn sie ungläubig sind. Es ist erlaubt, zum Handeln, zur Pilgerschaft und Omre [eine erforderliche Verpflichtung bei der Wallfahrt] und zum Studieren zu gehen, ohne dass man von seinen Eltern Genehmigung bekommt. Denn weil dabei keine Todesgefahr ist, wird ihre Kummer durch die Hoffnung des Aufwiedersehens beseitigt. Es ist nicht nötig, die sündhaften Befehle des Lehrers und der Eltern auszuführen. Z.B: die sündhaften Befehle wie Töten, Stehlen oder Rauben sind so. Und wenn eine Frau zur Hurerei geführt wird, so soll man es hindern, auch wenn seine Eltern nicht einwilligen. Man soll die Sünden hindern und dabei seinen Eltern nicht gehorchen. Denn die Sünden zu verhindern ist fars-ý ajn. Das Gehorchen den Eltern aber ist nur bei unsündigen Umständen eine Aufgabe. Weil es Sünde ist, dass die Eltern die unentbehrlichen Vorschriften nicht beachten, soll man ihren sündigen Forderungen nicht gehorchen. ALLAH, der Erhabene gebietet: (O Gläubige! Gehorcht MEINEM Propheten und euren gläubigen Vorgesetzten!). Auch hier soll man den unschuldigen Befehlen folgen. Einst sandte der Heilige Prophet eine kleine militärische Einheit zu einer Stellung. Zu dieser Einheit ernannte er einen Führer. Der Führer wurde böse auf die Soldaten und ließ ein Feuer anmachen und befahl: “geht ins Feuer hinein! Es ist eine unentbehrliche Vorschrift, dass ihr mir gehorchen sollt!” Manche Soldaten sagten: “lasst uns ins Feuer hineingehen!” Und die anderen erwiderten ihnen: “Wir sind gläubig geworden, um uns vor dem Feuer zu schützen, lasst uns nicht hineingehen!” Und sie gingen nicht hinein. Als der heilige Prophet das erfuhr, erklärte er: (Wenn sie ihm gehorcht hätten und ins Feuer hineingingen, würden sie in der Hölle ewig bleiben!) Und mit einer anderen Heiligen Hadith wurde geboten: (Gehorcht euren gläubigen Vorgesetzten, wer er auch immer sei, solange er euch rechtmäßig befielt! Gehorcht seinen sündigen Befehlen nicht!)

Nicht gehorchen und widersetzen sind nicht gleich. Man darf diese nicht verwechseln!

[Die bisherigen Erläuterungen aus dem Buch Sijer-i Kebîr sind im folgenden zu verstehen: Falls die Eltern, die Leher und die Regierung etwas sündhaftes verlangen, darf man ihnen nicht widersprechen und sich nicht widersetzen. Man muss versuchen, ihre Forderungen auf solche Weise zu erfüllen, dass man keine Sünde begeht und sich nicht gegen das Gesetz verstoßt. Beispielsweise, wenn die Mutter von ihrem Sohn verlangt, dass er nicht heiraten oder sich von seiner Frau scheiden soll, muss er ihr nicht gehorchen, falls es dem Islam widerspricht. Jedoch muss man die Mutter milde behandeln.

Die Forderungen von ungläubigen Vorgesetzten und von Feinden des Islam muß man mit der Absicht erfüllen, dem Islam zu folgen. Gerätet man dabei in Schwierigkeiten, so muss man auf gesetzlichen Weg handeln.

