INHALT

ISLAM UND CHRISTENTUM

Ihlâs Stiftung Band – 3

  1-Anfang

  2-Vorwort

  3-Der Glaube an Allah, den Erhabenen

  4-Probheten, Religionen und Heilige Bücher

  5-Das Judentum

  6-Das Christentum

  7-Der Islam

  8-Die Charakterzüge eines guten Moslems

  9-Der Heilige Koran Und Die Bibeln Von Heute - Einleitung

10-Die Thora Und Evangelien Heute

11-Einige Fehler Aus Der Bibel

12-Der Heilige Koran

13-Die Wunder Des Heiligen Propheten Muhammed

14-Die Tugenden Des Heiligen Propheten Muhammed

15-Die Sittsamkeit Und Gewohnheiten Des Heiligen Propheten

16-Islam Und Andere Religionen - Einleitung
17-Der Islam Ist Keine Barbarische Religion
18-Die Moslems Sind Nicht Unwissend
19-Religionen, Dogmen Und Die Differenz Zwischen Der Religion Und Der Philosophie
20-Der Brahmaismus
21-Der Buddhismus
22-Das Judentum
23-Das Christentum
24-Der Islam
25-Hat Der Islam Mit Der Philosophie Zu Tun?
26-Schlusswort
27-Anmerkung
28-Islamische Wissenschaften
29-Gelehrtheitsstufen Nach Der Islamischen Rechtswinssenschaft Bzw. Der Rechtsgelehrten
30-Gattungen der Islamischen Gelehrten
31-Islamische Bezeichnungen Für Bestimmte Grußgebete Bzw. Rituelle Wünsche Und Verehrungsäusserungen
32-Glossar

33-Hadis-i Scherif



DER ISLAM IST KEINE BARBARISCHE RELIGION

Wenn man auf den Kahlenberg bei Wien steigt, wo sich das Lager der Armee des osmanischen Reiches bei der Belagerung der Stadt Wien im Jahre 1095 (n. Chr. 1683) befand, trifft man ein Denkmal. Auf diesem Denkmal steht geschrieben: “Gott behüte uns vor der Entsetzung der Pest und der Türken!” und gleich darunter gibt es ein lithographisches, erfundenes Bild, auf dem dargestellt wird, wie die Türken den christlichen Frauen und den Kindern den Hals umdrehen. Die damaligen Türken werden als die grausamste und barbarischeste Nation bekanntgemacht und es wird behauptet, dass der Grund für diese Grausamkeit darin läge, dass sie den Islam angenommen haben. Nach der Meinung der Christen, wären die Türken nicht so “grausam” und “barbarisch” gewesen, wenn sie das Christentum angenommen hätten. Die christlichen Geistlichen, die zu der Zeit, als Richter, Diktator und Unterdrücker über Europa herrschten, behaupteten das der Islam eine grausame Religion sei. Beim Religionsunterricht in den Schulen wurde dieses Thema immer wieder vorgestellt und somit hat die christliche Jungen eine grausame Vorstellung vom Islam. Diese entsetzliche Anschuldigung und Anschwärzung setzte jahrhundertelang, sogar bis heute fort. Im Buch von Ishak Effendi aus Harput, Friede sei mit ihm, gibt es Zitate und Auszüge aus dem Buch, das ein christlicher Geistiger, im Jahre 1860, gegen den Islam verfasste:

“Jesus, Friede sei mit ihm, hat seine eigene Religion mit Liebe, Güte und indem er mit Menschen Mitleid hatte und für ihre Kummer Mittel fand, bekanntgemacht. Deshalb nahmen 500 Leute schon zu Beginn des Christentums diese Religion an. Dennoch nahmen die Leute den Islam, die grausame Religion, unter Zwang und Angst vor dem Tod an. Der Prophet Muhammed, versuchte, den Islam mit Gewalt, mit Drohung und mit Kampf zu verbreiten. Deswegen erreichte die Anzahl derjenigen, die nur durch die Bekanntmachung in den Islam eingetreten sind, erst 180, obwohl vom ersten Tag seiner Behauptung auf die Prophetenschaft dreizehn Jahre vergangen waren. Das ist genug um, den Unterschied zwischen den Christentum, der menschlichen und wahren Religion und dem Islam, einer grausamen Religion, deutlich zu machen. Das Christentum ist eine vorzügliche und menschliche Religion, die das Herz des Menschen tief beeindruckt, ihm Mitleid und Liebe einprägt, keine Gewalt und keinen Zwang anwendet. Dass das Christentum eine wahre und menschliche Religion ist, läßt sich daraus schließen, dass das Judentum mit dem Auftreten des Christentums aufgehoben wurde. Wenn Gott auf die Welt eine neue Religion herabschickt, darf die letzte Religion nicht mehr gelten. Die Juden erlebten viel Unglück und Strafen und gerieten in gemeine, verächtliche Lagen, weil sie das Christentum nicht annahmen. Denn wenn ein neuer Prophet geschickt wird, so ist das ein Zeichen dafür, dass alle anderen vorherigen Religionen nicht mehr Echt sind. Jedoch wurde das Christentum nicht aufgehoben. Die Christen verfielen nicht in verschiedenes Mißgeschick wie die Juden. Im Gegenteil fand sie mehr Verbreitung. Obwohl die Moslems sich große Mühe gaben, die Völker niedermetzelten, die Kirchen zerstörten (Z.B. Unter dem Kalifat von Omar wurden viertausend Kirchen abgerissen), nahmen die Christen mit der Zeit zu und erreichten den Wohlstand, dagegen wurden die Moslems immer mehr zerstreut, sie verarmen und sind auf aller Welt nicht mehr angesehen.”

Auf diese Anschwärzungen wollen wir nun folgende Antwort mit Ishak Effendi zusammen geben:

Vor allem beruhen die Anzahlen und Informationen, die von dem Geistlichen oben gegeben wurden, nicht auf die Wahrheit. Denn im heiligen Koran steht der Befehl: “Im Islam besteht keine Gewalt” Muhammed, Friede sei mit Ihm, hat keinesfalls Zwang angewendet, während er den Islam bekannt machte, obwohl keine Gewalt und keine Drohung angewendet wurden, nahmen diejenigen in kurzer Zeit zu, die den Islam freiwillig und gern annahmen. Die Erklärungen vom Pfarrer George SALE[Georg Sale, der ein englischen Priester war, starb. 1149 [1736]. 1734 übersetzte er den heiligen Koran ins Englisch. Im Vorwort hat er über den Islam ausführliche Information angegeben.], einem der christlichen Historiker und Übersetzer des heiligen Korans, bestätigt unsere Meinung. Er sagt in seinem Werk “Übersetzung des Korans, das 1266 [1850] veröffentlicht wurde: “Schon vor der heiligen Auswanderung gab es kein Haus mehr in Medina, in dem kein Moslem lebte,” Das heißt, die Leute, denen bis zur damaliger Zeit kein Säbel herausgezogen wurde, nahmen diese Religion freiwillig und durch Einsicht der Vorteile und durch die Korrektheit des Islams und die prachtvolle unerreichbare und präzise Ausdrucksweise des heiligen Korans an. Das der Islam sich schnell ausgebreitet hat, geben folgende Zahlen an: Als Muhammed, Friede sei mit Ihm, verstarb, erreichte die Anzahl der Moslems 124.000. Vier Jahre nach dem Tode des heiligen Propheten bildete St. ’Omar eine islamische Armee von 40.000 Mann und eroberte mit dieser Armee Iran, Syrien, Anatolien bis zu den Grenzen von Konya und Ägypten. St. ’Omar, Friede sei mit ihm, handelte niemals grausam. Er behandelte die christlichen Völker und Feueranbeter in den Ländern, die er aus den Händen der grausamen Diktatoren genommen hatte, niemals mit Gewalt. Seine Gerechtigkeit kannte die ganze Welt, sowohl die Freunde als auch die Feinde. Der größte Teil der Völker dieser Ländern traten freiwillig in den Islam ein, indem ihre Angehörigen die Gerechtigkeit und die Moral des Islams einsahen und erlebten. Es waren nur wenige unter ihnen, die den früheren falschen Religionen wie Christentum, Judentum und Mazdaismus folgten. Die Historiker berichten übereinstimmend, dass die Anzahl der Moslems dadurch innerhalb von zehn Jahren 20-30 Millionen erreichte. Den Vorschlag, welche Kirche er zur Moschee machen wollte, lehnte St. Omar streng ab, als er die Stadt Jerusalem eroberte, und verrichtete das erste Gebet ausserhalb der Kirche, geschweige denn, dass er 400 Kirchen zerstört hätte. Dreihundert Jahre nach dem Jesus, Friede sei mit ihm, in den Himmel gehoben wurde, trat Konstantin der Erste in das Christentum ein. Trotz seiner Gewalt und seinem Streben betrug die Bevölkerung der Christen erst sechs Millionen. Konstantin ließ den Juden, die das Christentum nicht annahmen, die Ohren abschneiden und sie mit Steinen bewerfen.

Von der Behauptung, nach dem Auftritt des Christentums ginge das Judentum verloren und die Juden wären verschiedenem Unglück ausgesetzt, verstehen wir, dass dieser christliche Priester die Geschichte nicht untersuchte und es ihm an Kenntnissen mangeln. Denn das Judentum wurde schon vor der Erscheinung des Christentums jahrelang verdorben und die Stadt Jerusalem war von dem Herrscher Nebukadnezar des Assyrischen Reiches (604-561 v.Chr.), später von den Römern völlig ausgerottet: Nach diesem Unglück löste sich das jüdische Volk auf und konnte nicht wieder zusammenkommen. Da alles, was damals geschah, sich vor der Erscheinung des Christentums ereignete, hat das Christentum nichts mit dem zu tun. Heute, wo wir in das 21. Jahrhundert eintreten, steht uns ein sehr kräftiger jüdischer Staat gegenüber. Das heißt also, das Judentum existiert quicklebendig trotz des Christentums. Wahrlich, vor der Errichtung des neuen Staates Israel standen auch die Juden an der Spitze aller Reichtumsquellen wie Banken, Presse, große Industrien in Europa und jüdische Anwälte waren auf der ganzen Welt gefragt. Unter den Juden tauchten Menschen wie Disraeli auf, die einer von reichsten Männern und Abgeordneter des englischen Reichtums waren. Auch Rotelid, ein Jude, ist einer der reichsten Männer auf der Welt. Sogar heute beherrschen die Juden den Börsenmarkt und viele Gesellschaften in Europa und Amerika. Das heißt, die Behauptung dieses Priesters, dass die Juden sich gleich nach dem Christentum auflösten, ist Unsinn. Das kann nur eine ausgedachte Phantasi sein.

Die Christen behaupten, dass das Christentum auf den Grundsätzen wie Liebe, Barmherzigkeit, Mitleid, gegenseitiger Hilfsbereitschaft beruht, so haben wir unserem christlichen Nachbarn ein Fragment gezeigt, das sich im Alten Testament der Bibel im 20. Kapitel des ‘Deuteronomiums’, in den Versen 10-18 befindet. In diesem Fragment[Dieses Fragment wurde aus der Seite 169 der Bibel, die 1303 (m. 1886) in Istanbul gedruckt wurde, entnommen.] steht folgendes:

“Regeln für die Kriegführung: Bevor ihr eine Stadt angreift, sollt ihr zuerst mit den Bewohnern handeln und sie zur friedlichen Übergabe auffordern. Wenn sie darauf eingehen und euch die Tore öffnen, müssen sie euch gehorchen und Zwangsarbeit für euch leisten. Lehnen sie das Angebot ab und wollen sie kämpfen, so wird die Stadt belagert. Wenn der Herr, euer Gott, euch dann siegen läßt, müßt ihr alle Männer töten. Die Frauen und Kinder, das Vieh und den übrigen Besitz dürft ihr behalten; der Herr hat es euch geschenkt.

So sollt ihr verfahren, wenn eine Stadt weit von euren Wohnsitzen entfernt ist. Wenn sie aber in dem Land lieg, das der Herr, euer Gott, euch geben wird, dürft ihr niemand am Leben lassen. Ihr müsst an allen den Bann vollstrecken, wieder Herr, euer Gott befohlen hat; an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwiritern und Jebusitern. Sonst verführen sie euch dazu, Ihm untreu zu werden und alle Scheußlichkeiten Nachzuahmen, die sie zu Ehren ihrer Götter begehen.”

Gleich danach fragten wir unseren christlichen Nachbarn: “In eurer Bibel stehen Anordnungen, die euch gegen hilflose Menschen zu grausamer Übeltat anreizen. Dieser in eurer Bibel stehende Befehl hat mit Barmherzigkeit des Christentums nichts zu tun. Was ist das für eine Barmherzigkeit? Dieses ist ein furchtbares Beispiel für die Grausamkeit.

Das heißt, Ihre Religion befiehlt Ihnen, Grausamkeit zu verüben. Dagegen gibt es in unserem heiligen Buch Koran kein Wort darüber, gegen den Feind eine solche Behandlung zu begehen. Umgekehrt handelt der heilige Koran stets von Mitleid, Barmherzigkeit und Verzeihung. Wie können also die christlichen Geistlichen wagen zu sagen, dass der Islam die Grausamkeit aufreize und das Christentum dagegen eine Religion des Mitleids sei? Dies ist ein Text aus Ihrem heiligen Buch ‘Bibel’! Woraus im Gegensatz zu Ihrer Behauptung zu schließen ist, dass die Bibel die Grausamkeit befiehlt. Was werden Sie nun dazu sagen?”

Er sagte zuerst, dass er von diesem Text keine Ahnung habe. Dann wurde ihm das türkische Evangelium vorgelegt, von dem oben erwähnt wurde. Daraufhin antwortete er: “Mein Herr, dieser Text hat mit St. Jesus, nichts zu tun. Dieser Text ist der Thora von St. Moses, entnommen worden. Hier geht es um ein Gebot Gottes an die Juden, damit diese an den Ägyptern Rache üben. Damals hatten die Ägypter die wahre Religion nicht anerkannt und wagten sogar St. Moses zu töten. Deshalb befahl Gott, den Juden, die ungläubigen Völker, deren Namen auf der Liste standen, zu vernichten. Das ist die Interpretation dieses später hinzugefügten Textes in der Bibel. Das hat mit dem wahren Christentum nicht zu tun.” Danach antworteten wir ihm: “Jede Religion hat ein heiliges Buch. Die Angehörigen dieser Religion sind dafür verpflichtet, an alle Texte ihres heiligen Buches von Anfang bis zum Ende zu glauben. Man sollte eigentlich nicht untersuchen müßen, woher die Texte stammen oder wie sie zusammengestellt wurden, weil man das heilige Buch des Erhabenen und auch seinen Inhalt als Gottesgebote anerkennen muß. Das heilige Buch der Christen ist die Bibel. Sie müssen also alle Kapitel der Bibel anerkennen. Sie haben kein Recht darauf, Ihr heiliges Buch Bibel zu klassifizieren mit den Auffasungen wie “Dieser Teil ist das altes Testament. Er gehört den Juden, er bezieht sich nicht auf St. Jesus, sondern auf St. Moses.” Sie dürfen einen Teil der Bibel nicht ablehnen, während Sie an einen anderen Teil glauben. Sie müssen an die Bibel im Ganzen glauben. Wenn dieser Text im Kapitel ‘Deuteronomium’ der Bibel mit dem Christentum nichts zu tun hat, so waren doch Ihre Religionsräte in der Lage, den erwähnten Text aus der Bibel wegzunehmen, oder aller Welt bekanntzumachen, dass dieser Text ein Aberglaube sei, der später in die Bibel hinzugefügt wurde. Es versteht sich leicht, dass Sie diesen Text auch für den Befehl ALLAHs, des Erhabenen halten, da dazu nichts unternommen wurde. Demnach werden wir in die Lage versetzt anzunehmen, dass das Christentum eine sehr grausame, brutale Religion ist, die kein Mitleid kennt und alle Menschen vernichten will.”

