INHALT

GLAUBE UND ISLAM

Ihlâs Stiftung Band – 2

  1-Anfang
  2-Anmerkung
  3-Vorwort
  4-Einleitung
  5-Glaube Und Islam
  6-Die Grundsätze Des Islam
  7-Die Grundsätze Des Glauben
  8-Ein Brief Von Scherefüddin Müniri
  9-Die Wesen Außer Allah, Dem Erhabenen, Waren Nicht Da Und Sie Werden Wieder Nicht Dasein
10-Selefismus
11-Gelehrtheitsstufen nach der islamischen Rechtswinssenschaft bzw. der Rechtsgelehrten
12-Gattungen der islamischen Gelehrten
13-Islamische Bezeichnungen für bestimmte Grußgebete bzw. rituelle Wünsche und Verehrungsäusserungen
14-Glossar
15-Hadis-i Scherif

 
GLAUBE
UND
ISLAM

von
St. MEWLÂNÂ HÂLÝD-Ý BAÐDÂDÎ

Einem der größten Heiligen, Schatz der Weisheiten
ALLAHs, des Erhabenen, einem der
vorzüglichsten Menschen, Besitzer
hervorragenden Wissens, Licht
des Rechts, der Wahrheit
und der Religion.

7. Auflage

Verlag:

HAKÎKAT KÝTÂBEVÝ
Darüþþefeka Cad. No: 53 P.K. 35
34262-Fatih-ÝSTANBUL/TURKEI
http://www.hakikatkitabevi.com
e-mail: bilgi@hakikatkitabevi.com
Tel: (90-212) 532 58 43-524 36 21-523 45 56
Fax: (90-212) 525 59 79
1998

 

E’üsü billâchi mineschschejtânirradschim,[1]
Bismillachirrachmanirrachim.[2]

Der heilige Prophet, Friede sei mit Ihm, teilte mit: “Wenn Zwietracht unter meiner Gemeinschaft verbreitet ist, erwirbt jeder, der die Vorschrift meiner Sunna einhält, den Verdienst von hundert Märtyrern.” Gelehrte, die einer der vier Rechtschulen angehören, werden (Gelehrte der Sunna) genannt. Der Führer der Gelehrten der Sunna ist Imam-› a’sam Ebu Hanife. Diese Gelehrten haben niedergeschrieben, was sie von den Gefährten des heiligen Propheten gelernt haben. Die Gefährten des heiligen Propheten lehrten sie, was sie von dem heiligen Propheten gelernt hatten.

Heute gibt es auf der Welt drei verschiedene Gruppen von Menschen:

1– Die Ungläubigen. Sie bekennen sich nicht zum Islam, so wie auch die Juden und Christen.

2– Die Muslimen, die Anhänger der Sunna sind. In jedem Land gibt es diese Muslimen und sie verbreiten sich ständig.

3– Die Heuchler. Sie behaupten Muslimen zu sein, doch entspricht ihr Glaube und ihre Anbetungen nicht der Sunna. Sie sind keine wahren Muslimen, so wie auch die Schiiten und die Wahhabiten.
___________________

[1] Ich nehme Zuflucht zu ALLAH, dem Erhabenen vor dem Satan, der SEINE Gnade verlor und im Dies- und Jenseits zu Grunde ging, indem er den Zorn des Himmels auf sich geladen hatte.

[2] Im Namen ALLAHs, des Erbarmers, des Allbarmherzigen.

 

 

Der Verfasser dieses Buches, St. Mewlânâ Halid, wurde im Jahre 1192 nach der Hedschra, der heiligen Auswanderung, in der Stadt Sur im Norden von Bagdad geboren. Er starb im Jahre 1242 [1826 n. Chr.] in Damaskus. Man nannte ihn Osmanî, da er von der Familie von St. Osman-ý Sinnurejn, dem dritten Kalifen, stammte. Während er seinen Bruder, St. Mewlânâ Mahmud Sahîb, Hadith Gabriel im Buch ‘Hadîs-i Erbain’ (Vierzig Hadithe) von dem Gelehrten Imam-ý Newewî lehrte, bat ihn St. Mewlânâ Sahib, dass er diese heilige Hadith erklären und schreiben sollte. Um das lichtvolle Herz seines Bruders zufriedenzustellen, erfüllte St. Mewlânâ Halid diese Bitte. Erklärend schrieb er diese heilige Hadith in persisch und nannte diese Erklärung Itikadnâme (das Buch des Glaubens). Die türkische Übersetzung, deren Name Herkese Lâzým Olan Ýmân ist, ist 1969 ins englische namens Belief and Islam, ins Deutsche namens Glaube und Islam und ins französische Foi et Islam und später in verschiedene Sprachen wie tamil, yoruba, hawsa, malayalam und dänisch übersetzt und erweitert worden. ALLAH, der Erhabene möge der reinen Jugend das Glück im Dies- und Jenseits schenken, indem sie dieses Buch lesen und das richtige Glauben lernen, wie es von den Gelehrten der Sunna mitgeteilt worden ist! Amen.

Ihlâs Stiftung

Satz und Druck:
Ýhlâs Matbaacýlýk Gazetecilik Yayýncýlýk
Sanayi ve Ticâret A.Þ. ÝSTANBUL Tel: 0.212.637 13 40

 

Die religiösen Ausdrücke in diesem Buch sind in der deutschen Sprache angegeben. Um den Lesern zu ermöglichen, islamische Bezeichnungen zu lernen, ist ein Glossar als Anhang dargestellt. Es würde geschätzt, bei religiösen Ausdrücken im Glossar nachzuschlagen. Die islamischen Bezeichnungen, wofür es keine deutsche Ausdrücke gibt, sind als Original verwendet, und im Text oder im Glossar erklärt worden. Es ist zu empfehlen, bei islamischen Bezeichnungen den Buchstabe S mit dem Zeichen (-) als stimmloses “s” (z.B. Souvenir; Salât), die Vokalen mit dem Zeichen (^) lang (z.B.: Mewlânâ), die Doppelkonsonanten einzeln (z.B.: Muhammed: Muham-med) den Buchstabe “h” in der Wortmitte und am Ende wie zum Anfang (z.B.: ALLAH) auszusprechen. Den Buchstabe “ý” gibt es nicht im deutschen Alphabet. Er sollte wie der zweite Vokal im englischen Wort “mirror” ausgesprochen werden; z.B. Ýmam-ý Asam Ebu Hanife.

Neben dem Glossar wird auf die islamischen Wissenschaften, die Gelehrtheitsstufen, Gattungen der islamischen Gelehrten und die Grußgebete bzw. die rituellen Wünsche und Verehrungsäußerungen hingewiesen.

Alle Muslime verrichten ihre Gebete nur in der koranischen Sprache, dürfen aber gleich nach dem Gebetsverrichten ihre Bittgebete in ihren Muttersprachen ausdrücken.