Beim Nichterfüllen der sündhaften Forderungen der Eltern und des Lehrers, muss man sich entschuldigen und sie mit Milde behandeln. Man muss kein Unheil stiften. Unbefugte Geistliche wie Hassen Bennâ aus Ägypten und dessen Schüler Seyyid Kutb, Anhänger der Irrlehren, rebellierten gegen die Regierung, indem sie auf den heiligen Vers hinwiesen: Glaubenskampf ist gegen Unterdrücker und Grausame. Hassen Bennâ wurde 1368 [1949 n.Chr.] und Seyyid Kutb 1386 [1966 n.Chr.] wegen der Rebellion hingerichtet. Tausende von Jugendlichen, die von diesen getäuscht wurden, wurden Jahre lang im Gefängnis gequält und danach hingerichtet. Die Ichwân-ý müslimân (muslimische Brüder) genannte Jugendtlichen revoltierten gegen die grausame Regierung Ess’ad. Sie verursachten, dass Tausende von Muslimen grausam getötet wurden. Jedoch verbietet unsere Religion, gegen grausame und sogar ungläubige Regierungen zu rebellieren und Unheil zu stiften. Rebellion bzw. Unheilstiften ist kein Glaubenskampf sondern Dummheit und schwere Sünde. Der o.a. heilige Vers, der in der Sure Hadsch (Die Pilgerfahrt) erwähnt wird, weist auf den in Medina neu gegründeten islamischen Staat hin und erlaubt den islamischen Staaten, gegen ungläubige Tyranen Glaubenskampf zu führen. D.h. der Staat führt den Glaubenskampf und nicht der Mensch! Man darf Angriffe und Revolten der Menschen gegen den Staat kein Glaubenskampf nennen! Das bedeutet Räuberei und ist schwere Sünde. Die Gelehrten der Sunna haben verboten, sogar gegen ungläubige ungerechte Regierung zu rebellieren. Unbefugte Geistliche, die Anhänger der Irrlehren sind, glauben Gelehrte zu sein, weil sie die Vorzüge der Gelehrten der Sunna nicht begreifen und den Sinn der islamischen Rechtsbücher und der Koranauslegung nicht erkennen, schaden sie dem Islam und den Muslimen sehr, indem sie die heiligen Verse und Hadithe falsch deuten.]

152 — Verehre deinen Lehrer, der dich deine Religion gelehrt hat. Das Recht des Lehrers ist größer als das Recht der Eltern. Denn die Eltern erziehen ihre Kinder und betreuen und schützen sie vor Verboten und gewöhnen sie daran, anzubeten. Der Lehrer aber lehrt das Kind sowohl das Dies- als auch Jenseits und das Glauben der Anhänger der Sunna, die Gebote und Verbote. Das Recht der Eltern, die ihre Kinder den Glauben und die Religion lehren, ist größer als das Recht des Lehrers.

Ehre deine Lehrer jedesmal, wenn du sie triffst.

153 — Eine heilige Hadith lautet: Die Menschen mögen diejenigen, die ihnen Wohltaten erweisen. Diese Zuneigung beruht auf natürlicher Veranlagung des Menschen. Je mehr Wohltaten erwiesen werden, umso größer wird diese Zuneigung. Deswegen liebt jeder Mensch seine Eltern, seinen Lehrer, seinen Meister, seine Regierung, sein Vaterland und seine Glaubensgenossen sehr. Ein Moslem liebt seinen Religionsführer mehr, weil er ihn den Glauben, die Sittsamkeit, ALLAH, den Erhabenen, den heiligen Propheten, Dies- und Jenseits gelehrt hat. Diese Liebe ist in der menschlichen natürlichen Anlage verankert. Wer diese Zuneigung verliert, gilt nicht als ein Mensch sondern als ein Tier. Der Geliebte fällt einem stets ein. Man sieht oft sein Bild vor dem geistigen Auge. Diesen Zustand nennt man Verbundenheit. Wenn zwischen einem Menschen und seinem Religionsführer diese Verbundenheit besteht, strömt Güte, die er von seinem Religionsführer erworben hatte, von seinem Herzen ins Herz seines Schülers. Diese Güte, die vom Herzen zu Herzen geht, ist ein Glaubeslicht bzw. eine Wirkung, die verursacht, daß der Mensch Taten verrichtet, mit denen ALLAH, der Erhabene, zufrieden ist. Diese Güte strahlt aus dem heiligen Herzen des Propheten aus, geht zu den Herzen der Heiligen und von deren Herzen zu den Herzen derer, die diese Heiligen sehr lieben. Religions- bzw. Naturwissenschaften kann man durch Vernunft erwerben. Das menschliche Gehirn hat mit der Vernunft zu tun. Das Herz dagegen hat mit dem Glauben, der Liebe, mit der Wirkung und der Erinnerung zu tun. Das Herz eines Menschen, der diese Güte erlangt hat, wird zur Quelle der Erkenntnisse, Vermittlungen und Wundertaten. Ein solcher Mensch heißt Heiliger und Religionsführer. Um diese Glückseligkeit zu erreichen, muß man das Glauben der Anhänger der Sunna haben, dem Islam folgen und den Religionsführer lieben. Die Nahrung, die das Lebewesen ernährt und die Güte, die das Herz reinigt, wurden in Ewigkeit Vorbestimmt und verteilt. Um diese zu erlangen, muss man deren Gründe finden und geltend machen und sich darum bemühen. Dem, der Gründe geltend macht, wird es sicher gewährt. Auch schenkt ER es, ohne dass man sich darum bemüht.