Der christliche Priester war sehr erstaunt. Da er die Bibel nicht in dieser Hinsicht durchgelesen hatte, las er diesen Text auf unseren Hinweis hin durch und sperrte dabei seinen Mund vor Erstaunung auf. Zum Schluß sagte er: “Sie haben nicht nur mich, sondern auch die ganze Christenwelt blamiert. Wahrlich, ich bin kein Geistlicher (kein guter Christ) und ich gestehe, dass ich nicht sehr fromm bin. Aber ich glaubte, dass die Bibel nur aus den Stücken bestehen würde, die Mitleid, Barmherzigkeit und Vergebung empfehlen. Dieser Text der Grausamkeit beeindruckt mich entsetzlich. Dazu habe ich mich noch dadurch blamiert, dass ich Priester bin. Ich werde von diesem Erlebnis unseren Geistlichen mit wissenschaftlicher Erfahrung erzählen, wenn ich in meiner Heimat bin. Wenn es möglich wird, werde ich die betreffende Behörde ersuchen, um den in Frage gestellten Text aus der Bibel nehmen zu lassen. Dieser Text muß sicher ein Aberglaube gewesen sein. Denn man darf nicht daran denken, dass ALLAH, der Erhabene, einen derart entsetzlichen Befehl gegeben hätte. Wahrscheinlich ist dieser Teil ein Geflunker der Juden.” Wir trösteten ihn, schenkten ihm das englische Buch “Islam and Christianity” und sagten: “Wenn Sie dieses Buch durchlesen, werden Sie bemerken, dass in der Bibel noch viele Fehler stehen. Nach einem Bericht steigen diese Fehler sogar auf 20.000.” Die Vergleichung des heiligen Koran mit der Bibel, steht im vorigen Kapitel “Der heilige Koran und die Bibel von heute.” Wenden Sie sich bitte an diesen Abschnitt!

In der Bibel, die die Christen als eines der, gültigen heiligen Bücher betrachten, gibt es viele Stellen, wo Grausamkeit und Gewalttätigkeit befohlen werden. Einige davon möchten wir kurz erwähnen, so, dass es den Christen eine Lehre sein sollte, die sich für sündenfrei und barmherzig, die Moslems und den Islam dagegen für grausam halten:

Im Kapitel “Exodus” des Alten Testaments, im 23. Vers des 23. Teils steht: “Mein Engel wird vor euch hergehen und euch in das Land der Amoriter, Hetiter, Perisiter, Kanaaniter, Hiwiter und Sebusiter bringen, und ich werde alle diese Völker vernichten.” Vers 24: “....Stürzt ihre Götzenbilder um und zerschlagt ihre heiligen Steinmäler!” Zu Beginn des 31. Teils des Kapitels “Numeri” steht: “Der Herr befahl Mose: “Bestrafe die Midianiter für das, was sie den Israeliten angetan haben. Danach wirst du sterben.” Im 7. und den nächsten Versen: “Sie griffen die Midianiter an, wie der Herr es Mose befohlen hatte, und töteten alle Männer....... Frauen und Kinder nahmen sie gefangen, auch die Viehherden und den ganzen übrigen Besitz der Midianiter nahmen sie mit. Die Städte und Zeltlager verbrannten sie.”

In den nächsten Versen steht, dass Moses, Friede sei mit ihm, auf seine Befehlshaben wütend war, weil sie die Frauen am Leben gelassen hatten und, dass er ihnen anordnete, alle Frauen und alle Jungen zu töten. Außerdem wird im. Vers 34 berichtet, dass die Anzahl der Mädchen, die am Leben gelassen wurden, 32.000 war. Demnach kann man sich die Anzahl der Toten überlegen! Zu Beginn des 7. Kapitels “Deuteronomium” steht: “Ihr werdet jetzt bald aufbrechen, um euer Land in Besitz zu nehmen, und der Herr, euer Gott, wird es euch gelingen lassen. Er wird sieben Völker vor euch vertreiben, die größer und stärker sind als ihr: die Hetiter, Girgaschiter, Amoriter, Kanaaniter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Wenn der Herr sie in eure Gewalt gibt, dürft ihr keinen Friedensvertrag mit ihnen schließen. Ihr dürft sie nicht verschonen, sondern müßt den Bann an ihnen vollstrecken.”

Im 27. Vers des 32. Kapitels im Buch “Exodus” steht: “Und er sagte zu ihnen: ‘Der Herr, Gott Israels, befiehlt euch:, Nehmt euer Schwert und geht durch das ganze Lager, von einem Tor zum anderen! Tötet alle, die schuldig geworden sind, selbst eure Brüder, Verwandten und Freunde!”

Im 8. und den nächsten Versen des 27. Kapitels im Buch “Samuel” steht: “So zog David mit seinen Leuten nach Ziklag. Von dort aus unternahmen sie Raubzüge gegen die Nachbarstämme Judas, die Geschuriter, Geseriter und Amalekiter, die das Gebiet zwischen Telem und der Wüste Schur und von dort bis an die Grenze Ägyptens bewohnen. Überall, wo David hinkam, machte er Männer und Frauen nieder.....”

Im 8. Kapitel des Buches “Samuel II” steht, dass David, Friede sei mit ihm, von den Syrern 22.000 und später im Salztal 18.000 Edomiter tötete. Am Ende des 10. Kapitels; dass David, Friede sei mit ihm, und seine Männer 700 Streitwagen und 40.000 Mann vom Fußvolk vernichteten.

Zu Ende des 12. Kapitels desselben Buches steht, dass der Prophet David, Friede sei mit ihm, die Gefangenen, die aus den von ihm eroberten Städten waren, für Bauarbeiten einsetzte, sie Steine brechen, zurechtsägen, Ziegel herstellen und Baumstämme bearbeiten ließ.

Im Alten Testament steht, der Prophet Josua hätte nach dem Propheten Moses Millionen von Menschen töten lassen. Im 34. Vers des 10. Kapitels des Evangeliums nach “Matthäus” steht, dass der Prophet Jesus sagte: “Glaubt nicht, dass ich gekommen bin Frieden in die Welt zu bringen. Nein, ich bin nicht gekommen. Frieden zu bringen, sondern zu kämpfen.” Im 51. Vers des 12. Kapitels in des Evangeliums nach Luka steht geschrieben, dass St. Jesus, Friede sei mit ihm, sagte: “Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden in die Welt zu bringen? Nein, nicht Frieden, sage ich euch, sondern die Entzweiung.

Im 36. Vers des 22. Kapitels des selben Evangeliums steht noch: “Jesus erwiderte: ‘Von jetzt ab gilt etwas anderes: Wer einen Geldbeutel, und eine Vorratstasche hat, soll sie mitnehmen. Wer nichts hat als seinen Mantel, soll ihn verkaufen und sich dafür ein Schwert beschaffen!”

Wenn man die Bibel menschlich und vernünftig durchliest, merkt man, dass in der Bibel zahlreiche grausame Szenen sind, welche den Propheten und den geliebten Dienern ALLAHs, des Erhabenen, nachgesagt wurden.

Die Christen taten einander, den Moslems und Juden viel Unrecht an, während sie glaubten, dadurch den Geboten der Bibel als Gottes Wort zu folgen und veranstalteten Blutbäder, welche die Geschichtsbücher aufweisen. Der Priester Alex Kitch sagt auf Seite 27 des von ihm in englisch verfassten Buches, das vom Priester Merick ins Persische mit dem Titel “Keschf-ül âsâr we fî kýsasý enbijâ-ý Beni Israel” übersetzt wurde: “Konstantin der Große ordnete an, dass zu seiner Zeit beide Ohren aller Juden in seinem Land abgeschnitten werden sollten und vertrieb sie von seinem Land, indem er sie in verschiedene Länder verbannte.” Ferner steht in dem Buch Siyer ül-Mütekaddimîin”, das von den Priestern verfasst wurde, folgendes: Im Jahr 372 (n.Chr) beriet sich der Kaiser von Byzans, Gratienus, mit seinen Befehlshabern und ordnete an, dass alle Juden in seinem Land das Christentum annehmen sollten. Sonst sollten sie getötet werden.”

In einem Buch, das 1265 (1849) in Beirut gedruckt und von Geistlichen verfaßt wurde, steht, die Katholiken ermordeten 230.000 Protestanten, weil sie den Papst nicht anerkannten. Im Buch “Mir’at-üs-sýdk”, das Thomas, einer von den katholischen Priestern vom Englischen ins Urdu (in Pakistan) übersetzte und 1267 (1851) gedruckt wurde, steht: “Die Protestanten entnahmen den Katholiken 645 Kloster, 90 Schulen, 2376 Kirchen, 110 Krankenhäuser und verkauften sie billig. Auf den Befehl der Königen Elizabeth wurden die meisten von den katholischen Priestern und Geistlichen mit Schiffen weggetragen und ins Meer geworfen.” Es wurden mehrere Bücher verfaßt, welche von diesen Grausamkeiten und Tragödien handeln. Diese Werke, die von den Priestern verfaßt wurden beweisen, dass die Christen, die die Moslems als grausam ansahen, selbst grausam sind.

Die Anstrengungen der christlichen Geistlichen zu beweisen, dass der Islam eine grausame Religion sei, verlaufen immer erfolglos, da sie im heiligen Koran diesbezüglich kein Wort finden konnten. Beweist außerdem dieses obenerwähnte Thema im Alten Testament der Bibel nicht, dass nicht der Islam, sondern das verdorbene, veränderte Christentum eine grausame Religion ist? Wie können die christlichen Geistlichen, in deren heiligem Buch ein solcher grausamer Befehl steht, den Islam eine grausame Religion nennen? Zuerst sollten sie ihre eigenen heiligen Bücher, denen sie folgen, durchlesen und sich über die Grausamkeiten informieren, die um der Christenheit Willen ausgeübt wurden, wobei sie historische Vergleiche mit den Angaben in der Bibel machen können. Am Ende werden sie sich sicher schämen.

Nun erlauben wir uns, Ihnen von geschichtlichen Ereignissen zu berichten, welche die christlichen Geistlichen, wahrscheinlich deshalb, weil sie keine genügende Zeit zum Untersuchen hatten, noch nicht erfahren haben. Wir werden noch auf einige Affären der Christen hinweisen, die sich unschuldige, kultuvierte und gütige Menschen nennen und glauben, dass sie diese Taten angeblich mit den Gedanken wie Menschenliebe, Barmherzigkeit begangen hätten. Dabei werden wir die Werke ihrer eigenen Historiker, ihrer Schriftsteller und ihrer Geistlichen zur Hilfe nehmen.

Die liebesvoll, unschuldig und kultuviert genannten Christen haben die Kreuzzüge mit dem Zweck organisiert, die heiligen Länder von St. Jesus und Jerusalem aus den Händen der Moslems zubefreien, die sie grausam nannten und noch immer so nennen. Während aber die damaligen Christen in der Tat ihr Leben im halbwilden Zustand führten, setzten sich die Moslems an die Spitze der Zivilisation und übernahmen in der ganzen Welt auf den Gebieten Wissenschaft, Technik, Kunst, Landwirtschaft und Medizin die Führung. Durch diese hohe Zivilisation erreichten die Moslems einen großenWohlstand. Dies bezauberte die christlichen Völker, die halbhungrig und halbnackt ihr Leben führten und deshalb beneideten sie die Moslems. Sie hegten dauernd die Absicht, die reichen Moslemländer auszuplündern. Da wurde ein Mittel entdeckt: Die heiligen Stätten von St. Jesus waren in Besitz der Moslems. Diese Stätten müsste man ihnen wegnehmen.

Ein aufhetzender Priester namens Piere I’Ermite, der Geld süchtig und blutdürstig war, behauptete, dass er von St. Jesus geträumt und ihn St. Jesus mit den Worten gebeten hätte “Befreie mich aus den Händen der Moslems.” Dieser Priester suchte Leute, die an der Befreiungsaktion der Stadt Jerusalem freiwillig teilnehmen wollten. Er hetzte Sie zu dieser Aktion auf. Das war für die Plünderer eine einzigartige Gelegenheit. Sie nahmen an dem ersten Kreuzzug, die der verrückte Priester Pieerre I’Ermite organisiert hatte, mit dem Ziel teil, auf dem Wege nach Jerusalem zahlreiche Eigentümer und wertvolle Waren in Besitz zu nehmen. Befehlshaber dieser Plünderer war der arme Ritter Gautier. Die Kreuzfahrer, die anfangs nur aus Plünderer bestanden, begannen auszuplündern, schon bevor sie ihre Heimat verliessen. Schon in Deutschland raubten sie einige Städte aus. Als sie in Istanbul (Kostantinopel) ankamen, wurde auch diese reiche byzanthinische Stadt ihrer Plünderung ausgesetzt, während die Retter (!) auf das Flehen ihrer christlichen Brüder kein Gehör schenkten. Gleich nach den Kreuzfahrern, die unabhängigerweise alles angriffen und vor der Ankunft in Jerusalem von den Seldschuqiten vernichtet wurden, traten neue Kreuzfahrer auf. Die Kreuzzüge, die bald zu einer Ehrensache für die Christen wurden, wurden jeweils mit einer Armee ausgeführt. Nach einem Bericht bereitete sich eine Armee von einer Million, mindestens von sechs hundert tausend Soldaten auf den Angriff vor. Die Kreuzzüge führten von 489 (n. Chr. 1096) bis 669 (n. Chr. 1270) 174 Jahre lang in acht Richtungen fort. Später wurden auch Kreuzzüge gegen die Türken organisiert. In Nigbolu und in Warna kämpften die osmanischen Türken gegen Kreuzarmeen und besiegten sie. Manche fanatische Christen halten den Balkankrieg, der 1330 (n. Chr. 1912/13) ausbrach und den sie gegen die Türken geführt haben, für einen Kreuzzug.