Es würde geschätzt, dieses Buch in Original, oder in irgendeiner Fremdsprache übersetzt, zu reproduzieren. Wir wären immer dankbar, wenn man solch eine gute Tat vollbringen würde. Mögen diese Wohltäter im Dies-und Jenseits glücklich werden! Es wird gebeten, beim Druck möglichst auf beste Papierqualität zu achten und eventuelle Druckfehler besonders bei islamischen Ausdrücken zu vermeiden.

ANMERKUNG: Die Missionare bemühen sich um das Christentum zu verbreiten, die Juden verbreiten die falschen Worte der Rabbiner, der Hakikat Verlag, in Istanbul, bemüht sich um den Islam zu verbreiten und der Eifer der Freimauerer ist es, die Religionen zu vernichten. Diejenigen, die Verstand und Wissen besitzen und gerecht sind, werden erkennen welche von diesen der Wahrheit entspricht und sich für ihre Verbreitung einsetzen. Somit werden sie zum Anlass des Glückes aller Menschen. Dies ist der wertvollste und nützlichste Dienst für die Menschheit.

 

VORWORT

Bismillachirrachmanirrachim[Im Namen ALLAHs, des Erbarmers, des Allbarmherzigen.]

Im Namen ALLAHs, des Erhabenen, beginnen wir, das Buch “Glaube und Islam“ zu schreiben. ALLAH, der Allmächtige hat Mitleid mit allen Menschen in der Welt. ER erschafft nüztliche Dinge und gewährt sie allen. ER weist auf den Weg zum ewigen Glück hin. Im Jenseits wird ER den Gläubigen, die in die Hölle gehen müssen, vergeben und sie ins Paradies führen. ER ist der einzige Schöpfer, der alle Wesen erschuf und erschafft, im Dasein erhält und vor Ängsten und Entsetzen schützt. Indem wir Zuflucht zum Namen ALLAHs, des Allmächtigen nehmen, beginnen wir dieses Buch zu schreiben.

ALLAH, dem Erhabenen, sei Dank! Friede sei mit SEINEM geliebten Propheten! Friede und Segen ALLAHs, des Erhabenen sei auch mit den reinen Familienangehörigen und den überaus gerechten Gefährten des heiligen Propheten.

Tausende von wertvollen Büchern, die vom Glauben, von den Geboten und Verboten des Islam berichten, sind geschrieben und die meisten in Fremdsprachen übersetzt und weltweit verbreitet worden. Doch versuchen manche Leute mit falschen Gedanken und Kurzsichtigkeit die nützlichen, weisen und einleuchtenden Prinzipien des Islam anzugreifen, sie zu verfälschen, zu beflecken und die Gläubigen zu täuschen.

Mit Dankbarkeit sehen wir, dass die Geistlichen fast überall auf der Welt diesen Weg für richtig erklären und verteidigen. Obwohl manche, die keine Bücher der Gelehrten (der Anhänger) der Sunna gelesen oder nicht begriffen haben, unrecht sprechen und unrecht schreiben, indem sie aus dem heiligen Koran und den heiligen Hadithen falsche Sinne herleiteten, schmelzen aber diese falschen Worte und Schriften gegenüber dem festen Glauben der Muslime und werden nichts weiter als Zeugen, die die mangelnde Bildung ihrer Sprecher und Verfasser darlegen.

Es versteht sich, dass jemand Muslim ist, der sich als Muslim vorstellt, oder beim Gebetsverrichten mit der Gemeinschaft gesehen wird. Wenn aber nachher etwas in seinen Worten, Schriften oder bei seinem Verhalten festgestellt wird, was mit den Glaubenskenntnissen der Gelehrten der Sunna nicht übereinstimmt, sollte ihm erklärt werden, dass es Un- oder Irrglauben ist. Man sollte ihm empfehlen, darauf zu verzichten. Wenn er nicht darauf verzichtet und mit eigenen oder anderen Gedanken diesen Irr oder Unglauben verteidigt, so versteht man, dass er ein Verirrter oder Ungläubiger ist. Selbst wenn er Gebete verrichtet, Pilgerfahrt und jede andere Anbetung ausführt und jede Wohltat erweist, darf er kein Muslim sein, solange er dem nicht abschwört. Alle Muslime müssen genau wissen, was den Unglauben verursacht, um sich vor dem Unglauben zu schützen. Sie müssen Ungläubige und angebliche Gläubige gut kennenlernen und sich vor ihren Schaden hüten!

Der heilige Prophet, unser Herr, Friede sei mit ihm, hat berichtet, dass man den Sinn des heiligen Korans und der heiligen Hadithe mißverstehen würde und auf diese Weise zweiundsiebzig Irrlehren entstehen würden. Die Bücher “Berîka” (Der Funken) und “Hadîka” (Der Garten) haben diese heilige Hadith aus den Büchern “Bucharî” und “Muslim” genommen und erklärt. Man soll nicht an die Bücher und Konferenzen solcher Verfechter der Irrlehren, angeblicher großer islamischer Gelehrter glauben und äußerst wach sein, um nicht in die Falle dieser Diebe der Religion und des Glaubens zu fallen. Außer diesen heimtückischen Feinden versuchen einerseits die Kommunisten und Freimaurer, andererseits die christlichen Missionare und judischen Zionisten, durch neue Methoden die Kinder der Muslime zu täuschen. Durch erfundene Schriften, Filme, Theaterstücke und Sendungen versuchen sie den Islam und den Glauben zu vernichten. Dafür geben sie Milionen aus. Die islamischen Gelehrten, Friede sei mit ihnen, haben ihnen die nötigen Antworten gegeben und von der einzigen Religion ALLAHs, des Allbarmherzigen, dem Weg zur Befreiung und zum ewigen Glück berichtet.

Unter diesen haben wir das Buch “Ýtikâdnâme” (Das Buch des Glaubens) von St. Mewlânâ Hâlid-i Baðdâdi, einem großen islamischen Gelehrten, Friede sei mit ihm, ausgewählt. Dieses Buch wurde von dem Gelehrten Hadschi Fejsullach Effendi ins türkische übersetzt, “Feraid-ül fewaid” (Nützliche Perle) genannt und 1312 (n. Hed.) in Ägypten gedruckt. Die Übersetzung haben wir auf verständlicher Weise vereinfacht und Glaube und Islam genannt. Unsere Erklärungen haben wir in eckigen Klammern [ ] gesetzt. ALLAH, dem Erhabenen sei Dank, dass wir es veröffentlichen konnten. Das persische Original ist in der Bibliothek der Istanbuler Universität im Teil Ýbnül Emîn Machmud Kemal Bej mit der Nr. F.2639 namens Ýtikâdnâme aufbewahrt.