Bemerkung: Rezitiere den heiligen Koran für deinen Lehrer nach seinem Tod. Gib den Armen Almosen und bete für ihn. Deren Verdienste erreichen seine Seele. Sie nützen ihm. Die Gefährten des heiligen Propheten sind Lehrer aller Gläubigen. Vergiss auch nicht das Recht derer. Die Gläubigen, die die Ehre gehabt haben, das lichtvolle Gesicht des heiligen Propheten zu sehen, heißen heilige Gefährten. Alle vom den heiligen Gefährten wurden durch die Glaubenslichter, die von Seinem heiligen Herzen herauskamen, ganz gereinigt. Sie erreichten die offenbaren und innerlichen Vollkommenheiten, indem sie Seine Heilige Worte, das Heilmittel für Seelen, mithörten und sich seine schönen Sitten aneigneten und indem sie ihre Anteile von Seinem Wissensozean bekamen und Gelehrte wurden. Sie wurden wertvoller und vorzüglicher als alle Menschen in der Vergangenheit, Gegenward und Zukunft auf der Welt. Sie sind die, die den Islam von dem heiligen Propheten gelernt und die Nachkommenschaft gelehrt haben. Sie haben die Religion ALLAH’s, des Erhabenen, auf der Welt bekanntgemacht. Sie wurden erste Lehrer von allen Gläubigen. Jeder gläubige Mensch soll alle heilige Gefährten lieben und ihr Recht der Lehrtätigkeit annerkennen. Die, die alle der heiligen Gefährten lieben und allen verehren, heißen die Anhänger der Sunna. Die jenigen, die eine Gruppe von ihnen lieben und andere nicht lieben, heißen Schiiten. Die, die alle Gefährten des heiligen Propheten verachten, nennt man Râfisiten. Diese sind auf dem Weg von Abdullah bin Sebe, einem Juden aus Jemen. Sie sind Feinde des Islam.

Die Gelehrten der Sunna weisen darauf hin, dass wir die Gefährten des heiligen Propheten sehr ehren und lieben und beim Erwähnen ihrer Namen “radijallachu anhüm” (Wohlgefallen ALLAH’s, des Erhabenen und Friede sei mit ihnen) aussprechen sollen. Diese Angelegenheiten werden im fünften Band auf Seite 480 des Buches von St. Ibni Âbidîn, in der Erläuterung von Kadý-sâde für das Buch Birgiwî Wasijjetnâmesi (Testament von Birgiwî) und in dem Buch Seadet-i Ebedijje (Weg zum ewigen Glück) erläutert.

Um die Muslime zu täuschen, behaupten die Rafisiten folgendes: (Die Gefähren des Propheten sind erhaben. Mit keinem Wort kann man ihre Erhabenheit außdrücken. Wenn wir “radýjallachu anh (bzw. anhüm) beim Erwähnen ihrer Namen aussprechen, gilt es für sie als Verachtung! Man darf solches nicht aussprechen!) Wür dürfen uns durch die Rafisîten nicht täuschen lassen.

154 — Wenn du Geschwister hast, lehre sie erforderliche Kenntnisse, den Glauben, das Glauben der Anhänger der Sunna, und die Gebote und Verbote ALLAH’s, des Erhabenen. Gib ihnen mit sanften Worten Rat. Benehme dich mitleidig gegen sie und schütze sie vor Schaden. Wenn du ältere Geschwister hast, ehre sie und befolge ihre Befehle.

Besitze für das Wohlgefallen ALLAH’s, des Erhabenen, Glaubensgenossen (Glaubensgenossin, wenn man weiblich ist). Unser heiliger, Prophet hat verkündet: (Wer für das Wohlgefallen ALLAH’s, des Erhabenen, einen Glaubensgenossen besitzt, dem nützt er mehr als seine Eltern und Geschwistern am Tage der Auferstehung. Je mehr man seinen Glaubensgenossen liebt, desto mehr liebt ALLAH, der Erhabene, einen).

[Obwohl ein Muslim, eine nicht nahe Verwandte Muslime als Glausgenossin haben darf, darf er jedoch nicht mit ihr allein sein wie seine Schwester. Im Islam darf ein Mann mit keiner Frau bzw. eine Frau oder ein Mädchen mit keinem Mann befreundet sein.]