An den Kreuzzügen beteiligten sich der deutsche Kaiser Friedrich Barbarossa, Friedrich der Zweite, Konrad der Dritte, Heinrich der Siebte, der englische König Richard Löwenherz, Philipp Auguste, einer von den französischen Königen und Saint Louis, Andreas der Zweite, der König Ungarns und noch viele andere Könige und viele Fürsten. Nachdem sie auf dem Weg nach Jerusalem verschiedene Grausamkeiten verübt und wie oben erwähnt in Istanbul (Kostantinopel), ihre eigenen Religionsbrüder, grausam vernichtet hatten, kamen sie in Jerusalem an. Unten zitieren wir einen kleinen Abschnitt, den wir dem Werk des Christen Michaud über die Kreuzzüge in fünf Bänden entnahmen:

“Den Kreuzfahrern gelang es, 492 (n. Chr. 1099) in die Stadt Jerusalem einzuziehen. Bis sie die Stadt einnahmen, hatten sie 70.000 Moslems und Juden geköpft, moslemische Frauen und Kinder, die in die Moscheen Schutz suchten, ohne Mitleid und Erbarmen getötet. Auf den Strassen floss ein Bach aus Blut. Die Strassen waren wegen der Leichen gesperrt. Die Kreuzfahrer waren so barbarisch, dass sie zehn tausend Juden, schon am Rhein in Deutschland töteten.” Die moslemischen Türken haben in Wien keine Frau und kein Kind getötet. Die Litographie, die an dem Turm auf dem Gipfel in Wien hängt, ist vollkommen ein Phantasieprodukt. Dagegen ist die Grausamkeit des Kreuzfahrers in Jerusalem, die von einem christlichen Historiker übertragen wurde, leider eine unwiderlegbare Tatsache.

Ahmed Dschawdad Pascha, Friede sei mit ihm, schreibt in seinem Buch Kýsas-ý Enbija (Geschichte der Propheten)

“Das Heer des Kreuzfahrers zog im Jahre 492 (n.Chr. 1099) in die Stadt Jerusalem ein und metzelte das ganze Volk der Stadt nieder. Sie töteten über 70.000 Moslems, die in der heiligen Moschee Schutz gesucht hatten. Unter ihnen waren viele Gelehrte, viele Fromme und viele hilflose Alten. Die christlichen Barbaren plünderten zahlreiches Gold, zahlreiche Silberöllampen und Antiquitäten von unschätzbarem Wert aus der Schatzkammer am berühmten, wertvollen Stein, namens Sahratullah aus. Die Kreuzfahrer eroberten viele Städte von Syrien und so enstand das Königsreich von Jerusalem. Gegen dieses Königsreich kämpften die Moslems jahrelang und auf beiden Seiten fanden hunderte von Kämpfen statt. Schließlich zog der Herrscher Salahaddin bin Ajjub[Sultan Salahaddin Ajjub gest. 589 [1193].] Segen ALLAHs, des Erhabenen sei mit ihm, nach vielen Kriegen durch den Sieg “Hattin” 583 (n. Chr. 1186) am Freitag, dem 20. Redscheb, in Jerusalem ein. In einem Jahr machte er in mehreren Städten die Kreuzfahrer unschädlich. Hunderttausende von Moslems rettete er von der Gefangenschaft. Der Metropolit von Jerusalem, die Bischöfe und die Geistlichen fuhren in Trauerkleidung nach Europa. Und sie trieben dort Propaganda für Rache. Der Papst starb aus Trauer, als er den Bericht der Niederlage hörte. Überall in Europa wurde von neuem ein Kreuzzug organisiert. Der deutsche Kaiser Friedrich, der König Frankreichs Philipp, der König Englands Richard kamen, mit Kreuzen beschmückt, jeweils mit großen Heern bis in die Nähe von Jerusalem. Sie konnten Jerusalem nicht erobern. Der Sultan Malik Eschraf, Segen ALLAHs, des Erhabenen sei mit ihm, eroberte die Stadt Akka, die der Stützpunkt der Kreuzfahrer war und die anderen Städte im Jahre 690 (n. Chr. 1290). Somit endeten die Kreuzzüge.” Jerusalem, über welches die Christen von 1099 bis 1187 achtundachtzig Jahre lang herrschten, wurde 1187 n.Chr. von Salahaddin al-Ajjubi gerettet. Er nahm Richard Löwenherz, der gegen ihn kämpfte, gefangen. Aber er behandelte ihn höflich und barmherzig, nicht wie einen Gefangenen, sondern wie einen König. Vor Ihnen steht wahrhaftig ein gutes Beispiel, das den Unterschied zwischen “dem barbarischen Islam” und “liebevollen Christentum” darstellt.

Er ist eine Tatsache, dass manche Kirchen von den Moslems zur Moschee gemacht wurden. Aber keine von denen wurde abgerissen, im gegenteil wurden sie sogar repariert. Als Fatih Sultan Muhammed Han, Friede sei mit ihm, Istanbul eroberte, ließ er die Kirche Sophien zur Moschee umbauen. Dieser Dienst war eine der erfüllten Friedensbedingungen. Dies war nicht nur eine religiöses Ergebnis, sondern auch ein Gedenkzeichen an den größten Sieg der Türken. Der heilige Prophet Muhammed, Friede sei mit Ihm, sagte schon damals, dass Istanbul (Kostantinopolis) von den Moslems erobert werde und meldete bezüglich des Eroberers dieser Stadt und seiner Soldaten: “Glück sei ihnen!” Fatih Sultan Muhammed Han, der in der Geschichte durch die Eroberung von Istanbul eine neue Epoche einleitete, musste die Sophienkirche, die ein Symbol der Christenheit war, zu einer Moschee, d.h. zum Symbol des Islams machen, um dieses Ereignis der ganzer Welt bekanntzugeben. Er ließ die Sophienkirche niemals abreißen, sondern restaurieren. Im heiligen Koran steht kein Befehl darüber, dass man die Kirchen abreißen sollte. Wie Sie auf den kommenden Seiten lesen werden, haben die moslemischen Regierungen immer die Kirchen und die anderen Gebetsstellen vor dem Angriffen geschützt. Nun möchten wir Ihnen von der Affäre berichten, wie man eine Moschee zu einer Kirche gemacht hat. Die folgende Schrift wurde dem Werk “Spanien” entnommen, das 1312 (n. Chr. 1894) in der Stadt Würzburg Deutschlands veröffentlicht wurde, zusammengestellt von dem Prinzen Salvator, von Prof. Graus, von dem Theologen Kirchberger, dem Baron von Bibra und der Herrin Threlfall.

“Eine von der bedeutensten Städten in Spanien ist Cordoba. Diese Stadt war das Zentrum des arabischen Staates Andalusien. Als die Moslems in Jahre 95 (n. Chr. 711) unter der Leitung von Târýq ibn Seschad, Friede sei mit ihm, nach Spanien überfuhren, machten sie sich diese Stadt zur Haupt-und Kulturstadt. Früher herrschte dort ein halbbarbarisches Leben. Es wurden ein großer Palast, der als Al-Kasr bezeichnet wurde, Krankenhäuser und Hochschulen gebaut. Dazu wurde noch eine große Universität, errichtet. Sie war die erste Universität, die je in Europa errichtet wurde. Bis zu dieser Zeit waren Europäer in dem Wissen, der Technik, der Medizin, der Landwirtschaft und der Zivilisation weit zurückgeblieben. Die Moslems machten sie mit Wissen, und Medizin, Technik und Zivilisation vertraut und brachten ihnen den Lehrberuf bei.

Der Herrscher Abd-ür-Rahman der Erste, Friede sei mit ihm, der Gründer des islamischen Staates Andalusien, wollte in Cordoba eine sehr großartige Moschee bauen lassen. Sein Ziel war es, dass sie größer, prächtiger und zärtlicher als die Moschee in Bagdad sein sollte. Dazu liess er das günstigste Baugrundstück bestimmen. Aber es gehörte einem Christen. Dieser Mann verlangte für sein Landstück viel Geld. Abd ur-Rahman der Erste, der sehr gerecht war, wendete auf keinen Fall Gewalt an, obwohl er in der Lage dazu war. Im Gegenteil zahlte er, was der Christ verlangte. Die Christen bauten mit diesem Geld drei kleine Kirchen. Mit dem Aufbau der großartigen Moschee wurde im Jahre 169 (n. Chr. 785) begonnen. Abd ur-Rahman kam täglich oftmals zur Baustelle und arbeitete dort selbst wie ein Arbeiter. Das Baumaterial wurde von den Morgenländern besorgt. Die besten Balken aus Libanon für die Teile aus Holz dieses Aufbaus, buntfarbige Marmorsteine von verschiedenen Ländern im Orient für die Marmorteile, wertvolle Steine aus Irak und Syrien, wertvolle Perlen, Smaragde und Elfenbeine wurden angehäuft. Alles war in Fülle vorhanden. Schrittweise begann die Moschee zu erscheinen. Abd ur-Rahman der Erste starb im Jahre 172 (n.Chr. 788) ohne, dass er die letzte Gestalt der Moschee sehen konnte. Die Herrscher nach ihm, sein Sohn Hischam und sein Enkel El-Hakem der Erste, Friede sei mit ihm, strengten sich um die Vollendung der Moschee an. Sie wurde in zehn Jahren vollendet. Ihre letzte Gestalt erhielt sie, nach jährlich neuen Hinzufügung erst im Jahre 380 (n. Chr. 990). Das heißt, sie wurde 205 Jahre später vollendet. El-Hakem der Zweite ließ in der Moschee im Jahre 366 [976] eine Kanzel aus Gold bauen.[El-Hakem gest. in demselben Jahr.] Auf diese Weise wurde diese Moschee zu einem sehr großartiges, vollkommenes sehr auffälliges und sehr ausgezeichnetes Werk. Die Abmeßungen der Moschee waren 120 mal 135 m in Form eines Rechtecks. das an zwei Ecken verlängert war. Diese Verlängerungen waren fast 135 m., und schlossen sich an den Hauptbestandteil der Moschee an und dadurch entstand ein offener Hof. In der Moschee standen 1419 Säulen, deren Größe jeweils zehn Meter war. Diese Säulen wurden aus erstklassigem Marmor hergestellt. Die Bogen an den Spitzen der Säulen wurden aus verschiedenen bunten Marmorsteinen gebildet. Wenn man in die Moschee eintrat, fand man sich in einen Wald von Säulen.

Jeder der sich die Säulenknäufe ansah, wunderte sich über ihre Schönheit. Jeder, der in die Moschee eintrat, wurde bezaubert. Eine solche Schönheit gab es damals nirgendwo auf der Welt.

Die Moschee hatte zwanzig Tore. Vor denen Gärten mit Orangenbäumen dafür sorgten, dass es überall grünte. In der Umgebung der Moschee gab es auch Gärten, Teiche, Brunnen und Springbrunnen. Es wurden viele Brunnenanlagen für die rituelle Reinigung der Moslems gebaut. Die Bodenfläche der Moschee war mit wertvollsten Marmor und mit verzierten Holzstücken versehen. Durch die hochwertigen Holzstücke aus dem Libanon zur Herstellung der Moscheedecke entstandt eine besondere Schönheit und große Pracht.

An den Wänden und Zimmerdecken befanden sich Schnitzsägen, feine Stickereien und sehr kunstvolle Schriften. Wenn man einmal in die Moschee hineinblickte, hatte man den Eindruck, als wollte der großartige Wald der Säulen nicht aufhören. Die bunten Lichter, die Nachts von den Silberöllampen ausgebreitet wurden, beleuchteten die ganze Moschee. Der bekannte Historiker Ahmed el-Mekkari schreibt in seinem Buch (Nefh-ut-týb min-gasni-Andulusien ir-ratib)[Ahmed el-Mekkari gest. 1041 (n.Chr. 1632) in Ägypten.] über diese Moschee folgendes:

In der Moschee gab es 7425 Lampen und Öllampen. Die Hälfte der Lampen leuchtete nachts in den Monaten außerhalb des Ramadans. Im Monat Ramadan, an religiösen Festtagen und in religiösen Feiernächten wurden alle Öllampe angezündet. Man verbrauchte jährlich 24.000 Okka (30.712 kg.) Olivenöl für die Lampen und Öllampen. Außerdem wurden jährlich 120 Okka (1539,60 kg.) Amber und Aloeholz geräuchert, damit die Moschee duftete.

Auf der Spitze der Minaretten standen Hauben in Form eines Granatapfels. Diese Hauben waren mit Juwelen, Perlen, Smaragden verziert, die Teile zwischen den Steinen wurden mit Goldstücken bedeckt. Im arabischen Lexikon Mündschid, das die Christen verfassten, stehen zwei ausgezeichnete Bilder von der Morschee “Çordoba.”

Als die Christen nach der Vernichtung des Staates Andalusien im Jahre 897 (n. Chr. 1492) in die Stadt Cordoba einmarschierten, richteten sie sich zuerst an diese Moschee. In dieses großartige, prächtige Gebäude traten sie auf ihren Pferden ein. Sie schnitten den Moslems, die in der Moschee Schutz suchten, die Kehle durch, so dass durch die Türe der Moschee Blut herausfloß. Danach rissen sie die Kanzel aus Gold ab und verteilten sie und die Lesepulte aus Elfenbein untereinander. Auf den ausgezeichneten, mit Perle und Smaragd verzierten Koran, der als zweiter von St. Othman, Friede sei mit ihm, niedergeschrieben war und in der Kanzel lag, stampften sie mit Füßen. Somit wurden die Kanzel und der Koran, diese zwei wunderbaren, seltenen Werke vernichtet. Die barbarischen Spanier zwangen alle Moslems und Juden im Schatten des Schwerts zum Christentum. Die Juden, die sich befreien konnten, flüchteten ins Osmanische Reich. Die heutigen Juden in der Türkei stammen von daher. Die Moslems taten, während sie die spanische Halbinsel eroberten, weder den Christen noch den Juden ein Leid an und niemals haben sie das Volk daran gehindert ihrer Religion gemäß zu leben.