Im Buch Dürr-ül-muchtar (Ausgewählte Perle) steht: “Wenn ein vermähltes gläubiges Mädchen heranreift und nicht weiß, was der Islam ist, wird dessen Trauung ungültig [d.h. es wird glaubensabtrünnig]. Man sollte ihr die Eigenschaften ALLAHs, des Erhabenen, lehren. Es sollte diese wiederholen und bestätigen. Der Gelehrte Ibni Âbidin erklärt darüber folgendes: “Wenn ein Mädchen klein ist, gehört es zu dem Glauben seiner Eltern. Wenn es aber heiratsfähig wird, gilt diese Zusammengehörigkeit nicht mehr. Wenn es heiratsfähig wird und den Islam nicht weiß, wird es glaubensabtrünnig. Solange es die sechs Grundsätze des Glauben nicht lernt und nicht daran glaubt, darf es nicht gläubig sein. Außerdem soll es auch daran glauben, dass es nötig ist, dem Islam zu gehorchen. Ohne diese Bedingungen darf es keine Muslime sein, selbst wenn es das Einheitsbekenntnis “La ilâche illallach Muchammedün resûlullach” ausspricht. Es soll die sechs Grundsätze des Glauben und die Gebote und Verbote ALLAHs, des Erhabenen, lernen und bestätigen. Aus den Worten des Gelehrten, Ibn Âbidin, versteht sich, dass ein ungläubiger Mensch der das Glaubensbekenntnis ausspricht, sofort gläubig wird. Nachher soll er die sechs Grundsätze des Glauben im Glaubensgebet auswendig lernen: “Amentü billâchi we Melâiketichi we Kütübichi we Ressulichi wel Jewmil-âchiri we bil kaderi hajrichi we scherrichi minallachi teâlâ wel ba’süba’delmewti hakkun, eschhedü en lâilâche illallach we eschhedü enne Muchammeden abdühü ve rassulüchü” und deren Bedeutung gut wissen: “Ich glaube an ALLAH, den Erhabenen und an SEINE Engel, an SEINE heiligen Bücher und an SEINE Propheten, an die Auferstehung nach dem Tod und an den Tag des Jüngsten Gerichts, an das Schicksal und daran, dass Gutes und Böses von ALLAH, dem Erhabenen bestimmt werden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer ALLAH, dem Erhabenen, gibt und die verehrte Person namens Muhammed SEIN Diener und Prophet ist.“ Es ist genau so bei den Knaben. Wenn ein Knabe heiratsfähig wird, muß er diese sechs Grundsätze lernen und bestätigen, um ein Muslim zu sein. In diesem Buch “Glaube und Islam” werden ausführliche Kenntnisse über diese sechs Grundsätze gegeben. Es empfiehlt sich den Muslimen, dieses Buch gründlich zu lesen und eifrig zu versuchen, dass es von ihren Kindern, Verwandten und Bekannten gelesen wird.

Während wir betreffende heilige Verse deuten, geben wir deren sinngemäße Übersetzungen, wie es die Gelehrten der Koranauslegung mitgeteilt haben, bekannt. Denn, die Bedeutungen der heiligen Verse hat nur der heilige Prophet, Friede sei mit Ihm, verstanden und Seinen Gefährten (mit heiligen Erklärungen, d.h. Hadithen) erläutert, Friede sei mit ihnen. Die Gelehrten der Koranauslegung haben diese heiligen Hadithe von dem Erfundenen der Heuchler, der Verirrten und der Atheisten unterschieden und falls sie die benötigten heiligen Hadithe nicht finden konnten, haben sie betreffende heilige Verse nach der Wissenschaft der Koranauslegung gedeutet. Die Deutungen derer, die keine Ahnung von der Wissenschaft der Koranauslegung haben und unwissend in religiöser Hinsicht sind, darf man nicht als Koranauslegung betrachten. Deswegen wurde mit der heiligen Hadith berichtet: “Wer den heiligen Koran nach seiner eigenen Meinung deutet, der wird ungläubig.“

ALLAH, der Erhabene, möge uns alle auf dem richtigen Weg, den die Gelehrten der Sunna berichtet haben, halten! Und ER möge uns vor den vergoldeten, heimtückischen Lügen der Heuchler und Anhänger der Irrlehren, die angebliche große islamische Gelehrte genannt werden, behüten! Amen.

Stiftung Ihlâs

1998                                 1376                                      1419
        n. Chr.                              n. Hed.                         Mondjahr n.Hed

 

EINLEITUNG

Bevor St. Mewlânâ Hâlid begann, sein Buch zu schreiben, schmückte er es mit dem siebzehnten Brief des dritten Bandes des Buches Mektubât (Briefe) von dem absoluten Religions-gelehrten St. Imâm-ý Rabbânî Ahmed el-Fârûkî[St. Imâm-ý Rabbânî, gest. 1034 (1624 n.Chr.).] es-Sirhindî, Friede sei mit ihm, und hoffte Segen daraus.

In Namen ALLAHs, des Erhabenen, fange ich an, meinen Brief zu schreiben. Lob und Preis sei ALLAH, dem Erhabenen, der uns Gaben aller Art gewährt und als größte Gabe uns im Islam und in der Gemeinschaft des heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, erschaffen hat.

Man sollte es ausführlich durchdenken und begreifen, dass allein es ALLAH, der Erhabene ist, der den Menschen alle Gaben schenkt. ER ist es allein, der alles erschuf und erschafft. ER ist der einzige Gott, der alle Wesen jeden Moment im Dasein erhält. Die vorzüglichen und guten Eigenschaften der Menschen sind SEINE Gnade. Unser Leben, Wissen, Hören, Sprechen und unsere Macht sind SEINE Gaben. ER ist es, der unzählige Gaben schenkt. ER ist es allein, der die Menschen von den Schwierigkeiten und Qualen befreit, Gebete erhört und Kummer und Unglück beseitigt. ER ist es, der Nahrung erschaft und gewährt. ER ist so gnädig, dass ER auch den Sündigen Nahrung zuteilt. ER stellt die Sündigen nicht bloß, so dass sie nicht in Schande dastehen. ER ist so barmherzig, dass ER nicht eilt, die Sündigen zu bestrafen. ER schenkt die Gaben sowohl denen, die IHN lieben, als auch denen, die IHN nicht lieben. ER gewährt sie allen. Als die größte SEINER Gaben zeigt ER den richtigen Weg zur Befreiung und zum ewigen Glück. ER möchte, dass wir nicht vom Rechten abirren und ins Paradies kommen.Um SEINE Liebe und unendlichen Gaben im Jenseits und SEIN Wohlgefallen erlangen zu dürfen, müssen wir SEINEM geliebten Propheten folgen, wie ER gebietet. Die Gaben ALLAHs, des Erhabenen sind augenscheinlich wie die Sonne. Die Gaben anderer kommen auch von IHM. ER ist es, der sie vermittelt und den anderen die Macht und den Wunsch zur Wohltat gegeben hat. Daher ist es ER allein, der alle Gaben sendet. Irgendwen außer IHN um etwas bitten, gleicht einen Armen um Almosen zu bitten. Sowohl Ungebildete als auch Gelehrte, sowohl Dumme als auch Intelligente wissen, dass diese Worte richtig sind. Denn all dies ist offenkundig und bedarf keines Nachdenkens.

