INHALT

ISLAMISCHE SITTE

Ihlâs Stiftung Band – 6

  1-Anfang

  2-Die Übersetzung Von Dem Buch Ejjühelwelled(O Mein Kind!)

  3-Die Rituelle Waaschung
  4-Die Bedingungen Vor Der Gebetsverrichtung
  5-Die Rituellen Sitten In der Moschee
  6-Der Gebetsruf
  7-Die Vorzüge des Heiligen Monats Ramadan
  8-Der Glaube
  9-Das Grußgebet
10-Lügen Beim Geschäft
11-Das Anvertrautsein Des Körpers
12-Die Vorzüge Des Festes
13-Die Frömmigkeit "Süchd Und Takwa"
14-Der Gehorsam Gegen Die Eltern
15-Die Trauung
16-Die Rituellen Sitten Am Freitag
17-Die Guten Sitten Bei Der Unterhaltung Mit Den Gelehrten
18-Die Mahlzeit
19-Die Menstruation Und Das Wochenbett
20-Die Notwendigkeit Und Die Rechtsschulen
21-Die Geduld
22-Der Grabbesuch
23-Die Armensteuer (Sekat)
24-Sozialvereine, Glücksspiele, Versicherungen
25-Imam-i Gazali, Hudschdschet-ul Islam, Einem Grundfeiler Des Islams
26-Zur Berechnung Der Kible-Zeit
27-Die Gebete
28-Islamische Wissenschaften

29-Glossar



DIE RITUELLEN SITTEN AM FREITAG

161 — Bemerkung: Unser heiliger Prophet sagte: (Freitag ist der Pilger- und Festtag der Gläubigen auf der Erde und der in den Himmeln Awesenden, und der Festtag im Paradies. Der vorzüglichste, allerbeste Tag ist der Freitag). Mit einer anderen heiligen Hadith wurde verkündet: (Freitag ist der Schatz der Güten und die Quelle der schönen Dingen). Mit einer heiligen Hadith wurde berichtet: (St. Moses fragte: “O mein Schöpfer! DU hast mir den Sammstag gegeben. Was wirst DU der Gemeinschaft St. Muhammed’s geben?” Ihm wurde erwidert: “Ihnen werde ICH den Freitag geben.” St. Moses fragte wieder: “O mein Schöpfer! Welche Vorzüge besitzt der Freitag? ALLAH, der Erhabene, erwiderte: “O Moses! Für die eine am Freitag erfüllte Anbetung wird der Verdienst der tausend Anbetungen vom Samstag erworben.!” Darauf betete St. Moses: “O mein Schöpfer! Lass mich von der Gemeinschaft St. Muhammed’s sein!) Als St. Gabriel den heiligen Vers brachte, sagte er: “O Muhammed! Wenn die Gemeinschaft St. Moses’ die Vorzüge des Freitags wüßte, würde sie sich davor schützen, das Kalb anzubeten und judisch zu werden. Und wenn die Gemeinschaft St. Jesus’ es wüsste, würde sie sich davor schützen, christlich zu werden.

Die heiligen Verse, die über die Vorzüge des Freitags berichten, sind im Buche (Weg zum ewigen Glück) Seadet-i Ebedijje, im ersten Abschnitt am Ende des Artikels 71 ausführlich erklärt worden.

Mit einer heiligen Hadith wurde berichtet: (Wenn sich ein gläubiger Mensch auf das Kommen des Freitags freut, erwirbt er bis zum Auferstehungstag so viel Verdienst, dessen Maß weiß nur ALLAH, der Erhabene). Mit einer anderen heiligen Hadith wurde gemeldet: (Die am Freitag gestorbenen Gläubigen erwerben den Verdienst des Märtyrers und sie werden vor der Grabqual geschützt.

Es gibt zwanzig erforderliche Vorschriften und gute Sitten des Freitags. Wer Muhammed, Friede sei mit Ihm, liebt, soll folgendes ausführen:

1) Am Donnerstag soll man sich für den Freitag vorbereiten. Man soll saubere und schöne Kleider anziehen. Man soll sich dafür anstrengen, den Freitag Gebet verrichtend zu verbringen, am Donnerstag von Nachmittagsgebet beim Lob- bzw. Bittgebet um Vergebung zu bitten. Man soll mit seiner Frau am Freitagsabend rituelle Ganzwaschung erfüllen. Beide erwerben das Versdienst des Freilassens eines Sklaven.

2) Man sollte am Freitag die rituelle Ganzwaschung vornehmen. Weil darüber viele heiligen Hadithe überliefert worden sind, sagen manche Gelehrten, dass es eine unentbehrliche Vorschrift ist, sie zu erfüllen.