Nachdem die christlichen Spanier mit ihrer furchtbaren Grausamkeit die Moslems und die Juden getötet hatten, begannen sie, diese wunderbare Moschee abzureissen. Zuerst holten sie die Hauben aus Gold und Smaragd, in der Form eines Granatapfels von der Spitze der Minarette herunter und plünderten sie aus. Sie setzten an ihre Stellen primitive Hauben in in Form eines Engels, aus einfachem Stein hergestellt auf und rissen die prächtigen, wunderbaren Schmücke aus Holz, von der Zimmerdecke ab. Die ausgezeichneten Marmore auf dem Boden zerschlugen sie und setzten anstatt deren Steine ein, holten alle Schmuckwerke an den Wänden herunter, versuchten die Säulen niederzureißen. Aber sie konnten nur einen Teil davon niederreißen. Die übrigen tünchten sie mit Kalk. Hunderte von niedergerissenen Säulen blieben als ein riesiger Marmorhaufen zurück. Die meisten der zwanzig Tore wurden mit Steinen zugemauert. Das letzte Zeichen für ihre Grausamkeit war ihr Entschluß, im Jahre 929 (1523), auf dem Platz der Moschee eine Kirche zu bauen. Sie baten zu diesem Zweck Karlos (Charles Qurint) den Fünften, den Kaiser Spaniens und Deutschland im Jahre 966 [1558 n.Chr.] um Genehmigung. Charles Quint weigerte sich zuerst. Aber die fanatischen Kardinäle zwangen ihn dazu und standen dafür ein, dass es der Religion wegen bestimmt ausgeführt werden sollte. Der stärkste Verfechter unter ihnen war Kardinal Alonso Maurique, der sehr einflußreich war. Dieser Kardinal überzeugte auch den Papst davon. Als Charles Quint davon erfuhr, dass der Papst es auch verlangte, die Moschee zur Kirche umzubauen, mußte er sich auch für einverstanden erklären. Hiermit entschied man darüber, dass in der Mitte der wunderbaren Moschee eine Kirche gebaut werden sollte. Zum Bau der Kirche wurden viele Säulen umgestürzt, und so verminderte sich die Zahl der Säulen der Moschee auf 812. Es wurden also sechshundert wertvolle Säulen umgestürzt. Die gebaute Kirche sah mit ihren Abmessungen 52x12 m wie ein unästhetisches Gebäude aus. Charles Quint selbst kam nach Cordoba, sah diese Kirche und wurde darüber sehr traurig: ‘Als ich eure Grausamkeit erlebte, bereute ich es sehr, dass ich es euch genehmigt hatte. Wenn ich gewußt hätte, dass ihr vorhattet, dieses schöne, auf der Welt unvergleichliche Werk zu zerstören, hätte ich euch bestraft, anstatt es euch zu genehmigen. Die Kirche, die ihr gebaut habt, ist nur eines von den häßlichen Gebäuden, die man überall trifft. Jedoch ist es unmöglich, eine so großartige Moschee aufs neue zu bauen.’ Diejenigen, die dieses prächtige Gebäude besichtigt haben, bewundern die Größe und Schönheit dieses großen Werks islamischen Baustils, obwohl es ruiniert ist, und finden den traurigen Zustand der Kirche schade, die in der Mitte wie ein Zwerg darsteht und der ruinierte Zustand dieses prächtigen Werks beeindruckt sie sehr.”

Nun reden wir die christlichen Geistlichen an, die behaupten, dass der Islam eine grausame Religion sei: Dies ist die Wahrheit! Während Sie mit Wortschwall und -spiel behaupten, stützen wir uns auf die Wahrheit, die alle Welt weiß. Die oben zitierte Schrift wurde von einem Komitee, niedergeschrieben, das aus Christen, sogar christlichen Geistlichen bestand. Da ist also das Faktum. Überlegen Sie also noch einmal: Wer hat die Menschen zu seiner eigenen Religion mit Gewalt gezwungen? Wer hat die Anbetungsstellen ausgeplündert und zerstört? Wer hat sich wohl grausam verhalten? Die Antwort auf diese Fragen haben Sie hiermit erfahren! Die berühmte Moschee in Cordoba wird heute La Mezquita Kirche genannt. Das Wort La Mezquita kommt von dem Wort “Mesdschid” (kleine Moschee). Das heißt, dieses Gebäude hat heute noch den Namen “Mesdschid”. Ihre Besucher betrachten sie nicht als eine Kirche, sondern als ein großes und prächtiges Werk der islamischen Kultur.

Im ersten Abschnitt seines Buches (Alem-i Islam), das in Istanbul in türkischer Sprache veröffendlicht wurde berichtet Abdurreschid Ibrahim Effendi[Abdurreschid Ibrahim Effendi starb. 1944 n.Chr. in Japan.] (1910 n.Chr.) bezüglich der Feindschaft der Engländer folgendes: Die baldige Zerstörung des islamischen Staates war das hauptsächliche Ziel der Engländer. Selbst das sie den Krimkrieg veranlassten und den Türken zur Hilfe eilten war ein heimtückischer Plan, den sie zur Vernichtung des islamischen Saats ausführten. Das Abkommen, das in Paris geschlossen wurde, legt diese Tatsche offen dar. (Die Vorschläge, die die Engländer während der Lausaner Friedenskonferenz vorlegten, bilden auch ein Beispiel für diese Feindlichkeit.) Jedes Leid das auf die Türken zukam, kam von den Engländern, die es immer gut verstanden, sich hinter ihren zahlreichen, heimtückischen Plänen zu tarnen. Der Grundsatz der englischen Politik ist die Vernichtung des Islams und der wahre Grund für diese Politik ist ihre Angst. Sie benutzten Menschen, die fern von jeder Tugend waren, um den Islam zu zerstören, indem sie diese als islamische Gelehrte und Helden presentierten. Kurz gesagt sind die Engländer der größte Feind des Islams.

Die bestialischste und wildeste der Grausamkeiten, die die Christen gegen Moslems hegten, wurde von Engländern in Indien getrieben. Dies schreiben der Gelehrte Fadl al-Haq Hayr-âbâdi in seinem Buch “Revolution von Indien” (Es-Sawrat-al-Hindiyye) und Maulana Gulâm Michr Ali in seinem Buch “El-Yewaqýt-ül Michriyye,” das die Randbemerkung für “Revolution von Indien” ist; [eine indische Ausgabe vom Jahre 1384 (n. Chr. 1964)]:

“Die Engländer erhielten zum ersten Mal von Ekber Schah 1008 (n. Chr. 1600) die Genehmigung, in Kalkuta in Indien, kaufmännische Geschäfte zu betreiben. In der Zeit des Herrschers Schah-ý Âlem kauften sie Grundstücke in Kalkuta, setzten zu ihrem Schutz Soldaten ein. Weil sie im Jahre 1126 (n. Chr. 1714) den Sultan Ferruh Sir Schah geheilt haben, bekamen sie das Recht, überall in Indien Grundstück zu kaufen. In der Zeit von Schah-ý Âlem dem Zweiten traten sie in die Hauptstadt Delhi ein und verwalteten sie. Gleich danach begannen sie, mit ihren Grausamkeiten. Die Wahhabiten in Indien schwärzten 1274 (n. Chr. 1858) Sultan Bahadýr Schah den Zweiten, der Sunnit, Hanefit und Gelehrter war, mit den Worten ‘Er ist verirrt’ oder sogar ‘ungläubig’ an. Mit Hilfe der Wahhabiten, der Ungläubigen von Indien und des verräterischen Wesirs Achsenullah Khan marschierten die englischen Soldaten in die Haupstadt Dehli ein, überfielen die Häuser bzw. die Läden und raubten Waren und Gelder. Sie metzelten sowohl Frauen als auch Kinder nieder. Es gab kein Wasser zum Trinken. Sie führten den Schah, der sehr alt war und bei der Türbe von Humaun Schah Schutz suchte, mit seiner Frau und seinen Kindern auf den Burgweg, wobei seine Hände gefesselt waren. Patriarch Hudson ließ die drei Söhne des Schahs entkleiden und erschoß sie. Er trank sogar von ihrem Blut und liess ihre Leichen an dem Tor der Burg hängen. Einen Tag später brachte er ihre Köpfe dem englischen Befehlshaber Henri Bernard. Der sie kochte und dem Schah und seiner Frau als Speise schickte. Diese versuchten davon zu essen, da sie großen Hunger hatten, konnten es aber weder kauen noch schlucken. Sie legten die Fleischstücke auf den Boden. Daraufhin sagte der Sadist Hudson: “Warum habt ihr nicht gegessen? Es ist eine schöne Speise, die ich aus dem Fleisch ihrer Söhne kochen ließ.” Später warfen sie den Schah, seine Frau und seine anderen Verwandten in der Stadt Rangon ins Gefängnis. Der Schah starb 1279 (n. Chr. 1863) im Gefängnis.

In Delhi wurden dreitausend Moslems erschossen, sieben undzwanzigtausend Moslems niedergemetzelt. Nur diejenigen, die in der Nacht flüchteten, konnten sich befreien. Die Christen ermordeten in den anderen Städten und Dörferen sehr viele Moslems und rissen geschichtliche Kunstwerke nieder. Unvergleichliche, wertvolle Kunst-und Schmuckstücke trugen sie nach London.” Der Gelehrte Fadl al-Hak fand in gefangenschaft auf der Insel Endoman 1278 (n. Chr. 1861) den Märtyrertod.

Im Kalenderblatt vom 28.12.1994 der Zeitung Türkiye steht folgendes: Zur Zeit der britischen Kolonialregierung von Indien wurden siebzig Moslems in der Stadt Armitsar erschossen, weil sie einem britischen Mädchen, welches Fahrrad fuhr, einen Spass machten. Als man den Gouvorneur den Grund fragte, erwiderte er: “Ein britischer Mädchen ist heiliger als ihr Gott!” In der Zeitung Türkiye vom 31.12.1994 steht ein Bild: Ein bosnisches Mädchen liegt im Blutbad auf der Strasse. Daneben stehte ein serbischer Soldat und lacht. Unter dem Bild steht die Bemerkung: “Das siebenjährige Nermin wurde in Sarajevo von christlichen Grausamen so ermordet!”

Als die Russen, die 1400 (n. Chr. 1979) Afghanistan besetzten, islamische Kunstwerke zu zerstören und die Moslems töten, erschossen sie zuerst den großen Gelehrten, den Heiligen Ibrahim Mudschaddidi mit seinen hunderteinundzwanzig Schülern, seine Frau und seine Töchtern. Der Grund dieser Grausamkeit, dieses gemeinen Angriffs waren wieder die Engländer. Denn als Hitler, der Staatsführer, 1945 die sowjetische Armee besiegt und in die Lage kam, nach Moskau einzumarschieren, rief er laut im Radio: “Ich nehme die Niederlage an. Und ergebe mich. Erlaubt und gebt mir nur die Möglichkeit, den Krieg gegen Russland weiterzuführen. Ich kann die russische Armee vernichten und somit die Katastrophe des Kommunismus auf der Welt beseitigen.” Der englische Minister Präsident Churchill lehnte den Vorschlag von Hitler ab. Die Amerikaner und die Engländer halfen den Russen weiter und besetzten Berlin nicht, bevor die Russen dort eintrafen. Sie verursachten, dass die Russen für die ganze Welt ein Unglück wurden.

Wir haben nicht vor, verschiedene Grausamkeiten der Christen aufzuzählen und auf jedes Detail einzugehen. Die Geschichte handelt fast zu jeder Zeit von ihren Grausamkeiten. Der Inquisitionsgreuel, der im Namen der Religion begangen wurden, das große Unglück der Bartholomäusnacht und ähnliche Gruppenmassaker weisen im einzelnen unverständliche Grausamkeiten auf, die die Christen gegen Angehörigen anderer Religionen verübten. Nun kommen wir auf die Frage zurück: Gab es denn unter den moslemischen Herrschern, Befehlshabern oder Staatsmännern wohl keine Tyrannen? Diese Frage können wir leider nicht mit “nein” beantworten. Denn solche Tyrannen erschienen auch unter den Moslems. Jedoch waren sie sehr wenig. Sie wurden nicht so dreist wie die Christen, zu behaupteten, dass sie ihre Grausamkeiten im Namen der Religion verübten und hetzte die islamische Welt nicht zum Widerstand gegen die Christen auf. Sie wurden wegen ihrer Übeltaten bestraft. Nach dem Islam ist es niemals erlaubt, anderen Lebewesen zu schaden oder sie unterdrücken. Alle islamischen Gelehrten verhinderten jede Art von Tyrannei, was am folgenden Beispiel deutlich zu sehen ist:

In der achten Auflage des Buches Fezleke-i Târih-i Osmâni (Ein Auszug aus der osmanischen Geschichte) und in der dritten Auflage des Buches Târih-i dewlet-i Osmâni (Geschichte des Osmanischen Reiches) vom Jahr 1325 (1907) des Direktors der Schule “Sultani”, Abd-ar-Rahman Scheref Beg steht folgendes: “Während Sünbül Agha, der vom schwarzen Obereunuchen im Harem des Sultans pensioniert war, nach Ägypten reiste, wurde er von Seeräubern von Malta auf der Küste von Rodos überfallen und ermordet. Die Venezianischen Schiffe legten an der Halbinsel Mora an, schickten Truppen aufs Land und ermordeten tausende von Moslems mit Frauen und Kindern. Sultan Ibrahim hatte großes Mitleid mit allen diesen. Als er von dem Massaker der Christen erfuhr, wurde er sehr traurig. Zur Vergeltung gab er im Jahre 1056 (n. Chr. 1646) den Befehl, dass die christlichen Gäste unter der Verwaltung des osmanischen Staates ermordert werden sollten. Die damalige Religionskompetenz Scheich-ul Islam Ebus’-Sa’id Effendi, Friede sei mit ihm, hatte mit Bostancibaschi (Kommandeur der Leibgarde des Sultans) beim Sultan Audienz. Er äußerte dem Sultan, dass es gegen den Islam verstoße, ein solches Urteil zu fällen und unberechtigterweise jemanden töten zu lassen. Sultan Ibrahim, Friede sei mit ihm, der wie die anderen osmanischen Sultane dem Islam sehr gehorsam war und sich an ALLAHs des Erhabenen Buch, den heiligen Koran festhielt, hörte auf diesen Ratschlag und hob Sein Urteil auf.”

Schemseddin Sami Beg, Friede sei mit ihm,[Schemseddîn Saami gest. 1322 [1904 n.Chr.] in Istanbul] berichtet in seinem Buch Kamûs-ul A’lâm: “Sultan Ibrahim rezitierte den Gebetsruf sehr beeindruckend, hatte ein schönes Gesicht und schöne Augen. Er war mit seinem guten Charakter und seiner Freigebigkeit bekannt.” Achten Sie nun auf die islamische Religion! Während die islamischen Geistlichen die Christen vor dem Tod befreiten, appelierten die christlichen Päpste, Metropolite und die Priester die ganzen Welt dazu, die Moslems zu ermordern. Trotzdem stehen sie uns gegenüber und wagen es zu behaupten, dass der Islam eine grausame Religion sei! Und noch wiederholen sie das Wort von St. Jesus Christus “Reich demjenigen, deine linke Wange hin, der deiner Rechten eine Ohrfeige gab!”

Die Engländer und die Juden haben mit Lügen, Anschwärzungen und indem sie Geld und Ruhm versprachen die Jugend der Moslems verirrt und somit das Osmanische Reich zerstört. Sie machten den Ateismus, die Prostitution, die Entschleierung der Frau, den Alkoholismus und die Tugendlosigkeit zur Mode. Sie töteten die islamischen Gelehrten und vernichteten die islamische Wissenschaften. Die Spione der Engländer und der Freimaurer arbeiten als Religionsgelehrte um somit die schöne Tugend und die Anbetungen des Islams zu verfälschen. Lediglich der Name des Islams blieb bestehen. Zur Zeit der Partei Einheit und Freiheit wurden sogar die Paschas und Herren zum Feind des Islams, indem sie Gesetze setzten die den Islam völlig zerstörten. Es wurde verboten dem Islam gebunden zu sein und die Gebote des Islams zu verbreiten oder auszuführen, solche wurden als Verräter gehalten und dabei wurden viele Moslems getötet.