Man dankt dem, der einem Gutes tut, und verehrt ihn. Deswegen müssen alle Menschen für die Gunst ALLAHs, des Allmächtigen, dankbar sein. Es ist eine menschliche Aufgabe, ALLAH, dem Erhabenen, für SEINE Gaben zu danken. Es ist eine Aufgabe, eine Verpflichtung die die Vernunft fordert. Aber es ist nicht leicht, ALLAH, dem Erhabenen zu danken. Denn Menschen sind machtlose, bedürftige, fehlerhafte und sterbliche Geschöpfe. ALLAH, der Allmächtige dagegen ist frei von allen Fehlern und ewig. ER besitzt alle Erhabenheit. Darum gibt es keine Ähnlichkeit zwischen ALLAH, dem Erhabenen und den Menschen. Können solche niedrigen Diener ALLAH, dem Allmächtigen würdig danken? Es gibt viele Dinge, die den Menschen gefallen, die jedoch schlecht sind und die ALLAH, der Erhabene nicht mag. Dinge, die wir als Ausdruck von Dankbarkeit und Verehrung kennen, können gemeine und unerwünschte Dinge sein. Die Menschen können zufolge ihrer fehlhaften Vernunft nicht die richtige Art der Verehrung und Dankbezeigung gegen ALLAH, den Erhabenen finden. Solange diese Art nicht von ALLAH, dem Allmächtigen, bezeichnet wird, können Dinge, die wir als gut vermuten, in Wirklichkeit häßlich und böse sein.

Deswegen sandte uns ALLAH, der Erhabene, durch SEINEN Propheten die Verpflichtung des Dienerseins und der Dankbarkeitshandlungen, die der Mensch gläubig mit seinem Herzen, seinen Worten und mit seinem Körper verrichten soll. Die Aufgaben der Diener, die ALLAH, der Erhabene, bezeichnet und gebietet, heißen Islam. Um ALLAH, dem Erhabenen, danken zu können, muß man dem Islam gehorchen, der von dem heiligen Propheten verkündet worden ist. Nur die im Islam genannten Dankbarkeitshandlungen sind gut und werden von ALLAH, dem Erhabenen, anerkannt. Alles was im Islam nicht positiv genannt wurde, mag ALLAH, der Erhabene, nicht und an kennt es nicht an. Denn es gibt viele Dinge, die den Menschen gefallen, während der Islam sie als schlecht bezeichnet.

Also, wer vernünftig ist, soll dem heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, folgen, um ALLAH, dem Erhabenen, zu danken. Die Dankbarkeitsbezeigung, die dem Islam entspricht, heißt Anbetung.

Die islamischen Wissenschaften teilen sich in Religionswissenschaften und Naturwissenschaften.

Die Religionswissenschaften bestehten aus zwei Teilen:

1. Der Glaube, den man aus Herzen bestätigen muß. Solche Kenntnisse werden die Glaubenskenntnisse genannt.

2. Die Anbetung, die körperlich und geistig erfolgen soll. Die Kenntnisse nennt man die Kenntnisse der Anbetung bzw. Handlung oder das Religionsgesetz.

[Die islamischen Wissenschaften sind die Kenntnisse, die die Bücher der Gelehrten der Sunna enthalten. Wer nicht daran glaubt, was die Gelehrten der Sunna aus den offenbaren heiligen Versen und Hadithen erklärt haben, der wird ungläubig, selbst wenn er nur eine davon leugnet. Wenn er verschweigt, dass er nicht daran glaubt, wird er ein Heuchler. Wenn er es sowohl verschweigt, als auch sich als Muslim vorstellt und versucht Muslime zu täuschen, wird er Ketzer genannt. Wer offenbare heilige Verse und Hadithe unbewußt falsch deutet und so glaubt, der wird auch ungläubig und Häretiker genannt. Wer aber verborgene heilige Verse falsch deutet und so glaubt, wird kein Ungläubiger, aber ein Verirrter. Die Verirrten werden in die Hölle kommen, weil sie vom Weg der Anhänger der Sunna abgewichen sind. Sie werden aber in der Hölle nicht ewig bleiben, sondern nachher aus der Hölle befreit und ins Paradies geführt werden. Diese Verirrten werden als Anhänger der Irrlehren bzw. falscher Sekten bezeichnet. Es gibt zweiundsiebzig Irrlehren, falsche Sekten. Keine der Anbetungen, die sie oder die Häretiker verrichten, ist gültig auch werden ihre Dienste und Wohltaten für die Menscheit, ihnen im Jenseits keinen Nutzen bringen. Die Muslime, die richtig glauben, werden Anhänger der Sunna oder Sunniten genannt. Die Sunniten teilen sich hinsichtlich der Anbetung bzw. Handlung in vier Rechtsschulen. Die Muslime, die sich in diesen vier Rechtsschulen befinden, lieben einander und wissen gegenseitig, dass sie Anhänger der Sunna sind. Wer nicht in einer der vier Rechtsschulen ist, darf kein Anhänger der Sunna sein. Daß einer, der kein Sunnit ist, entweder Ungläubiger oder Verirrter ist, wird in den Briefen von St. Imâm-ý Rabbânî, besonders in seinem 286. Brief der ersten Bandes und in den arabischen Büchern Dürr-ül-muchtar (Ausgewählte Perle), in dessen Erläuterung von Tachtawî, und El-bessâir li-münkîr-it-tewessül-i bi-echl-il-mekâbir (Es ist nicht zu leugnen, dass die Vermittlung wahr ist.) begründet. Beide Bücher sind in arabischer Sprache veröffentlicht worden. Die Erläuterung wurde 1395 (1975 n.Chr) in Indien und später auch in Istanbul gedruckt.

Denjenigen, die nach einer von vier Rechtsschulen ihre Anbetungen verrichten, aber sündig sind, vergibt ALLAH, der Erhabene, und führt sie nicht in die Hölle. Oder ER quält sie ihren Sünden gemäß, doch ER wird sie letzlich von der Qual befreien. Diejenigen, die an die selbst von Laien bewußten religiösen Kenntnissen nicht glauben, werden in der Hölle ewig gequält werden. Diese nennt man Ungläubige.

Die Ungläubigen teilen sich in zwei Gruppen: Heiden und ungläubige Schriftbesitzer. Wer aus dem Islam austritt, wird glaubensabtrünnig oder Glaubensabtrünniger genannt. Der Schriftgelehrte Ibni Âbidîn, Friede sei mit ihm, erklärt im Zusammenhang mit der unerlaubten Ehe aufgrund des Unglaubens: “Alle Glaubensabtrünnigen, Häretiker, Ketzer, Feueranbeter, alte griechische Philosophen, Heuchler, Extreme von den zweiundsiebzig falschen Sekten, [Brahmanen, Buddisten], Batiniten, Ibachiten und Dürsiten genannte Glaubensabtrünnige sind Heiden.“

So sind auch die Kommunisten und Freimaurer. Die Juden und die Christen, die an die veränderten himmlischen Bücher, die heilige Thora und das heilige Evangelium, glauben, sind ungläubige Schriftbesitzer.