3) Man soll sich das Haar schneiden lassen. Den Bart soll man sich bis er eine Handvoll ist abkürzen, sich die Nägel schneiden und sich weiße Kleider anziehen. [Dass es eine unerwünschte Handlung und schwere Sünde ist, den Bart länger als eine Handvoll wachsen zu lassen, steht in dem Buch Berikâ.]

Nach den meisten Gelehrten ist es eine erforderliche Verpflichtung, den Bart wachsen zu lassen. In dem Hadithbuch Müslim, einem der zwei Hadithbücher namens Sahihajn wird gesagt: Diese heilige Hadith wurde von St. Aische, Friede sei mit ihr, übermittelt. Zehn Handlungen gehören zur Natur des Menschen: den Schnurbart zu schneiden, den Bart wachsen zu lassen, Misswak zu benutzen, den Mund zu spülen, das Wasser in die Nase zu ziehen, die Nagel zu schneiden, Fingergelenke abzuwaschen, das Haar in der Leistenbeuge und Achselhöle abzunehmen und Harnrest zu beseitigen. Bei der Erläuterung der unentbehrlichen Vorschiften der rituellen Ganzwaschung schreibt Ýbni Nudsihejm im Buch Bahr-ür-râik und St. Imam-ý Seylâî’im Buch Tebjn-ül-hakâyýk, daß das Wort “Natur des Menschen” in dieser heiligen Hadith als erforderliche Verpflichtung gilt. Diese heilige Hadith zeigt offenbar, dass es nicht nur eine Handlung der Religion des heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit ihm, sondern auch die der anderen Propheten ist, den Bart wachsen zu lassen. Sich einen Bart wachsen zu lassen gilt als erforderliche Verpflichtung. Diese erforderlichen Vorschriften stehen im Buch namens Schir’at-ül Islam (Gesetz des Islam). Es gibt unterschiedliche Arten von Bärten. Z.B.: jüdidischer, christlicher, schiitischer, wahhabitischer, komunistischer und islamischer Bart. Es ist erforderlich, sich nur einen islamischen Bart stehen zu lassen. Das ist ein Vollbart, der eine Handvoll lang ist. Ist ein Bart nicht so, so gilt er nicht als erforderliche Verpflichtung sondern als religiöse Abweichung. St. Muhammed Hâdimî schreibt in dem Buch Berîka: (Eine heilige Hadith lautet: Schneidet den Schnurbart kurz ab, laßt den Bart wachsen! Daher ist es nicht zulässig, den Bart zu rasieren oder zu kurz abzuschneiden. Es ist erforderliche Vorschrift, sich den Bart eine Handvoll wachsen zu lassen. Es ist ebenfalls nicht zulässig, den Bart kürzer als eine Handvoll abzuschneiden. Aber es ist erforderlich, einen langen Bart bis eine Handvoll lang abzukürzen.) Befielt der Sultan, eine erforderliche bzw. zulässige Handlung durchzuführen, so gilt es als nötige Verpflichtung. So müssen der Sultan und die muslimische Bevölkerung diese Verpflichtung erfüllen. Wenn der Sultan befielt, sich eine Handvoll Bart stehen zu lassen, soll jeder es als eine nötige Vorschrift einhalten. Man soll eine Handvoll Bart haben und nicht kürzer. Einen kürzeren Bart zu haben gilt als eine unerwünschte Handlung. Ein solcher darf kein Vorbeter sein. Wenn man gezwungen ist, in nicht-islamischen Ländern keinen Bart zu haben, darf man sich den Bart abrasieren, um seinen Lebensunterhalt zu beschaffen und sich zu schützen und dem Islam zu dienen. Unentschuldigt den Bart abrasieren, ist eine unerwünschte Handlung. Einen Bart länger als eine Faustvoll zu haben, gilt als eine religiöse Abweichung, wenn man glaubt, eine erforderliche Verpflichtung erfüllt zu haben. Es ist eine schwere Sünde, die schwerer als die Sünde gilt, einen Mord begangen zu haben. Es ist nötig, solch einen Bart bis eine Handvoll lang wachsen zu lassen. Im Zusammenhang mit den unerwünschten Handlungen des Gebetes sagt St. Ibni Âbidîn das Folgende: (Wenn man bei der Erfüllung einer erforderlichen Verpflichtung gezwungen ist, eine unerwünschte Handlung zu begehen, soll man diese erforderliche Verpflichtung verlassen.) Einen Bart aus Gewohnheit kürzer abzuschneiden, ist eine unerwünschte Handlung. Wenn man aber eine solche Handlung als erforderlich betrachtet wird, gilt es als religiöse Abweichung. In beiden Fällen soll man sich den Bart abrasieren.