VERWANDTE BESUCHEN

155 — Wer seine gläubigen, frommen Verwandten besucht, dem wird so viel Verdienst gewährt, wie für eine siebzigmalige freiwillige Pilgerfahrt. Der herzliche Besuch ist sehr verdienstvoll. Es ist nicht verdienstlich sondern nachteilhaft, Verwandte, die nicht anbeten, sündigen und falsches Glauben besitzen, zu besuchen.

156 — Lehre deine Kinder Sittsamkeit, das Rezitieren des heiligen Korans und erforderliche Kenntnisse! Besuche deine Verwandten und Nachbarn. Wenn du sie nicht besuchen kannst, erkundige dich nach ihrem Befinden, indem du an sie schreibst bzw. anrufst. Triff dicht nicht mit den Frauen, mit denen du dich nicht treffen darfst.

157 — Lass deine Kinder in Lehrjahren die Schule besuchen. Lehre sie zuerst die Dinge, mit denen ALLAH, der Erhabene, zufrieden ist und die, die ALLAH, der Erhobene, gebietet. Strenge dich dafür an, dass sie gute Gläubige sein sollen. Es wird schwer, sie zu erziehen, nachdem sie groß geworden sind. Vergib ihnen und deiner Frau die Fehler. Der heilige Prophet hat bekanntgemacht: (Das vorzüglichste Almosen ist das, was du für die Verpflegung und Bekleidung deiner Kinder und Frau ausgibst).

Behüte deinen Sohn, deine Tochter und deine Frau vor Verboten und Sünden! Morgen behütet ALLAH, der Erhabene aber dich vor der Qual!

Gib deine Tochter nach ihrer verflichteten Studium, ob reich oder arm, jemandem, der den Geboten ALLAH’s, des Erhabenen, gehorcht und dessen Vorfahren bekannt sind, zur Frau! Zwing deinen Schwiegersohn nicht, damit er hohe Aussteuer und Mitgift zahlen soll! Gib deine Tochter keinem alten Mann oder einem, der keine Beziehung zu der Religion hat und erforderliche Kenntnisse nicht weiß, nicht zur Frau!

Bemerkung: Verheirate deine Tochter und deinen Sohn bald, d.h. im heiratsfähigen Alter, dass sie sich, auf diese Weise vor Verboten schützten. In der heutigen Zeit ist es unmöglich, dass sich unverheiratete Jugend vor Verboten schützt. Wenn du deine Kinder vor der Hölle schützen willst, verheirate sie bald! Fürchte dich nicht vor Armut! Auch ihnen gewährt ALLAH, der Erhabene Vermögen. Vertraue nur auf ALLAH, den Erhabenen! Verheirate deinen Sohn nicht mit einer Witwe, sondern mit einem Mädchen. Denn die Liebe von einem ist bei dem, den man zum ersten Mal geliebt hat.

DIE NACHBARSCHAFT

158 — O mein Kind! Erkundige dich nach dem Befinden deines Nachbarn, wenn du ihn triffst. Besuche ihn, wenn er krank ist. Tritt in sein Haus nicht ein, ohne seine Genehmigung zu nehmen. Hilf ihm bei Bedarf, wenn du kannst. Das Recht des Nachbars ist sehr wichtig. Denn der heilige Prophet gab bekannt: (Das Nachbarrecht ist wie das Erbrecht. Wenn dein Nachbar gläubig ist, hat er zwei Rechte bei dir. Das eine ist das Nachbarrecht, das andere das Recht eines Gläubigen!)

159 — Du darfst nicht essen was du hast, während dein Nachbar keine Verpflegung besitzt. Denn er hat ein Recht selbst über deine Verpflegung. Bevor du speist, sollst du bei jeder Mahlzeit daran denken, ob deine Nachbarn Lebensmittel haben!

Muslime, besonders Neuvermählte, müssen ihre Wohnungen in einem Stadtviertel unter den Muslimen suchen, die sunnitisch, fromm und gottesfürchtig sind. Mit einer heiligen Hadith wurde geäußert: Frag nach euren Nachbarn, bevor ihr euer Haus kauft! Wählt eure Begleiter, bevor ihr euch auf den Weg macht! Und eine heilige Hadith besagt: Jeder soll seine Nachbarn achten wie seine Eltern. Das Nachbarrecht beachten heißt, mit ihnen einträchtig zusammenzuleben und sie mit Worten oder Handlugen nicht zu kränken. Höchstens haben vierzig Wohnungen das Nachbarrecht untereinander.

 

                                                                                                     

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