Wenn ein Ungläubiger, ein Heide oder Schriftbesitzer gläubig wird, darf er sich von der Hölle befreien. Er wird ein reiner Muslim vorausgesetzt, dass er ein Sunnit ist. Um sunnitisch zu sein, soll man ein Religionsbuch von einem der Gelehrten der Sunna lesen und den richtigen Glauben besitzen und demnach handeln. Ob einer Muslim ist, versteht sich von seinen Worten und Handlungen, die er ohne Zwang ausgesprochen und verrichtet hat. Man kann erkennen, ob jemand, der in den letzten Zügen seines Lebens liegt, gläubig ist. Die Muslime, die schwere Sünden begangen haben, werden bestimmt vergeben, wenn sie ihre Sünden bereuen. So werden sie sündenlos. Bereuen heißt sich geloben. Was Gelöbnis ist und wie man sich gelobt, steht in den Religionsbüchern und in dem Buch Seadet-i Ebedijje (Der Weg zum ewigen Glück; Englische Übersetzung: Endless Bliss) ausführlich.]

 

GLAUBE UND ISLAM

In diesem Buch Ý’tikâdnâme (Das Buch des Glaubens) wird eine heilige Hadith, eine Mitteilung des heiligen Propheten über den Glauben und dem Islam erklärt. Ich hoffe, dass mit der Gnade dieser heiligen Hadith der Glaube der Gläubigen vervollständigt wird, so dass sie das ewige Glück erlangen. Auf diese Weise hoffe ich, dass sich der sündige Hâlid befreien und dass ALLAH, der Erhabene, der nichts benötigt, gnädig und barmherzig ist, dem sündigen Hâlid seine nutzlosen Worte vergeben wird. ER möge uns vor den Bosheiten des lügnerischen und betrügerischen Satans und (uns vor den Lügen und falschen Worten der Feinde des Islam täuschen zu lassen), schützen. Denn ER ist es allein, der allbarmherzig und am allergrößten ist.

Die Gelehrten des Islam haben mitgeteilt, dass jeder heiratsfähige und vernünftige Moslem die unveränderlichen und persönlichen Eigenschaften ALLAHs, des Erhabenen, richtig wissen und daran glauben muß, wie der Islam sie berichtet. Das ist die erste Verpflichtung für alle. Es ist eine schwere Sünde, es nicht zu wissen. Hâlid-i Baðdadî, Sohn Ahmeds, schreibt dieses Büchlein nicht, damit er stolz darauf sein kann und auch nicht deshalb, weil er berühmt sein will. Er schreibt, um den Menschen dienen zu können. ALLAH, der Allmächtige möge Hâlid[St. Mewlânâ Hâlid-i Baðdadî, gest. 1242 (1826 n. Chr.) in Damaskus.], der keine Fähigkeit besitzt, durch die heilige Seele des heiligen Propheten helfen! Amen!

[Die persönlichen Eigenschaften ALLAHs, des Erhabenen, sind sechs: unendliches Wesen, Existenz ohne Anfang, Existenz ohne Ende, Einigkeit, Unähnlichkeit und Selbständigkeit. ALLAH, der Erhabene, ist das höchste Wesen. SEIN Wesen ist unendlich. SEINE Existenz ist ewig und hat keinen Anfang und kein Ende. ER ist einig und ohne Gleichen. ER ist selbstständig und benötigt nichts ,um ewig zu sein. Die Geschöpfe haben keine von diesen sechs Eigenschaften. Diese Eigenschaften gleichen auf keinen Fall den Eigenschaften der Geschöpfe. Manche Gelehrte sind der Ansicht, dass die Eigenschaften “Einigkeit“ und “Unähnlichkeit“ gleich sind. Aus diesem Grund zählen sie die persönliche Eigenschaften ALLAHs, des Erhabenen, als fünf.]

Alles außer ALLAH, dem Erhabenen, heißt Weltall. Das Weltall war nicht da. ALLAH, der Allmächtige, erschuf es. Alle Welten sind erschaffen worden. Wie alle Welten erschaffen worden sind, können sie wieder nicht dasein. Die Hadith des heiligen Propheten lautet: “Nichts war da außer ALLAH, dem Erhabenen.”

Der zweite Beweis, dass das Weltall erschaffen wurde, sind die ununterbrochenen Veränderungen. Alles ändert sich. Was dagegen ewig ist, ändert sich nie. Ewig ist ALLAH, der Erhabene, und ewig sind SEINE Eigenschaften. Diese verändern sich niemals. [Bei physikalischen Vorgängen verändert sich der Zustand der Materie. Bei chemischen Vorgängen dagegen verändert sich die Substanz der Materie. Wir sehen, dass Gegenstände vernichtet werden, aus denen dann andere zustande kommen. Heute ist bekannt, dass Materie bei Atomveränderungen und Kernreaktionen vernichtet wird. Sie verwandelt sich in Energie.] Die Veränderungen und Umwandlungen im Weltall können nicht ohne Anfang sein. Sie können nicht aus dem Nichts zustande kommen. All diese müssen einen Anfang haben, nämlich aus Urmaterien, Elementen zustande kommen, die aus dem Nichts erschaffen worden sind. Die Veränderungen im Weltall zeigen, dass das Weltall erschaffen wurde.

Daß das Weltall erschaffen worden ist, weist darauf hin, dass es nicht da war und aus dem Nichts erschaffen wurde.

[Wüdschûd heißt Wesen. Es gibt drei Arten des Wüdschud: Das erste ist Wâdschib-ul-wüdschûd (Das unentbehrliche Wesen). Das bedeutet das Wesen, das immer da sein muß. Es ist ewig da. Vor und nach der Ewigkeit kann es nicht fehlen. ALLAH, der Erhabene, allein ist Wâdschib-ül-wüdschûd. Das zweite ist Mümteni-ul-wüdschûd (Das angebliche Wesen. Es bedeutet das Wesen, das nicht existieren kann. Das wäre ein zweiter Gott, den es wahrhaftig nicht gibt. Das dritte ist Mümkin-ül-wüdschûd (Das mögliche Wesen). Es ist das Wesen, das sowohl dasein, als auch nicht dasein kann. Das sind alle Welten und Geschöpfe. Das Gegenteil vom Dasein ist Nichtdasein oder das Nichts. Alles war nicht da, bevor es erschaffen worden ist.]