4) So früh wie möglich muss man zur Mosche gehen. Einst gingen die ersten Gläubigen in der Dunkelheit zur Moschee, um größere Verdienste zu erwerben.

5) Man soll in der Moschee darauf achten, nicht über die Schultern der Sitzenden hinweg durchzugehen, um vorzurücken.

6) Man darf nicht vor einem Anbetenden vorbeigehen, sondern muss dicht an der Wand oder an den Säulen entlang gehen.

7) Man muss früh zur Moschee gehen und in der ersten Reihe Platz nehmen.

8) Wenn der Redner auf die Kanzel steigt, darf man nichts aussprechen und sogar den Gebetsruf nicht wiederholen. Man darf einem, der spricht, sogar nicht durch Zeichen erwidern. Und der Kanzler selbst darf auch nichts als die Freitagspredigt aussprechen. Sonst gilt die Freitagspredigt nicht. Gilt die Freitgspredigt nicht, so gilt das Freitagsgebet auch nicht. Unser heiliger Prophet teilte mit: Freitagspredigt ist das Gebet mit zwei Rekas. Es ist erforderlich die Freitagspredigt kurz und unerwünscht, sie lang zu halten. Es ist ein Zeichen der Sunna beim Freitagspredigt die Namen der vier Kalifen auszusprechen. Man muss einem Vorbeter aus dem Weg gehen, der das nicht tut.

9) Nach dem Gebet sind die Suren, Fâtiha, Kâfirûn, Ichlas, Felâk und Nâs je siebenmal auszusprechen.

10) Man sollte bis zur Nachmittagsgebetszeit in der Moschee anbeten.

11) Man soll von Gelehrten, die von den Büchern der Gelehrten der Sunna lehren, Unterricht nehmen. Sich eine Stunde in einem solchen Unterricht befinden ist vorzüglicher als tausend freiwillige Gebete zu verrichten.

12) Man muß versuchen, während der Zeit am Freitag. in der Gebete aufgenommen werden ununterbrochen anzubeten.

13) Freitags sind die Grußgebete vielmals auszusprechen.

14) Der heilige Koran und außerdem die Sure Kechf sind zu rezitieren.

15) Man soll wenig oder viel Almosen geben.

16) Die Gräber der verstorbenen Eltern sind zu besuchen.

17) Man soll seiner Frau und seinen Kindern reiche und süße Speisen beschaffen.

18) Man soll viel Gebet verrichten. Wenn man keine Gebetschuld besitz, soll man freiwillige Gebete, und wenn man Gebetschuld hat, so soll man seine Schuldgebete verrichten.

19) Man soll sich am Freitag nur mit den Angelegenheiten des Jenseits beschäftigen.

20) Nach dem Nachmittagsgebet soll man auf dem Gebetsteppich möglichst vielmals “Jâ Allah, Jâ Rachman, ja Kawî, ja Kadir!” aussprechen und dann beten.

162 — Ziehe dich am Freitag am besten an! Wenn du kein neues Kleid besitzt, ziehe ein sauberes Kleid an. Und winde dir deinen Turban nicht sitzend sondern stehend um! Benutze angenehmen Duft und dann geh’ zum Freitagsgebet. Denn ein angenehmer Duft gefällt den Engeln. Es ist eine erforderliche Vorschrift für Männer, angenehmen Duft zu benutzen. Es ist den Frauen unerlaubt, parfümiert und mit bloßem Kopf und bloßen Armen und Beinen hinauszugehen. Denn wenn Frauen duftend und in ausgeschnittenen Kleidern ausgehen, zieht dies die Männer an. Frauen dürfen nur zu Hause Duft benutzen und sich verschönern.

Während du zum Freitagsgebet gehst, sprich Lob- und Dankgebete aus. Für deinen jeden Schritt werden dir zehn Verdienste gewährt.

163 — Erfülle freitags möglichst die rituelle Ganzwaschung dann geh’ zur Moschee. Geh’ früh zum Gebet. Setze dich auf einen Platz, wo du die Freitagspredigt gut hören kannst. Sprich mit niemand während die Freitagspredigt ausgesprochen wird! Denn bei der Freitagspredigt des Kanzelredners darf niemand sprechen; es ist Sünde; und die Vorzüge des Freitags gehen dadurch verloren. Setze dich in der Moschee auf den Platz, den du findest. Störe nicht die Gemeinschaft, um nach eine vordere Stelle zu gehen. Wenn du in den ersten Reihen sein willst, komm früh zur Moschee und nimm Platz in den ersten Reihen. Wenn du spät kommst, störe niemand und dränge die Gemeinschaft nicht nach rechts oder links, um vorwärts zu gehen. Um vorwärts gehen zu können, wirst du deine Glaubensgenossen somit gestört haben!

 

                                                                                                     

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