ALLAH, dem Erhabenen sei Dank, heute gibt es keine derartige christliche Angriffe mehr und die Sonne des Islams strahlt aufs neue über unserem Vaterland. Die Lügen und die Hinterlist der Feinde kam ans Licht. In dieser Freiheit kann der wahre Islam aufs neue bekannt gemacht werden. Jeder Moslem sollte ALLAH, den Erhabenen für diese Freiheit danken und den wahren Islam gut erlernen, für den doch unsere Ahnen ihr Blut vergossen haben. Doch falls wir unseren Kindern den Islam nicht lehren und sie nicht mit ihren Geboten vertraut machen, werden unsere Feinde, die auf der Lauer stehen, sie wieder mit gemeinen Spionen verirren. Das europäische und amerikanische Volk glaubt heute an die Wiederauferstehung nach dem Tod, an das Paradies und an die Hölle. Ihre Kirchen und Sinagoge füllen sich wöchendlich mit ihren Gläubigen und sie machten auch den Religionsunterricht zur Pflicht. Ist nicht jener der die Amerikaner als klug und kultuviert bezeichnet und ihre Prostitution, den Alkoholverbrauch, die Glückspielbesessenheit und die Lügen nachahmt, ein Lügner solange er nicht in ihre Religion eintritt. Wir, die Moslems bezeichnen die Christen als ungebildet und zurückgeblieben, denn sie glaubten an die Göttlichkeit des Propheten Jesus und seiner Mutter und machten sie zu Götzen, die sie anbeten. Sie leben heute in Reichtum weil sie die Gebote des Islams befolgen, doch sie werden ewig in der Hölle brennen, weil sie nicht an den heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, glauben.

Nun möchten wir unten einen Brief des heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, wörtlich wiedergeben, aus dem hervorgeht, wie ein Moslem handeln soll: In dem Brief des heiligen Propheten, der für alle Moslems verfaßt wurde, lautet es[Sein Original heißt Feridun Münschaati, dieser Brief findet sich auf Seite 30 des ersten Bandes des Buches Madschmua-i Münschaatü’s salatin von Feridun Beg.]:

“Folgendes Kapitel wurde mit dem Zweck verfaßt mitzuteilen, dass der heilige Prophet Muhammed, Friede sei mit Ihm, allen Christen ein Versprechen gab. ALLAH, der Erhabene, schenkte Ihm nämlich die Eigenschaft’ “Allerbarmen” und machte Ihn zum Aufbewahrer von allem, womit ALLAH, der Erhabene, alle Menschen beauftragt hatte. Diese Person, Muhammed, Friede sei mit Ihm, ließ dieses Kapitel zur Bestätigung seines Versprechens, welches er allen Nichtmuslimen gegeben hatte niederschreiben.

Wer sich wider dieses Versprechen verhält, begeht Ungehorsam ALLAH, dem Erhabenen, gegenüber, verspottet den Islam und verdient ALLAHs Verfluchung, sei es ein Sultan oder ein anderer. Wenn ein Christ (ein Geistlicher) oder ein Reisender auf einem Berge, in einem Tal, in einer Wüste, auf einer Wiese, auf einer Ebene oder auf dem Sand mit dem Zwecke zum Beten fastet, so werde ich mit allen meinen Freunden, Geliebten und mit meiner Gemeinschaft zusammen, all ihre Pflichten absehen. Ich nehme sie in Schutz. Trotz dem Vertrag, den wir mit den anderen Christen geschlossen haben, erkläre ich diese für befreit von allen Steuern, die sie bezahlen sollten. Sie brauchen keine Kopfsteuer zahlen oder können soviel geben, wie sie selbst wünschen. Behandelt sie nicht mit Gewalt! Entlasst ihre religiösen Führer nicht aus ihren Ämtern. Vertreibt sie nicht aus ihren Klostern oder Kirchen! Verhindert die Anbetenden unter ihnen nicht! Hindert sie nicht daran, zu reisen! Zerstört keinesfalls ihre Kloster und Kirchen! Materialien, die der Kirche gehören, dürfen nicht im Bau einer Moschee benutzt werden! Wer all das nicht beachtet, wird dem Gebot ALLAHs, des Erhabenen, und seines Propheten nicht gehorcht haben. Ihr dürft von denjenigen, die sich nicht mit Handel beschäftigen und sich nur mit Anbetung beschäftigt, keine Steuern wie Kopfsteuer einziehen, gleichgültig wo sie sind. Ich bürge für ihre Schulden auf dem Land oder Meer, im Osten oder Westen. Sie sind unter meinem Schutz. Ich gebe ihnen meine Garantie für ihr Leben. Erhebt von denen, die in den Bergen leben und sich dem Gebet widmen, keine Steuern, für ihre Produkte und ihr Getreide! Verlangt auch nicht einen Teil von ihrem Getreide für die Staatskasse! Denn ihr Getreideanbau ist nur für ihren Haushalt und nicht zum Getreidehandel. Wenn ihr für den Glaubenskrieg Männer braucht, so ruft keinen von ihnen ein! Zieht nicht mehr Steuern als jährlich zwölf Dirham ein, auch wenn sie reich sind, wenn ihr die Lebenssteuer einziehen sollt. Fordert von ihnen keine Dienstleistung mit Anstrengung oder Mühe! Wenn ihr mit ihnen zu verhandeln oder zu diskutieren habt, so ist das nur mit Mitleid, Barmherzigkeit und Güte durchzuführen. Ihr sollt sie immer mit Erbarmen und Barmherzigkeit beschützen. Behandelt die christlichen Frauen, die mit Moslems verheiratet sind, keinesfalls schlecht! Hindert sie nicht daran, dass sie zu ihren eigenen Kirchen gehen und dort gemäss den Vorschriften ihrer Religion anbeten. Wer wider diesen Befehl handelt, gilt als Ungehorsamer den Geboten ALLAHs, des Erhabenen, und Seines Propheten, Friede sei mit Ihm, gegenüber. Den Christen soll bei der Restaurierung ihrer Kirchen geholfen werden. Dieser Vertrag gilt bis zum Jüngsten Tag, er bleibt bis zum Ende der Welt gültig und niemand darf wider diesen Vertrag handeln.”

Dieser Vertrag wurde im Jahre 2 n. Hed am 3. Muharram in Masdschid as-Sa’ada von St. Ali, Friede sei mit ihm, niedergeschrieben.

Unterzeichnet von:

Prophet Muhammed, Sohn Abdullahs, Friede sei mit ihm.

Ebu Bekr bin Ebi-Kuhafe, Omar bin Hattâb, Osman ibn Affan, Ali bin Ebu Tâlib, Ebu Hurejre, Abdullah bin Mes’ud, Abbas bin Abdulmuttalib, Fadl bin Abbâs, Sübejr bin Awwam, Talha bin Abdullah, Sa’d bin Mu’âz, Sâbit bin Kais, Sejd bin Sâbit, Hâris bin Sâbit, Abdullah bin Omar, Ammar bin Yâser, Friede sei mit ihnen, allen.

Wie Sie sehen, gebietet der heilige Prophet Muhammed, Friede sei mit Ihm, die Angehörigen der anderen Religionen mitleidig und gutmütig zu behandeln.

Nun möchten wir Ihnen den Vertrag, den St. Omar in der Zeit seines Kalifats geschlossen hat, vorlegen. Manche Christen behaupten, dass St. Omar vier tausend Kirchen zerstört hätte: Was unten geschrieben ist, ist ein Garantiebrief, der von St. Omar dem Volk von Ilia geschickt wurde. Ilia ist der Name, den die Christen dem Propheten Elias, und auch der Stadt Jerusalem gaben:

“Der vorliegende Brief ist ein Garantiebrief, den der Kalif der Moslems Omar bin Hattâb dem Volk von Ilia geschickt hatte. Es umfaßt ihr Leben, ihre Existenz, ihre Kirchen, ihre Kinder, ihre Kranken bzw. Gesunden und andere Völker, wie es unten folgt:

Die Moslems dürfen nicht gewaltsam in ihre Kirchen eintreten, diese weder beschädigen noch zerstören. Sie dürfen nichts beschlagnahmen, sei es auch nur ein Getreidekorn. Sie dürfen ihnen keine Gewalt antun, damit sie ihre Religion und Gebetsformen ändern und sich zum Islam zu bekennen. Sie dürfen ihnen nicht schaden, auch wenn es geringfügig ist. Wenn sie das islamische Land freiwillig verlassen wollen, sollen ihr Leben, ihr Vermögen und ihre Ehre bis zu ihrem Zielort in Gewahrsam genommen werden. Wenn sie im islamischen Land leben wollen, werden sie völlig in Sicherheit sein. Sie sollen nur Tribut wie die von dem Volk von Ilia, zahlen. Falls manche vom Volk von Ilia mit dem Volk von Byzanz mit ihren Familien und ihren Eigentümern, übersiedeln und ihre Kirchen oder anderen Anbetungstellen evakuieren wollen, werden ihr Leben, ihre Eigentümer, ihre Kirchen und ihre Gelder in Gewahrsam genommen werden. Von denjenigen, die nicht einheimisch sind, wird bis zum Getreideanbau keine Steuer eingezogen werden, ob sie bei uns bleiben oder aussiedeln.

Die Gebote ALLAHs, des Erhabenen, und SEINES heiligen Propheten und das Versprechen aller Kalifen des Islams und der moslemischen Gemeinschaft lauten genau so, wie es in diesem Vertrag steht.

Unterzeichnet von:

Omar ül-Faruk

Zeugen:

Hâlid bin Welid,

Amr ibn al-Âs,

Abd’ar-Rahman bin Awf,

Muawije bin Ebu Sufjan.

St. Omar, Friede sei mit ihm, trat in Jerusalem ein. Die Christen waren damit einverstanden, Einkommenssteuer zu geben und gaben die Schlüssel der Stadt Jerusalem St. Omar, Friede sei mit ihm. Damit wurden sie von den schwierigen Steuern, furchtbaren Qualen und Grausamkeiten, die ihr eigenes byzanthinisches Reich verübte, befreit. In kurzer Zeit leuchtete es ihnen ein, wie gerecht und barmherzig die Moslems, die sie als Feinde ansahen, waren und sie sahen auch ein, dass der Islam eine Religion ist, die gebietet, sich hilfreich zu erweisen, mitleidig zu handeln und die Menschen auf den Weg zum weltlichen und jenseitigen Glück leitet. Ohne irgendeinen Zwang und geringste Bedrohung traten sie in Scharen in den Islam ein.

Wenn Sie diese beiden vorgelegten Dokumente durchgelesen haben, sehen Sie, dass die wahren Moslems und Führer gegenüber den Angehörigen anderer Religionen tolerant waren und ihnen eine große Freiheit gewährleisteten. Die Moslems leisteten den Christen und Juden bei jeder Gelegenheit Hilfe und restaurierten ihre heiligen Stätten, geschweige denn, dass sie sie mit Gewalt zum Islam bekehrten. Hier könnte man die Frage stellen: Tauchten denn nicht unter den Moslem solche auf, die den Christen Böses antaten? Ja, solche gab es auch. Aber sie waren nicht so viel und sie waren solche, die sich weder über Gebote noch Verbote des Islams im Klaren waren. Diese machten sich zum Sklaven ihrer Eigensucht und wurden selbst von den Moslems bestraft. Kein vernünftiger Moslem, der die Vorschriften unserer Religion gut erfahren hatte, gehorchte ihnen. Diese Typen, die keine islamischen Kennzeichen mehr als ihren islamischen Namen hatten, taten nicht nur den Christen Gewalt an, sondern auch den Moslems. Ihre Handlungen haben mit dem Islam nichts zu tun. Der 166. heilige Vers der Sure Nisa (Die Weiber) im heiligen Koran lautet:

Siehe diejenigen, welche nicht glauben und Unrecht tun, nicht wird ALLAH ihnen verzeihen und nicht leitet ER sie des Weges.

Wenn man die Bücher für die Koranauslegung durchliest, so sieht man ein, ALLAH, der Erhabene gebot, mit allen mitleidig und verzeihend unzugehen, dem Übeltäter zu vergeben, immer liebenswürdig, sanfmütig und mit guten Worten zu handeln, sich bei jeder Angelegenheit immer freundschaftlich mit anderen zu verständigen. Dass der heilige Prophet immer den Frieden predigte, dass er auch diejenigen, die ihm widerstanden, mitleidig behandelte, berichten die Geschichten der ganzen Welt.

Und nun möchten wir Sie mit einigen Beispielen konfrontieren, aus denen es hervorgeht, wie sehr sich die unglücklichen Christen fürchteten, die zum ersten Mal in ein islamisches Land kamen, zumal die christlichen Geistlichen, die all diese erwähnten Tatsachen ignorieren, den Islam wie eine grausame, blutale Religion bekanntmachen und die christliche Jugend auf diese Weise ausbilden. Es ist auch bemerkenswert, wie sehr dieselben Christen erstaunt waren, als sie die Tatsache erfahren haben. Die folgenden Schriften sind den diesbezüglichen Büchern der Christen entnommen. Frau Georgina Max Müller, die eine Zeit lang in Istanbul lebte, erzählt in ihren ‘Letters from Constantinople’ (Briefen von Istanbul)[Dieses Werk wurde 1315 (n.Chr. 1897) veröffentlicht.]:

“In der Schule, wurde uns eingeprägt, dass die Moslems grausam und besonders die Türken barbarisch seien. Es war für mich unbeschreiblich, wie ich mich damals fürchtete und traurig wurde, als ich davon hörte, dass mein Sohn, der im Aussenministerium tätig war, nach Istanbul ernannt wurde. Jedoch verbrachte ich im Gegensatz zu meinen Erwartungen die schönsten Tagen meines Lebens in Istanbul. Nachdem sich mein Sohn in Istanbul niedergelassen hatte, entschlossen wir uns, mein Mann, Professor Müller und ich dafür, ihn zu besuchen. Mein Mann war eine weltberühmte Person, die sich mit historischen Ereignissen auseinandersetze. Er fürchtete sich nicht wie ich vor den Türken und wollte auf historischen Stellen Forschungen durchführen. Ich hatte Angst, während ich die Reiservorbereitungen traf. Die Ursache meiner Angst war die Frage, wie uns wohl diese grausamen Moslems behandeln würden. Endlich kamen wir in Istanbul an. Die angenehme Landschaft von Istanbul machte einen netten Eindruck auf mich. Aber was mich in Bewunderung setzte, waren die Moslems, mit denen wir in Beziehung standen. Sie waren sehr höflich, sehr liebenswürdig und sehr kultiviert. Während wir durch die belebten Straßen von Istanbul gingen oder eine Moschee besuchten oder die byzantinischen Werke in den abgelegenen Orten besichtigten, verging uns die Angst und es kam uns keine Gefahr in den Sinn. Alle, die wir trafen, benahmen sich uns gegenüber sehr freundlich und waren uns immer behilflich. Dass wir Angehörige einer anderen Religion sind, machte auf sie keinen bösen Eindruck. Sie respektierten andere Religionen wie ihre eigene. Immer wenn ich mit solcher Verhaltensweise gegenübergestellt wurde, hatte ich großen Zorn gegen diejenigen, die uns falsch Kenntnisse eingeprägt und uns somit schlecht erzogen hatten. Die Moslems empfinden keinen Wiederwillen gegen St. Jesus, ganz im Gegensatz dazu was uns ein geprägt wurde, nehmen sie auch ihn als einen Propheten an. Sie stören uns nicht bei unseren religiösen Zeremonien und sie verspotten unsere Gottesdienste auch nicht. Sie benehmen sich uns gegenüber sehr menschlich, reden über unsere Religion (Christentum) keine gemeinen Worte, während wir die Moslems für die Ungläubigen halten, die auf dem Wege des Satans stehen.