Wenn das Wâdschib-ül-wüdschud, der Allerschaffer, nicht da wäre, könnte nichts vorhanden sein. [Denn, dass etwas aus dem Nichts zustande kommt, ist eine Veränderung nähmlich ein Vorfall. Nach dem physischem Gesetz aber, muß man auf einen Gegenstand eine äußerliche Kraft wirken lassen, damit ein Vorfall passieren kann und ferner soll diese Kraft früher als die wirkende Ursache vorhanden sein.] Darum kann das Geschöpf nicht von selbst zustande kommen und nicht von selbst im Dasein bleiben. Wenn auf einen Gegenstand keine Kraft gewirkt hätte, wäre er nicht zustande gekommen und immer im Nichtdasein geblieben. Denn das Mümkin-ul-wüdschûd (Geschöpf) kann nichts erschaffen. Das Wesen, das die anderen erschaffen kann, muß Wâdschib-ul-wüdschûd (Der Schöpfer) sein. Alle Wesen, die erschaffen worden sind, bilden die Welten, das Weltall. All diese sind nachher erschaffen worden. Das einzige Wesen, das von keinem anderen erschaffen worden und Der Schöpfer ist, ist Wâdschib-ul-wudschûd. ER ist ewig. Der Schöpfer ist das Wesen, das nicht erschaffen worden ist. Es wurde nicht erschaffen. Wenn es nicht so gewesen wäre, würde es nicht ewig sein und damit würde man in Widerspruch geraten. Huda heißt im Persischen das Wesen, das nicht erschaffen worden und ewig da ist. [Auf der 87. Seite unseres Buches wird eingehender über dieses Thema berichtet.]

Wir sehen, dass das Weltall sich in einer erstaunlichen Ordnung befindet. Die Technik entdeckt jedes Jahr neue Systeme. Der Schöpfer, der diese Ordnung erschaffen hat, muß unsterblich, allwissend, allmächtig, allhörend, allsehend, sprechend, willkürlich und schöpferisch sein. Denn Sterblichkeit, Unwissenheit, Machtlosigkeit, Taubheit, Blindheit, Stummheit, Unwillkürlichkeit und Unschöpferischsein sind Mängel. Es ist unmöglich, dass Der Schöpfer, der das Weltall in einer ausgezeichneten Ordnung erschaffen hat und es vor Vernichtung schützt, fehlbare Eigenschaften besitzt. Wie könnte Er Geschöpfe mit vollkommenen Eigenschaften erschaffen, wenn ER diese nicht selbst hätte? In diesem Fall würden Geschöpfe vorzüglicher als der Schöpfer sein! Es ist offenbar, dass es nicht so ist.

[Alle Wesen, von den Atomen bis zu den Sternen, sind genauen Berechnungen und den Gesetzen gemäß erschaffen worden. Die Ordnung, die durch die Physik, Chemie, Astronomie und Biologie entdeckt worden ist, ist wunderbar. Selbst Darwin mußte gestehen, als er an das Sehvermögen der Augen dachte: “Es geht über meinen Verstand!” Kann der Allmächtige, der alle Gesetze und die genauen Berechnungen, die man in den Naturwissenschaften studiert, erschaffen hat, fehlbare Eigenschaften besitzen?]

Der Schöpfer muß alle vollkommenen, kann aber keine fehlbaren Eigenschaften haben. Denn, wer fehlbar und mangelhaft ist, kann kein Hudâ (Der Schöpfer) sein.

Außer diesen vernünftigen Beweisen berichten die heiligen Verse und Hadithe, dass ALLAH, der Erhabene, vollkommene Eigenschaften besitzt. Daran soll man glauben. Wer nicht daran glaubt, ist ungläubig. Die obenerwähnten acht Eigenschaften nennt man ständige Eigenschaften. ALLAH, der Erhabene besitzt alle vollkommenen Eigenschaften. Es gibt keine Fehler und keine Irrtümer bei SEINER Persönlichkeit, SEINEN Eigenschaften und bei SEINEM Tun.

 

DIE GRUNDSÄTZE DES ISLAM

Mit der Gnade ALLAHs, des Allmächtigen, der alle Welten jeden Moment im Dasein erhält, allgütig und ewig ist, fangen wir an, die heilige Mitteilung, Hadith unseres heiligen Propheten, Friede sei mit ihm, zu erklären.

St. ’Omar Ibn-ul Hattâb, Friede sei mit ihm, heroischer Fürst der Moslems, einer der Großen der Gefährten des heiligen Propheten, unser tugendhafter und wertvoller Führer, berichtete:

“Es war ein Tag, an dem wir, nämlich einige von den heiligen Gefährten, uns in Anwesenheit des heiligen Propheten, Friede sei mit ihm, befanden und ihm zur Verfügung standen”. Jener Tag, an dem man mit dem heiligen Propheten zusammen war und sein lichtvolles Gesicht ansah, seine heiligen Worte lauschte, war ehrenvoll und wertvoll. Um den Vorzug jenes Tages erklären zu können, sagte St. Omar “Es war ein solcher Tag, an dem...” Denn sie sahen St. Gabriel, den Erzengel, in Gestalt eines Menschen und lauschten den heiligen Worten von St. Gabriel und unserem heiligen Propheten, Friede sei mit ihnen. Deswegen war es ein ehrenvoller und wertvoller Tag.

“Es kam ein ehrwürdiger Mann mit lichtvollem Gesicht zu uns. Sein Kleid war ganz weiß und sein Haar war ganz schwarz. Er sah nicht wie ein Wanderer aus, denn er hatte weder geschwitzt, noch Staub auf seinem Kleid. Keiner von uns, den Gefährten des heiligen Propheten, kannte ihn. Er setzte sich vor dem heiligen Propheten, Friede sei mit ihm. Sich so hinzusetzen entsprach nicht guten Benehmen, dass er es dennoch tat, zeigte, dass er eine wichtige Lehre geben wollte. Er wollte zeigen, dass ein Religionslehrer niemals stolz und ein Schüler nie scheu sein darf. Jeder soll unbefangen fragen, was er lernen möchte. Das wollte St. Gabriel, Friede sei mit ihm, die Gefährten des heiligen Propheten lehren. Um die Religon kennenzulernen, sollte man sich nicht schämen.”

Dieser verehrte Mann legte seine Hände auf die Knie des heiligen Propheten und sagte “O Prophet ALLAHs, des Allmächtigen ! Erkläre mir den Islam!”

Islam heißt Hingabe an ALLAH, den Erhabenen. Der heilige Prophet, Friede sei mit ihm, erklärte, dass der Islam der Name von fünf Grundsätzen nach dem Religionsgesetzt ist:

1. Der erste Grundsatz des Islam ist das Glaubensbekenntnis auszusprechen. “Eschhedü en lâ ilâche illallach ve eschhedü enne Muchammeden abdüchu ve ressûlüch.” Das bedeutet: Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer ALLAH, dem Erhabenen gibt. In den Himmeln und auf der Erde ist kein Wesen der Anbetung würdig, außer ALLAH, dem Erhabenen. ALLAH, der Erhabene, ist der einzige Gott.” ER ist Allerschaffer (Wadschib-ul-wüdschûd) und hat jede Vorzüglichkeit, keine Mangelhaftigkeit, ER heißt ALLAH. Jeder heiratsfähige und vernünftige Mensch soll daran aus Herzen glauben und diesen Glaubenssatz aussprechen, soweit er nicht stumm ist. Auch soll man folgendes aussprechen und glauben: “Die verehrte Person namens Muhammed, Sohn Abdullahs, ist Diener und Prophet ALLAHs, des Erhabenen.” Er ist Sohn von St. Âmine, der Tochter Wehebs. Er hatte ein rosa-weißes Gesicht, schwarze Augen und Augenbrauen, eine breite Stirn und den besten Charakter. Er war sprachfertig. Er war Araber, da Er in Arabien am Montag 20. April, 571 (n. Chr.) während der Morgendämmerung geboren war und von der Familie Haschimî abstammte. Es wurde ihm im Jahre 611 n.Chr. im Alter von vierzig Jahren in Mekka berichtet, dass Er als Prophet auserwählt wurde. Hierauf verbreitete er dreizehn Jahre lang in Mekka die Lehre des Islam. Danach emigrierte Er mit Zustimmung ALLAHs, des Erhabenen, nach der Stadt Medina. Von dort aus verkündete Er den Islam überall. Zehn Jahre später, am Montag dem 12. Rebî’ul ewwel (Juli 632) schied Er in Medina hin. Dort ist Sein heiliges Grabmal.