Das Motto, das uns eingeprägt wurde, der Islam könnte nicht als Zivilisation betrachtet werden, kommt eigentlich daher, dass ein winziger Wahrheitskern übertrieben worden ist. Die Tatsache ist, dass sich die Moslems fest an ihren islamischen Sitten und Bräuchen halten und sie sich deshalb manche bösen Gebräuche nicht zu eigen machen, die die Europäer als einen Teil der Zivilisation ansehen. In der Tat sind diese bestimmten Gebräuche unwichtig und haben, wenn man es sich näher überlegt, mit der wahren Zivilisation nichts zu tun.

Die Türken sind an ihren eigenen Sitten und Bräuchen gebunden. Während sie ihren Alltag leben, halten sie sich immer an sie. Nach meiner Überzeugung sind die Türken die besten Moslems. Als ich sie mit den Moslems, die ich im Iran und Arabien kennengelernt habe verglich, merkte ich, dass die Türken wahre Moslems sind. Es rührte mich und machte mir Freude zu erleben, wie die Türken ihre islamischen Pflichten vom ganzen Herzen erfüllten, man wird davon bezaubert, es erweckt Neigung und Sympathie und man bekommt Respekt vor ihnen. Sie können sehen, wie die Leute, als Soldat, oder Gepäckträger, sogar Bettler sich an den Strassen, in den Gärten, auf den Märkten oder in den Geschäften, niederkniend niederwerfen oder die Hände ausgestreckt ALLAH anbeten. Jedoch werden diese Anbetungen nicht zum Schein erfüllt. Der Moslem mit korrektem Glauben geht wieder an seine Arbeit, wenn er sein Gebet erfüllt hat, das nicht sehr lange dauert. Der Moslem hält sich fest an den Moralregeln, die im heiligen Koran stehen. Aber man darf nicht vergessen, dass die Regeln der guten Moral des Islams seit dreizehn Jahrhunderte unverändert geblieben sind. Heute kennt man den größten Teil dieser Moralregeln nicht einmal in einer Hauptstadt von Europa. Der Grund dafür, dass die Europäer heute die Moslems als Fortschrittsfeinde ansehen, ist ihre Unwissenheit über die moralisch vorbildlichen Regeln, die der heilige Prophet Muhammed, Friede sei mit Ihm, aufgestellt hat. Sie scheinen dieses heilige Wort dieses großen Propheten nicht gehört zu haben: “Ich bin nichts mehr als ein Mensch. Nehmt es gleich an, wenn ich ein Gebot ALLAHs mitteile. Wenn ich aber über weltliche und irdische Angelegenheiten rede, so ist das kein Gebot ALLAHs, des Erhabenen. Dieses ist dann ein menschliches Wort.” Die naturwissenschaftlichen Kenntnisse haben sich seit der Zeit des Propheten Muhammed bis heute stark verändert. Der Islam gebietet es, dass man sich bei technischen Anwendungen zeitgemäß adaptiert. Wenn etwas, den heutigen Bedürfnisse angepasst wird, so wird das dem Islam keinesfalls Schaden, im Gegenteil wird somit verstanden, dass der Islam eine fortschrittliche, menschenfreundliche Religion ist.

Die Türken gingen mit der höflichen Haltung gegen die Angehörigen anderer Religionen so weit, dass heute im technischen Bereich eine große Anzahl von Christen angestellt werden. Warum betrachten wir also religiöse und naturwissenschaftliche Angelegenheiten nicht als unterschiedlich? Jedoch sollte man nicht vergessen, dass im Abendland die religiösen und naturwissenschaftlichen Angelegenheiten viel später voneinander getrennt wurden und erst dann, wenn auch schwer gelang es, die Religion davon zubefreien, als politische Waffe der Päpste zu dienen. Es war nicht leicht, dass die Christenheit die Nachteile begriff, die Religion zum Mittel der Politik zu machen. Wahrhaftig ist an den himmlischen Geboten nichts zu ändern. Die von den Propheten mitgeteilten Regeln über Anbetung, die Gerechtigkeit und die Ethik müßen daneben weiter existieren. Ein Beispiel dafür: Die Kirche von Schottland erklärte, dass die Einführung der Orgel in die Kirche sündig sei und, dass diejenigen in die Hölle gehen werden, die in ihren Kirchen das Orgelspielen zulassen. Die Haltung dieser Kirche weist darauf hin, dass es nicht richtig ist, dass technische und musikalische Instrumente bei religiösen Angelegenheiten, beim Gottesdienst benutzt werden. Im Osmanischen Reich, genauso wie in Europa, widerstanden manche Unwissenden den Neuerungen im Bereich der Naturwissenschaft und Technik sowie der Gebräuche und verweigerten jede Reform in Technik, hielten sie für eine teuflische Tat und schwärzten somit den Islam an. Mit der Zeit werden sich die Moslems von diesen Ignoranten endgültig befreien, betont Frau Georgina Müller und führt fort.

Die Europäer sehen die Türken als grausam und barbarisch an. Jedoch stammen die erwähnten Grausamkeiten völlig vom Mittelalter. Hand auf Herz müßen wir zugegeben: Hatten die Europäer im Mittelalter wohl niemand gewaltsam unterdrückt? Meines Erachtens waren wir damals sehr grausam. Unsere Geschichte besteht aus vielen Foltern und Grausamkeiten. Dagegen steht im heiligen Koran, dass man auch beim Krieg die Gefangenen barmherzig behandeln, die Geistlichen anderer Religionen, die Alten, die Frauen und Kinder keinesfalls stören soll. Wenn in der Geschichte trotzdem die Befehlshaber auftauchten, die gegen Gebote des heiligen Koran verstießen, so waren diese solche, die den heiligen Koran nicht richtig durchstudiert und ihr Wissen über die Religion von den unwissenden Geistlichen erworben hatten. Es wäre angebracht wenn der heilige Koran in alle Sprachen übersetzt, wäre. Daneben bin ich auch der Überzeugung, dass dazu noch eine gewisse Zeit gehört. Denn in allen Moslemländern hält man es für eine Sünde, außer dem Arabischen eine andere Sprache für die religiösen Angelegenheiten zu verwenden. Vor einigen Jahren wurde ein Moslem aus Madras in Indien verflucht, weil er in der Moschee einige Verse vom Koran indisch, statt arabisch rezitierte. (In der Tat war der Grund für diesen Fluch, dass man den Koran indisch rezitiert hatte und nicht, dass man den Koran indisch interpretiert hatte.) Der heilige Koran ist ein Buch, das in jedem Jahrhundert modern und ganz makellos ist. Manche Moslems, die vom Inhalt des heiligen Koran keine Ahnung haben, werden von den Fanatikern verirrt und gezwungen, die von ihnen eingeprägten Dogmen zu akzeptieren. Jedoch sehen die Gelehrten des Islams, die den heiligen Koran untersucht haben, dass ihre Religion sehr nützlich ist und, dass die Auffassungen, die in manchen Ländern (Gebieten) eingeprägt werden, dem Koran widersprechen. Ich möchte euch klarstellen: Es gibt keine anderen zwei Religionen, deren Grundprinzipien einander gleich sind, wie der ISLAM und das CHRISTENTUM. Diese beiden Religionen sind zwei Brüder oder wie Kinder eines Vaters. Die geistige Kraft, die die beiden leitet, ist gleich.” (Die Frau, die diesen Brief schrieb, sagt und glaubt deshalb so, weil sie in ihrer Kindheit unter dem Einfluss der Verleumdungen und Anschwärzungen war, von denen sie gehört hatte. Die Sache ist in der Tat ganz umgekehrt. Der heilige Koran wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und es wurden darüber viele Interpretationsbücher verfaßt. Dennoch ist es falsch, dass man diese Übersetzungen und Interpretationen als den heiligen Koran ansieht und beim Gottesdienst und Gebet daraus rezitiert.)

Der oben dargestellte Brief bringt viele Tatsachen hervor. Der Islam verbat es niemals, den heiligen Koran in anderen Sprachen zu interpretieren. Was er verbat, ist, dass man ihn nicht nur in die anderen Sprachen, sondern auch ins Arabische falsch übersetzt, gleichgültig ob das unbewusst oder mit heimtükischen Zwecken geschieht. Der heilige Prophet erklärte: “Wer den heiligen Koran nach seiner Auffassung deutet, wird ungläubig.” Die Bedeutungen des heiligen Koran können fehlerhaft sein, wenn ihn jedermann nach seiner eigenen Auffassung interpretiert. In dem Fall wird das Sprichwort: “Viele Köpfe, viele Sinne” zur Geltung kommen. So würde der Islam in die gleiche Lage geraten wie das Christentum. Das heißt, der Islam würde eine undeutliche und verdorbene Religion werden. Der heilige Prophet erklärte Seinen Gefährten den heiligen Koran von Anfang bis zum Ende. Auch die Gefährten des heiligen Propheten teilten das ihren Nachfolgern mit. Auch sie schrieben das nieder. Dadurch entstanden tausende von den Büchern der Koranauslegung. Mit der Zeit wurden mehrere Bücher der Koranauslegung im Persischen und im Türkischen verfaßt und gedruckt und auch tausende von Religionsbüchern hinzugefügt.

Eines der bekanntesten Interpretaionsbüchern heißt Mewahib-i alijje und ist persisch. Dieses Interpretaionsbuch verfaßte Hussejn Waiz al-Kaschifî, Friede sei mit ihm,[Der Gelehrte Husain Waiz Kaschifî gest. 910 [1505 n.Chr.] in Hirat.] dreihundert Jahre, bevor die Dame geboren wurde, deren Schrift wir oben zitierten. Die osmanischen Sultane und Gelehrten berichten, dass diese Koraninterpretation sehr wertvoll ist und übersetzten es gleichzeitig unter dem Titel Mewakib ins Türkische (Osmanische). Derjenige, der in der Stadt Madras verflucht wurde, war ein Ungläubiger, der versuchte, den Islam zu verderben. Er wurde verflucht, weil er den heiligen Koran falsch interperetiert hatte. Ausserdem waren diejenigen, die gegen ihn protestierten, große Gelehrten des Islams und verfassten religiöse Bücher ins Persische und Indische.

Nun möchten wir uns ansehen, was eine andere Fremde darüber denkt. Folgende Texte sind aus dem Werk “Twenty six years on the Bosphorus” von Dorina L. Neave, einer Engländerin entnommen, die von 1881-1907 (1325) in Istanbul lebte.

Frau Neave berührt nach ihrer Ansicht einige kritische Punkte im Islam, die sie festgestellt hatte und beklagt sich darüber, nachdem sie von den Vornehmlichkeiten und höflichen Behandlungen der Moslems gegenüber den Angehörigen anderer Religionen geschrieben hat. Sie lesen nun, was sie darüber schreibt:

“Hier findet eine Zeremonie im Muharrem [dem ersten Monat im Islam], die moslemische Feier genannt wird, statt. Obwohl ich seit langem in Istanbul lebe, ging ich bis jetzt nie, einer von diesen Zeremonien zu zusehen. Denn diese religiöse Feier war nach den Mitteilungen der Teilnehmer sehr grausam. Die Menschen seien bis zur Lende ausgezogen und mit den Worten “O Hassen, O Hussejn” schlagen Sie mit den Ketten in ihren Händen, auf ihren Leib, bis sie ganz von Blut überströmt sind.”

So erzählt die Frau Neave von der Rufai-Feier[Seyyid Ahmed Rufai gest. 578 [1183 n.Chr.]] weiter, an der ihre Bekannten ebenfalls teilnahmen: “Nach den Erzählungen bilden die Rufaiderwische eine Reihe und jammern, bis zur Lende nackt ausgezogen, sprechen laut das islamische Glaubensbekenntnis und bewegen sich gleichzeitig mal nach vorn und mal nach hinten. Dann beschleunigen sie ihre Bewegungen, jammern entsetzlicher und klagen. Somit geraten sie angeblich in mystische Ekstase. Sie tun als hätten sie einen epileptischen Anfall und springen ständig in die Luft, bis sie bewußtlos werden. Die Messer in ihren Händen stechen sie sich in ihre Leibe. Einige von ihnen rollen sich mit Blut beschmiert auf den Boden herum. Die Türkischen Frauen, die daran glauben, dass sie auf diese Weise gesegnet und heilig wären, legten ihre kranken Kinder unter vor Füße dieser Derwische, damit sie Heilung finden. Denn, wenn sie in dieser Ekstase auf ihre Kinder träten, würden sie nach ihrem Glauben von allen Krankheiten befreit werden. Ich bin der Überzeugung, dass diese Behandlung, die durch das Treten dieser Männer auf die Kinder ausgeführt wird, gewiß ihren Tod verursachen wird und, dass die Kinder somit von allen Krankheiten befreit werden. Wie können sie denn überhaupt an sowas glauben? Der teuflische Geschrei der Rufaiderwische, der schlechte Geruch von Knoblauch und Atem brachte die Besucher zum erbrechen. Meine Bekannten, die mir all das erzählt haben, sprachen weiter: ‘Diese Ausführungen erinnerten uns an die Grausamkeiten im Mittelalter. Wir haben solche primitiven Bewegungen bis jetzt nirgendwo erlebt. Wegen dieser schrecklichen Situation wurden wir krank’ ”

Nun möchten wir die oben erwähnten beiden Schriften weiter betrachten: Frau Georgina Müller schreibt alles zu Recht. Es stellt sich dadurch heraus, dass sie die islamische Religion eingehend geprüft hat. Dagegen irrt sich Frau Neave völlig. Sie kam zum Entschluß, dass diese Religion grausam und primitiv sei, weil sie die sogenannte Muharrem-Feier, die mit dem Islam nichts zu tun hat und von den Ignoranten aufgestellt worden ist und die Feier der Rufaiderwische, die ebenfalls mit dem Islam nichts zu tun hat, für die Prinzipien des Islams hielt. Diese Zeremonien wurden nach dem Tod von Sejjid Ahmed Rýfâî von den Ignoranten des Islams erfunden. Diese Tatsache zeigt uns, dass es für viele Europäer ein charakteristisches Merkmal ist, den Islam zu beleidigen ohne, dass sie die naturwissenschaftlichen und religiösen Fachkenntnisse, die in Medresse (in den osmanischen Universitäten) erworben und die Gebete, die von hunderttausenden von Moslems in den Moscheen in körperlicher und geistlicher Reinigung und in Ehrfurch und vorschriftmäßig verrichtet werden, berücksichtigen oder untersucht, ob das was man gehört hat, der Wahheit entspricht. Der Grund dafür ist der strenge christliche Fanatismus und die Feindschaft gegen den Islam.

Der Vorschlag von Frau Georgina Müller, dass der heilige Koran übersetzt und die Religion nicht zu irdischen Zwecken ausgenutzt werden sollte, wurde eigentlich bei den Gelehrten des Islams und bei den islamischen Regierungen, die ihn befolgten, immer ausgeführt. Daneben wurden auch religiöse Feiern, der abgeirrten Menschen in den zweiundsiebzig Sekte verschiedener Art, die der heilige Prophet prophezeit hatte und Angehörige des Derwischordens, welche hetzerische Tätigkeiten verübten und dadurch den Islam von innen zerstören, durch die Bücher der sunnitischen Gelehrten ausgemerzt. Diese großen Gelerten gaben der ganzen Welt bekannt, dass die sogenannte Muharrem-Feier und die erfundenen Feiern der sogenannten Rufai-Derwische, mit dem Islam nichts zu tun haben. Solche Zeremonien wurden von den islamischen Staaten verboten. Falsche Zeremonien wurden in den Büchern “Fetâwa al-Hadisijja, Maktubât-ý Rabbâni (der 266. Brief, letzter Teil), Hadika und Berika behandelt und es wurde ein Rechtsgutachten darüber abgegeben, dass sie als verboten erklärte. Der Islam besteht nicht aus Spiel, Musik, Zauberei oder Gaukelei. Ahmed ibn Kemal Effendi,[Ahmed ibniKemâl starb 940 [1534].] der große Gelehrte, der Scheich-ül-Islam, Friede sei mit ihm, im Osmanischen Reich erklärte: “Was der Scheich und sein Schüler zuerst tun sollten, ist, der islamischen Gesetzgebung zufolgen. Das islamische Religionsgesetz bedeutet im allgemeinen alles, was von ALLAH, dem Erhabenen, geboten und verboten ist. Der heilige Prophet teilte mit: “Ihr sollt denjenigen für einen Zauberer, einen Lügner und einen falschen Führer halten, der die Menschen auf den falschen Weg leitet und der sich der islamischen Gesetzgebung zuwider verhält. Auch wenn ihr ihn in der Luft fliegen, auf dem Meer gehen oder in den Mund Feuer nehmen und schlucken sieht.” “Die rechte islamische Religion, die die sunnitischen Gelehrten des Islams, Friede sei mit ihnen, überliefert haben, ist diejenige, die sich von allen Aberglauben fernhält und mit dem gesunden Menschenverstand vereinbar ist. Das einzige Buch des Islams ist der heilige Koran. Im heiligen Koran steht nur die Anbetung an ALLAH den Erhabenen. Die Formen dieser Verehrung, die ebenfalls von ALLAH dem Erhabenen verkündet sind, sind die vornehmste gesundeste und würdevollste Form. Nach dem, was im heiligen Koran verkündet worden ist, sind alle Moslems vor ALLAH, dem Erhabenen, gleich. Der Unterschied hinsichtlich der Tugenden zwischen den Moslems kommt nur vom Wissen und von der Frömmigkeit. Frömmigkeit (Takwa) heißt ALLAH den Erhabenen fürchten. Der 13. Vers der Sura Hudschurat (die Gemächer) im heiligen Koran lautet sinngemäß: “Siehe, der am meisten Geehrte, von euch, vor ALLAH, ist der Gottesfürchtigste unter euch.” Im heiligen Koran ist es niemals erlaubt, den Menschen zum Islam zu zwingen, dies ist verboten. Im heiligen Koran ist kein Anlaß dazu Gewalt oder Zwang anzuwenden, damit die Menschen den Islam annehmen. Heiliger Krieg wird durchgeführt, um den Islam, den islamischen Glauben bekanntzugeben und nicht um den Islam aufzuzwingen. Im heiligen Koran wird dem Menschen immer geboten, dass er andere mit Barmherzigkeit und Mitleid behandeln soll. Diejenigen, die nicht darauf achten, haben keine Verbindung mehr zum Islam.

In der Bibel von heute sind noch Teile, die Dekrete des Erhabenen aufweisen. Auch die Bibel gebietet den Menschen, gütig und liebevoll zu handeln. Die Gelehrten des Islams bestätigen, dass die Kapitel in der Bibel, die dem Islam nicht wiedersprechen, Worte ALLAHs, des Erhabenen sind. In der Wahrheit war das Christentum eine Religion mit dem Glauben an den einzigen Gott (ALLAH).

Der Trinität, die Dreieinigkeit, stammt aus den Strebungen der Juden, das Christentum zu vernichten und aus falschem Kommentar. St. Jesus, Friede sei mit ihm, sagte: ‘Reiche dem, der auf deine linke Wange eine Ohreige gab, auch deine rechte Wange!” und er fleht ALLAH, dem Erhabenen, um diejenigen, die ihn gewaltsam unterdrückten: “O mein Schöpfer! Vergib ihnen ihre Sünden! Denn sie wissen nicht, was sie getan haben.” Obwohl die beiden Religionen mitleidig und mit Milde handeln und beide auf der Basis der Geduld und dem Wohlwollen beruhen, wie haben denn ihre Angehörigen gegeneinder unbändigen Haß im Herz tragen und einander Unrecht antun können? Diese Grausamkeiten taten nur die Christen. Das geben sie auch selbst zu.

Die furchtbaren Erlebnisse, die wir eben gelesen haben, sind den Werken der christlichen Geistlichen und Historikern entnommen. Es könnte vielleicht einen Anlaß zur Verdacht geben, wenn wir diese Informationen den Werken der Gelehrten des Islams entnommen hätten. Wie lange wurde diese Grausamkeit gegen die Moslems geführt? Das wollen wir jetzt durch europäischen Quellen herausfinden. Nach den europäischen Literaturen war die Inquisitionen von 578 (1183) bis 1222 (n.Chr. 1807) insgesamt genau sechs hundert jahrelang tatkräftig. In Italien, in Spanien und in Frankreich wurden in diesen entsetztlichen Gerichten zahlreiche Menschen unberechtigt getötet, entweder um der Religion willen oder weil sie neue Ideen aufstellen. Sie wurden lebendig verbrannt oder unter verschieden Foltern ermordet.

Die Moslems und Juden in Spanien führten auf dem Weg zu diesen Gerichten ein elendes Leben, bis sie ganz vernichtet wurden. Ferdinand V,[Der König Ferdinand gest. 922 [1516].] der König von Spanien, der seinen eigenen Sohn auch zum Tod verurteilen ließ, sagte: “In Spanien existieren heute weder Moslems noch Ungläubige.” und rühmte sich dessen. Die sogenannten Inquisitionsgerichte vernichteten nicht nur die Angehörigen anderer Religionen, sondern auch alle Gebildeten und betrachteten die Reformen, die von Technik und Wissenschaft hervorgerufen wurden, als eine Sünde.

Auch Galilei, der den Europäern erklärte, dass die Erde in der Form einer Kugel ist und sich dreht, so wie er es von den Moslems gelernt hatte, wurde vor das Inquisitionsgericht abgeführt und konnte erst dann freigelassen werden, nachdem er seine Erklärung offiziel zurück genommen hatte. Diese Inqusiutionsgerichte verwalteten die Geistlichen, alle Behandlungen wurden heimlich durchgeführt, die Versammlungen liefen heimlich und die Sitzungen trugen sich immer geheim zu. Die Inquisitionsgerichte sind eine Schande für die Menschlichkeit und die Christen. In Spanien wurde die Inquisition das erstemal von Napoleon Bonaparte 1222 (n.Chr. 1807) aufgehoben, diese grausame Kraft, die nach dem Sturz von Napoleon Bonapart wieder auf die Beine kam, wurde erst 125 (1834) zur historischen Reminiszenz. Sicher ist, dass sie Millionen von den Menschen ermordeten und es unbekannt ist, wieviele Menschen die Inquisitionsgerichte zum Tod verurteilten. Die Tatsache, dass ein solches Gericht in Spanien achtundzwanzig tausend Menschen zum Tod verurteilten, gibt einen Einblick darüber, wieviele Menschen von diesen zahlreichen Gerichten hingerichtet wurden. Ishaq Effendi aus Harput, Friede sei mit ihm, stellte in seinem Buch Diya-al-Kulûb eine Liste über die Grausamkeiten auf, die die Christen gegen die Moslems und die Juden verübten und über die Grausamkeiten und Massakern die, die Katholiken und Protestanten sich gegeneinander im Namen der Religion antaten. Es stellt sich heraus, dass bei den Kreuzzügen, bei dem Krieg, der vom Kaiser Theophil und seiner Frau Theodora mit dem Zwecke geführt wurde, die Nichtchristen zu vernichten durch Massenhinrichtungen, die auf den Befehl vom Papst Gregorius VII. durchgeführt wurden, bei den Massakern im vierzehnten Jahrhundert, mit dem Zwecke die Menschen mit Gewalt zum Christentum zu bekehren, bei Angriffen in der Zeit des Staates Andalusien, die Moslems und die Juden zu vernichten, in der Bartholomäusnacht der Katholiken und später bei ihren Mordtaten, die Protestanten in Irland zu vernichten, bei den Massakern, wo die englische Königin Elizabeth die Katholiken ermorden ließ und bei den ähnlichen Grausamkeiten 25 Millionen Menschen getötet wurden. Diese Informationen hat der Verfasser Ishak Effendi aus Harput den Werken der christlichen Historikern entnommen. Wenn man die Massakern dazu zählt, die von den Russen 1321 (n.Chr. 1903) in Mittelasien, bei der kommunistischen Revolution von 1917, später und nach dem zweiten Weltkrieg auf aller Welt und besonders 1406 (n.Chr. 1986) in Afghanistan verübt worden sind, steigt diese Anzahl an.

Aus den oben erwähnten Dokumenten, die hauptsächlich den Büchern der Christen entnommen sind, werden folgende Tatsachen sichtbar:

1- Der Islam war niemals eine grausame Religion, die Moslems griffen die Christen nie mit dem Zweck an, sie zu vernichten, sie nahmen sie im Gegenteil in Schutz.

2- Dagegen hetzten sich die Christen einander gegen ihre religiösen Genossen, die Anhänger verschiedener Sekten waren, gegen die Moslems und die Juden auf, behandelten sie grausam, verübten jede Grausamkeit und machten das Christentum schließlich zu einer grausamen Religion.

Das heißt, diejenigen, die solche Grausamkeiten geleitet haben, ermordeten harmlose Menschen aus ihrem eigenen Interesse oder um ihrem Volk angeblich Gutes zu tun oder um es auszuplündern oder aus Haß und Rache, angeblich der Religion willen kurz gesagt, aus einem Grund, der mit der Religion nichts zu tun hat.

Die Religion ist DER WEG, MIT DEM ALLAH, DER ERHABENE, ZUFRIEDEN IST, und gebietet, einen reinen Charakter, nur Mitleid, Liebe und Gehorsam gegenüber den Alten und den Großen, und Mitleid zu den Kindern zu haben, Sie ist eine Religion die, die Menschen auf den rechten Weg leitet und dessen Ausnutzen zu persönlichen Vorteil die größte Sünde ist. Wenn man die Religion zu politischen oder anderen gemeinen Zwecken ausnutzt, und einige Unwissenden im Namen der Religion aufhetzt, so ist das eine große Sünde, die ALLAH, der Allerbarmer, strengt verbietet und tadelt. Wie kann man ein Papst oder ein Kardinal, der die Menschen mit dem Zweck zusammenbrachte, die Moslems ermodern zu lassen, indem er das Gebot seiner eigenen Religion verstieß, für einen Geistlichen halten? Wie können die Fanatiker, die die Moslems gegen ihre eigenen Sultane und Staasführer mit den Worten: “Die Religion geht verloren”! aufhetzten, in Beziehung mit der Religion stehen? ALLAH, dem Erhabenen, sei Dank, es gibt heute keine Ignoranten mehr, die durch diese naturwissenschafts-und religionsfeindliche Fanatiker hereinfallen. Heute lernen die christliche und moslemische Jugend jede Sprache der anderen und reisen durch ihre Länder mit schnellen Verkehrsmitteln, lernen einander kennen und verständigen sich. Hierdurch merken auch die Christen, dass der Islam keine grausame Religion ist und wahrlich beide Religionen auf den gleichen Grundprinzipien beruhen.

Heute erklären viele Christen, dass sie von den christlichen Grausamkeiten tief betrübt sind, welche in die Geschichte eingegangen sind und sie selber gegen eine solche Ansicht sind, da sie den Islam, als zivilisierte Religion und die Moslems als korrekte, zivilisierte, menschliche, liebenswürdige Menschen kennen gelernt haben. Sie beantworten sogar die Gegenbehauptungen selber. Wir erwarten hoffnungsvoll, dass die Menschen forthin die Religion als RELIGION ansehen und nicht die mehr Frechheit besitzen, sich der Religion als Mittel zu ihren eigenen Vorteilen und zu gemeinen Zwecken zu bedienen, dass sie gemeinsam gegen die Kommunisten kämpfen, die gegen die Religionen feindselig sind und, dass sie danach streben, die Völker, die von diesen Thyranen in Gefangenschaft genommen sind und von ihnen grausam behandelt werden, endlich zu retten, damit auch sie ihre Menschenrechte und ihre Freiheit erreichen können.

 

DIE MOSLEMS SIND NICHT UNWISSEND

In den Büchern und den veröffentlichten Reisebeschreibungen der Europäer über den Islam und die Moslems steht, dass die Moslems unwissend seien, dass die meisten der moslemischen Völker in Aisen und Afrika, zu denen die Europäer in Beziehung standen, weder schreiben noch lesen konnten und dass sich kein einziger moslemische Name unter den großen Persönlichkeiten befand, die in den Bereichen wie Kultur und Naturwissenschaft vom 18. Jahrhundert bis 19. Jahrhundert bekannt wurden. Es erschienen sogar solche, die behaupteten, dass der Islam dem Fortschritt widerspreche. Auch manche behaupten, dass die Moslems wegen ihrer Unwissenheit die Vorzüglichkeit des Christentums nicht begreifen können und aus diesem Grund trotz der Bestrebungen der Missionare das Christentum nicht annehmen.