[Historiker berichten, dass während der Auswanderung von Mekka nach Medina, der heilige Prophet am Donnerstag, dem 27. Safer 622 (n. Chr.) gegen Abend in die Höhle Sewr eintrat. In der Nacht von Montag auf Dienstag verließ Er die heilige Höhle. Am Montag, dem 8. Rebi’ul-ewwel (dem 20. September 622) kam Er in ein Vorort von Medina namens Qubâ an. Dieser heilige Tag wurde für die Muslime der Jahresbeginn des Sonnenkalenders nach der Hedschra. Der den Persern angehörende Jahresbeginn beginnt sechs Jahre vorher, am 20. Mai. Es ist der gleiche Tag den die Feueranbeter als Newrustag anerkannten. Am dem Donnerstag, wo Tag und Nacht gleich lang waren, war Er in Qubâ. Am Freitag verließ Er Qubâ und traf in die Stadt Medina ein. Der Anfang des Monats Muharrem dieses Jahres wurde als Beginn des Mondkalenders nach der Hedschra anerkannt. Dieser Jahresanfang fiel auf den Freitag dem 6. Juni. Ein Sonnenkalenderjahr nach der Hedschra, das sich mit dem Beginn des julianischen Kalenders trifft, ist 622 Jahre weniger als das julianische Kalenderjahr. Ein julianisches bzw. gregorianisches Kalenderjahr, das sich mit dem Jahresbeginn des Sonnenkalender nach der Hedschra trifft, ist 621 Jahre mehr als das letztere.]

2. Der zweite Grundsatz des Islam ist es fünfmal täglich rechtzeitig das Gebet zu verrichten. Die Gebete, die nach den falschen Kalendern von Unwissenden und Irrgläubigen verrichtet werden, werden nicht gültig, sondern schwere Sünde, weil sie auf die falschen Zeiten treffen denn es ist höchst wahrscheinlich, dass man somit das erste erforderliche Gebet des Mittagsgebetes und des unentbehrliche Gebet des Abendgebets in den Zeiten verrichtet, in dem das Gebet unerwünscht ist. [Der Beginn einer Gebetszeit, kann durch ein ausgesproches Gebetsruf erkannt werden. Ähnliche, instumentale Stimmen, die von Verirrten als Gebetsruf vertönt werden, können nicht das Gebetsruf Muhammeds, Friede sei mit Ihm sein.] Man soll die Gebete vorschriftsmäßig durch Erfüllen von unentbehrlichen, nötigen und erforderlichen Verpflichtungen und an ALLAH, den Erhabenen, denkend und rechtzeitig verrichten. Im heiligen Koran wird das Gebet Salât genannt. Salât bedeutet im Lexikon Gebet der Menschen, Buße der Engels und Vergebung von ALLAH, dem Allbarmherzigen. Salât im Islam ist ein bestimmtes Gebetssprechen und Haltungen, wie es in den elementaren Religionsbüchern erklärt wird. Zu Anfang des Gebetsverrichtens heben Männer ihre Hände zu den Ohren und sagen ALLAHu Ekber (ALLAH ist der Allergrößte), worauf sie ihre Hände auf den Bauch aufeinanderlegen. Man beendet das Gebet nach rechts und links grüßend.

3. Der dritte Grundsatz des Islam ist Armensteuer zu zahlen. Im Islam bedeutet Armensteuer, einen bestimmten Teil des erworbenen Vermögens, sobald es ein gewisses Maß, Nisab genannt, erreicht hat, den im heiligen Koran erwähnten Moslems im guten Glauben abzugeben. Man darf Menschen von sieben Arten Armensteuer zahlen. Es gibt vier Arten von Armensteuer: Armensteuer in Form von Gold oder Silber, in Form von Handelswaren, in Form von grasenden Haustieren und in Form von Erdprodukten aller Art. Die letzte Form heißt Uschur. Sie wird sogleich nach der Ernte gegeben. Die anderen drei Arten werden ein Jahr nach Erreichen von einem bestimmten Maß gegeben.

4. Der vierte Grundsatz des Islam ist “tägliches Fasten im Heiligen Monat Ramadan.” Savm (Fasten) bedeutet, im Lexikon etwas vor etwas zu schützen. Im Religionsgesetz bedeutet Fasten, dass man sich vor drei Dingen beim Fasten im heiligen Monat Ramadan fern halten soll. Das sind: Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr. Der Monat Ramadan beginnt nur dann, wenn man am Himmel den Neumond gesichtet hat. Er beginnt nicht an einem vorher ausgerechneten und festgestellten Tag.

5. Der fünfte Grundsatz des Islam ist, “Einmal im Leben die Pilgerfahrt auszuführen, wenn man dazu imstande ist.” Wenn der Moslem genug Geld für das Auskommen seiner Familie während der Zeit der Pilgerfahrt hat, soll er einmal in seinem Leben die heilige Moschee Kaaba in Mekka besuchen, auf dem ‘Arafatplatz’ stehen und die Vorschriften einhalten, soweit der Weg sicher und er selbst gesund ist.

Nachdem der verehrte Mann diese Antworten von dem heiligen Propheten bekam, sagte er: “O Prophet ALLAHs, des Allmächtigen! Du hast richtig gesprochen!” Wir, Zuhörer haben uns über seine Worte gewundert. St. Omar berichtet, dass sich die Anwesenden darüber gewundert haben, denn er fragt und bestätigt auch die Antwort. Man fragt nach etwas, um es zu erfahren. Wenn man die Antwort bestätigt, beweist das, dass man sie ohnedies kennt.

Der wichtigste der fünf Grundsätze ist das Glaubensbekenntnis auszusprechen und an dessen Sinn zu glauben. Der zweitwichtigste ist das Gebetsverrichten. Dann kommt das Fasten. Ihm folgt die Pilgerfahrt. Als letzter kommt das Vergeben der Armensteuer. Alle Gelehrten des Islam berichten übereinstimmend, dass die Aussprache des Glaubensbekenntnis zu Beginn des Islam als erster Grundsatz vorgeschrieben worden ist. Das Gebetsverrichten ist nach dem zwölften Jahr, nämlich ein Jahr und einige Monate vor der Hedschra während der heiligen Himmelfahrt, der heiligen Nacht Miradsch, religiöse Vorschrift geworden. Fasten im heiligen Monat Ramadan wurde im zweiten Jahr nach der Hedschra zur heiligen Aufgabe, Armensteuer ist im heiligen Monat Ramadan des gleichen Jahres Verpflichtung geworden. Dagegen wurde die Pilgerfahrt sechs Jahre nach der Hedschra einer der Grundsätze des Islam. So wurde über das Entstehen der fünf Grundsätze des Islam in zeitlicher Reihenfolge berichtet. In vorzüglicher Reihenfolge ist die Armensteuer und in zeitlicher Reihenfolge dagegen die Pilgerfahrt, als letztes berichtet worden. Wer einen der fünf Grundsätze des Islam nicht befolgt, verleugnet, verachtet oder ablehnt, wird ungläubig. Die Gelehrten des Islam berichten übereinstimmend: Wer Erlaubtes als Unerlaubtes oder Unerlaubtes als Erlaubtes behauptet, wird ungläubig. Wer eine der religiösen Vorschriften verleugnet oder verachtet, die selbst den Ungebildeten bekannt ist, wird ungläubig. Es stellt keine Unglauben dar, wenn Ungebildete Vorschriften nicht kennen, die nicht allgemein bekannt sind, es wird zur bloßen Sünde.

[z.B.: Es ist verboten, Schweinfleisch zu essen, Alkohol zu trinken, Hasard zu spielen. Es ist untersagt, dass Frauen und Mädchen mit bloßem Kopf, mit bloßen Beinen und Armen und dass Männer gerechnet von den Knien an bis zum Nabel unbekleidet, ausgehen. Gläubige sollen diese Teile ihrer Körper verhüllen. ALLAH, der Erhabene, hat verboten, sie bloßzustellen. Die vier gerechten Rechtsschulen, welche die Gebote und Verbote von ALLAH, dem Erhabenen, erklärten, teilen unterschiedlich mit, welche Körperteile der Männer nicht bloßzustellen sind. Jeder Gläubige soll die Grenzen der Bloßheit seines Körpers nach seiner Rechtsschule nicht überschreiten. Es ist auch verboten, die unerlaubten bloßen Stellen des Körpers anzuschauen.In dem Buch Kimjâ-i Seâdet (Das Elixier der Glückseligkeit) heißt es: “Wie es untersagt ist, dass Frauen und heiratsfähige Mädchen ohne islamische Bekleidung draußen gesehen werden, so ist es auch verboten, geschminkt bzw.parfümiert hinauszugehen. Die Eltern, Ehemänner oder Brüder, die ihnen erlauben, so auszugehen, begehen somit auch Sünde.” D.h. sie werden auch in die Hölle kommen, falls sie ohne Reue sterben. ALLAH, der Erhabene,mag diejenigen, die ihre Sünde bereuen. Daß es den Frauen und heiratsfähigen Mädchen verboten ist, in unangemessener Kleidung und Weise von nicht nahen männlichen Verwandten gesehen zu werden, ist im dritten Jahr nach Hedschra vorgeschrieben worden. Man darf sich nicht durch Äußerungen der britischen Agenten und der von diesen irregeführten Unwissenden täuschen, die behaupten, dass man sich zu Beginn des Islam nicht bekleidet hätte und dass es nachher von den Rechtsgelehrten erfunden worden sei, indem sie den heiligen Vers nicht beachten, der im dritten Jahr geoffenbart wurde und der befielt, sich islamisch zu bekleiden. Bezeichnet sich jemand als Muslim, so muß er wissen, ob seine Handlungen dem Islam, nämlich dem Religionsgesetz gemäß sind. Weiß er dies nicht, so ist es eine Pflicht für ihn, es von den Gelehrten der Sunna oder von deren Büchern zu erfahren. Entsprechen die Handlungen nicht dem Religionsgesetz, ist es unmöglich sich von den Sünden und dem Götzendienst zu befreien. Man sollte täglich inniges Bußgelöbnis ablegen. Den Sünden und dem Götzendienst, dem innig eingebüßt wird, wird gewiß vergeben werden. Verbleibt das Bußgelöbnis, so wird man Strafe, nähmlich Qual, im Dies und im Jenseits dafür erleiden. Wir haben in verschieden Abschnitten unseres Buches von dieser Strafe berichtet.

Alles, was von Männern und Frauen, während der Gebetsverrichtung bedeckt werden muß, wird als Schamteil bezeichnet. Das Schamteil zu entblösen und auf das Schamteil eines anderen zu blicken ist untersagt. Die Behauptung, dass der Islam die Bedeckung der Schamteile nicht bedingt, führt zur Ungläubigkeit. Mit Übereinstimmung der vier Rechtsschulen, ist jemand der aus Belanglosigkeit vor der Strafe, behauptet dass es erlaubt sei seine eigenen Schamteile zu entblösen oder auf die entblösten Schamteile anderer zu blicken, ein Ungläubiger. Auf gleicher Weise ist den Frauen das Entblösen der Schamteile, das Singen und das Aussprechen von Lobgedichten vor fremden Männern untersagt. In der Rechtsschule Hanbeli gilt der Teil vom Knie bis zum Leistenband des Mannes nicht als Schamteil. Jeder Muslim muß an die Grundstätze des Glaube und des Islam, sowie an die, von den vier Rechtsschulen mit Übereinstimmung berichteten erforderlichen Pflichten und dem Untersagten glauben und dem die nötige Bedeutung beimessen. Unwissenheit kann keine Entschuldigung sein, denn es ist mit dem Wissen, doch nicht glauben gleichzustellen. Mit Ausnahme des Gesicht und den Händen, gilt der gesamte Körper der Frauen, den vier Rechtsschulen gemäß, als Schamteile. Teile des Körpers die nicht mit Übereinstimmung, nähmlich nur von einer Rechtsschule nicht als Schamteil gelten zu entblösen, führt zwar nicht zum Unglauben, doch gilt es in der eigenen Rechtsschule als Sünde. Den Körperteil von Knie bis zum Leistenband der Männer zu entblösen unterliegt dieser Anordnung. Es ist eine unentbehrliche Pflicht zu lernen was man nicht weiß. Nachdem man es gelernt hat, sollte man sich bedecken und innig Bußgelöbnis ablegen. Lügen, klatschen, übel nachreden, verleumden, stehlen, betrügen, kränken, Anlaß zur Zwietracht geben, das Eigentum eines anderen ohne seine Einwilligung zu benutzen sind verboten. Arbeiterlohn und Steuer nicht zu zahlen, den Gesetzen des Staates nicht zu gehorchen, gegen die Regierung zu rebellieren, ist auch untersagt. Es ist ebenfalls verboten, solches gegen Ungläubige oder in Ländern der Ungläubigen zu tun.]

 

                                                                                                     

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