Wenn man die Geschichte studiert, dann sieht man, dass die Sache ganz umgekehrt ist. Denn der Islam förderte das Wissen und er trieb die Moslems immer an, Wissenschaften zu erwerben. Der 9. Vers der Sure Sumer [Die Scharen] lautet dem Sinn nach: “Sind etwa gleich diejenigen, welche wissen, und jene, welche nicht wissen? Nur die Verständigen lassen sich warnen.” Der heilige Prophet, Friede sei mit Ihm, gebietet dazu: “Erwerbt es, wenn sich das Wissen auch in China befindet!” und “Wo Wissenschaft ist, ist auch Islam.” und “Für alle moslemische Männer und Frauen ist es eine unentbehrliche Pflicht, erforderliche Kenntnisse zu erwerben.” Im Islam hält man das Wissen, mit dem Gottesdienst und die Tinte der Gelehrten, mit dem Blut der Märtyrer gleich. Der Islam selbst, der richtiger, makelloser und logischer als das Christentum ist, ist der Grund dafür, dass die Moslems nicht in das Christentum eintreten. Wir haben im ersten Teil eingehend erklärt, wie wichtig die Wissenschaft und Naturwissenschaft für den Islam ist. Der Islam ist keine forschrittsfeindliche Religion, im Gegenteil sie ist eine Religion, die gebietet, sich stetig nach allen Neuerungen zu richten. Aus diesem Grund wurden zu Anfang des Islams die Wissenschaftler sehr hochgeschätzt, wissenschaftliche, naturwissenschaftliche und technische Verfahrungen durchgeführt. Die moslemischen Araber sind in den Fachgebieten wie Medizin, Chemie, Astronomie, Geographie, Historie, Literatur, Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Baukunst und schliesslich im gutem Charakter und in den sozialen Branchen (den Sozialwissenschaften), worauf all diese Wissenschaften beruhen, weit Fortgeschritten. Sie hatten zahlreiche Gelehrte, Wissenschaftler und Richter ausgebildet, Spezialisten, und Meister (Führer), die auch heute in Respekt genommen werden, und Vorbilder für die Zivilisationen bilden. Damals erfuhren die ungebildeten Europäer die Naturwissenschaften an den islamischen Universitäten, sogar die christlichen Geistlichen wie der Papst Sylwester studierten in den andalusischen Universitäten. Heute werden zwei wissenschaftliche Namen aus arabischer Herkunft in den europärschen Sprachen gebraucht, nämlich “Chemie” und “Algebra”. Denn diese Wissenschaften wurden vorerst von den moslemischen Arabern gegründet. Während sich die Europäer noch vorstellten, dass die Welt eine flache Form wie ein Tablett und mit Mauern umgeben sei, entdeckten die Moslems, dass die Welt kugelförmig ist und sich dreht.

Sie maßen die Länge der Meridiane bei Mossul in der Wüste Sindschan und erhielten die heutigen Ziffern. Außerdem übernahmen die moslemischen Araber die Leistung, die altgriechischen und altrömischen Philosophischen Werke zu übersetzen, welche von sehr ignoranten und fanatischen Pfarrern des Mittelalters verboten worden waren und verhinderten somit, dass sie verloren gangen. Wie heute die gerechten Christen es auch bestätigen, begann die wahre Renaissance nicht in Italien, sondern viel früher und in Arabien zu der Zeit der Abbasiden. Aber es ist schade, dass dieser große Fortschritt im 17. Jahrhundert plötzlich an seinem Anlauf verlor. Der Grund dafür ist, dass sich die Moslems an die neue Entwicklung nicht anpassen konnten. Denn die Freimaurer und Juden die mit ihren ekelhaften Politiken, verhinderten, dass sich die Moslems die neuen Erfindungen aneignen, arbeiteten mit den Worten “Alles, was die Christen erfanden und herstellten, ist für die Moslems verboten. Wer das annimmt und herstellt, wird ungläubig.” Hinzu kommen noch die Fanatiker, die von solchen getäuscht wurden. In den letzten Zeiten waren die Osmanen das größte Vorbild der Moslems im Wissen. Daraufhin wurde ein politischer und militärischer Angriff von der ganzen Christenheit eingeleitet, damit dieser islamische Staat (das Osmanische Reich) keine von diesen Fortschritten und Erfindungen einführen konnte. Einerseits die Kreuzzüge und andererseits die aufhetzerischen, zerstörenden Anstrebungen der fanatischen Moslems die von diesen islamischen Feinden geleitet wurden, hinderten die Osmanen daran, in Naturwissenschaft und Technik die Führung zu halten. Die Türken wurden auf Grund von inländischen und ausländischen Angriffen sehr beschädigt. Es gelang ihnen nicht, hochwirksame Waffen zu erzeugen. Sie konnten ihre eigenen Bodenschätze nicht recht benutzen, über liessen in ihrem eigenen Land die Industrie und den Handel den Fremden, und deshalb wurden sie arm.

Heute werden auf der Welt in jeden Bereich unheimlich große Fortschritte gemacht. Dies müssen wir Schritt für Schritt verfolgen, erfahren und lehren. Wir brauchen unter anderem auch in der Industrie und der Technik, ebenfalls im Glauben und in der Ethik ein Vorbild so wie unsere Vorfahren zu sein und unsere Jugend mit starkem Glauben und gutem Charakter zu erziehen. Wir möchten hier ein kleines Beispiel geben: Die Türken hielt man in der ganzen Welt im Ringen für unbesiegbar. Wahrlich zeigten sie sich immer überlegen. Jedoch konnten sie in den letzten Jahren im Ringen keinen Sieg aufweisen. Wissen Sie, warum es so ist? Die Europäer konnten nicht ringen. Später lernten sie es und reformierten den Ringkampf in höchstem Maße, fügten in ihn neue und attraktive Bewegungen, neue Stile und neue Techniken ein. Wir aber beharren immer noch auf den alten Still und hegen die Behauptung: “Unser Stil ist der Richtigste. Wir müssen den Ringkampf so treiben, wie wir ihn von unseren Vorfahren überliefert bekommen haben. Wir haben uns leider die Reformen im Ringkampf noch nicht angeeignet und bestehen immer noch darauf, von fremden Ringkämpfern keine Lehre zu ziehen. Dagegen aber schlagen diese unsere Ringkämpfer durch neue Ringstile zu Boden. Wir haben also von dem, der mehr Erfahrungen als wir über irdische Angelegenheiten hat, eine Lehre zu ziehen. Wer glaubt, es besser zu wissen, ist entweder dumm oder ein Psychopath.

Dem Islam nach gibt es zwei verschiedene Wissenschaften: Religions- und Naturwissenschaften. Er verbietet es, in religiösen Kenntnissen, in der islamischen Ethik und in den Gebeten auch eine kleine Veränderung durchzuführen. Im Gegensatz aber dazu gebietet er, in irdischen Dingen und im naturwissenschaftlichen Bereich allerlei Versuche vorzunehmen und mit allen Entdeckungen Schritt zu halten. Die angeblichen Gebildeten, die die Leitung des Osmanischen Reichs erobert hatten, handelten gegen dieses Gebot unserer Religion. Sie versuchten, die Prinzipien der Religion zu ändern und griffen dazu die Grundprinzipien des Islams an, indem sie auf die Freimaurer hereinfielen. Sie zeigten kein Interesse für den technischen Fortschritt der Europäer und für ihre Entdeckungen. Sogar ermordeten sie die fortschrittfreundlichen türkischen Sultane, die im Lichte der naturwissenschaftlichen Kenntnisse und der modernen Technik auf Fortschritte wiesen. Jene Personen, die Marionetten der Freimaurer waren, sahen den Forschritt nicht in der Technik, sondern darin, den Islam zu reformieren und hetzerische Tätigkeiten durchzuführen. Es ist bedauernswert, dass die präzisen Punkte des Islams von den politischen Parteien bis zu den letzten Jahren berührt und angegriffen wurden. Es tauchten unbewußte Politiker auf, die soweit gingen, dass sie die reinen Moslems für ungläubig hielten, weil sie ihre Partei nicht unterstützten. ALLAH, dem Erhabenen, sei Dank. ER erschuf und sandte die Retter, die die Feinde, die diese edle, reine Nation ins Unglück stürzten, aufhalten konnten. Wenn es nicht so gewesen wäre, blieben uns sowohl unsere Religion, als auch unsere Heimat versagt und wir wären den Kommunisten überlassen. Elchamdülillah alâ hâzih-in-ni’meh!

In der Türkei gibt es heute [1998] 72 Universitäten. Die moslemisch-türkische Jugend studiert an diesen Universitäten moderne Wissenschaften und Naturwissenschaften und strebt, für die anderen Moslemländer ein Vorbild zu sein. Die Anzahl der Studenten aus den anderen Moslemländern, die in den türkischen Universitäten studierten, beträgt mehrere zehntausende. Jetzt möchten wir einen Artikel zitieren, den ein gutmütiger Europäer über die naturwissenschaftlichen Untersuchungen in moslemischen Ländern verfasst hat. Der Verfasser dieses Artikels ist ein Franzose namens Jean Ferrera. Dieser Artikel erschien, in der 724. Ausgabe der Zeitschrift “Sciens et vie” im Januar 1978. Der Titel dieses Artikels heißt “Die Universitäten für Öl” Ferrera erklärt wie folgt:

“Muhammed, Friede sei mit Ihm, starb im Jahre 632 in den Armen seiner geliebten Frau Aischa. In den ersten Jahren danach überschritten die Moslems die Grenzen der Arabieninsel und gründeten ein sehr großes islamisches Reich, das sich vom Atlantischen Ozean bis zum Fluß Amu-Darja (Oxus) ausdehnte. Die Moslems, die sehr kräftig, sehr geduldig und sehr tapfer sind, hatten nachdem sie einen Sieg errungen haben, mit den Gefangenen großes Mitleid. In jedem Land, das sie eroberten, gründeten sie eine Zivilisation, von deren Größe wir nun nichts mehr wissen. Die islamischen Universitäten, die auf einem von Bagdad bis Cordoba, ausgedehnten Gebiet gegründet wurden, machten die unwissenden Europäer mit den alten Kulturen vertraut, die sie einst vernichtet hatten. Die Moslems übersetzten einerseits die Werke von Bartholemäus, von Euklid und von Archimedes ins Arabische und anderseits die der Naturwissenschaftler aus Indien und veröffentlichten sie auf der ganzen Welt. Erstmals als die Moslems den Palast “Aix-la Chapellede Charlemagne” im 8. Jahrhundert im Namen des Kalifs Harun ar-Raschid besuchten, wunderten sie sich darüber, dass die Angehörigen dieses Palast unwissend waren und die meisten von ihnen weder schreiben noch lesen konnten. Die Moslems lehrten das erstes Mal den Europäern im neunten Jahrhundert die Ziffern und die Null. Wahrlich wurde die Null von den Indern erfunden. Aber die Moslems waren es, die den Europäern die Null übermittelt hatten. Ebenso lehrten die Moslems die Europäer auch die Wissenschaft “Trigonometrie”. Diese lernten zuerst den Sinus und den Kosinus, später die ganze Trigonometrie an den islamischen Universitäten. Alle der wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen, die vom neunten bis zum zwölften Jahrhundert auf aller Welt entstanden, konnte man nur an den islamischen Universitäten erwerben.”

Im Osmanischen Reich wurden zahlreiche Wissenschaftler und Naturwissenschaftler ausgebildet. Ihre hinterlassenen Werke zeigen, dass sie der heutigen Zivilisation einen großen Beitrag geleistet haben. Mustafa ibn Ali Effendi, war Beamter der Istanbuler Moschee Yawuz Sultan Selim,[Yavuz Sultan Selim Han gest. 926 [1520 n.Chr].] der die Gebetszeiten berechnete und Lehrer der Astronomen war (gest. 979 n.Chr. 1571). In seinen astronomischen Büchern namens (Teshil-ül-mikat fi-ilm-il-ewkat), (Taisî-ül kewâkib), (Kifâjat-ül vakt fî-Rubu dâire) und in seinem geophraphischen Buch (I’lâm ül-ibâd) gibt es erstaunliche Kenntnisse. In seinem Buch (Kifâjat-ül wakt lî-ma’rifat-ý dhair) gibt Abdal-Aziz Wafâî, Friede sei mit ihm, Kenntnisse über die heutige Astronomie. (gest. 874 n. Chr. 1469)

Die Originale der verfaßten Werke der Altgriechen über die Medizin sind von den unwissenden Christen verbrannt wurden. Die Fragmente, die von dieser barbarischen Austrottung gerettet wurden und hier und da erhalten blieben, wurden von Husain ibn Johag ins arabische übersetzt. Dieser bekannte Gelehrte übersetzte auch die Werke von Philosophen wie Platon und Aristoteles ins arabisch.

Muhammed ibni Mûsâ Harezmî, einer von den drei Brüdern, die in der Zeit des abbasidischen Kalifen Mämûn ausgebildet und Wissenschaftler in Mathematik, Geometrie und Astronomie waren, maß die Höhe der Sonne und die Länge des Äquators auf der Erde und konstruierte die astronomischen Instrumente, die als “Winkelmeßgerät” bezeichnet wurden und dazu dienten, die Zeiten des rituellen Gebets zu bestimmen. Sein Buch über Algebra wurde ins Englisch und sein Buch namens “Winkelmeßgerät” ins Latenische übersetzt. Er starb im Jahre 233 (847 n. Chr.).

Die moslemischen Astronomen stellten fest, dass die Welt kugelformig ist und es gelang ihnen, den Erdumfang genau zu messen und sie machten so die Ansicht der Europäer ungültig: “Die Erde ist gleich wie ein Teller. Wenn man auf den Seen immer volle Fahrt nimmt, stürzt man hinunter.” Mit der Zeit begann bedauerlicherweise das abbasidische Reich unterzugehen, das den Europäer vieles lehrte und den fruchtbaren Boden zur Renaissance bildete. Die Mongolen eroberten 656 (1258 n.Chr.) die Stadt Bagdad und rotteten sie völlig aus. Und somit verging die großartige Kultur, die von Moslems errichtet wurde. Wie steht es nun wohl mit den Moslems? Kann man eine neue Renaissance in der Zivilisation des Islams erwarten?

Im Mittelalter entdeckten die Moslems das Gold, die wertvollen Gewürzpflanzen und die duftende Bäume wie echte Aloe, Storaxbaum, Gewürznelke und exportierten den Europäern einen Teil davon (wie es in der Zeit des heiligen Propheten Salomo geschah). Heute tritt das Öl, das schwarze Gold, an die Stelle dieser Sachen. Könnten die Moslems wohl einen neuen Staat, der so groß wie die früher von ihnen gegründeten Staaten und Imperien von Alexander[Alexander der Große gest. im Jahre 323 (V.Chr.).] und Napoleon ist, wieder errichten?