INHALT

BEWEIS DES PROPHETENTUMS

Ihlâs Stiftung Band – 4

  1-Anfang

  2-Anmerkung

  3-Vorwort

  4-Einleitung

  5-Was heißt "Prophetentum"?

  6-Was heißt "Wunder"?

  7-Die Sendung des Propheten

  8-Beweis des Prophetentums von Muhammed "Friede sei mit Ihm

  9-Antwort auf die Verleumdungen eines Unwissenden in der Religion

10-Der Kommunismus und die Feindschaft der Kommunisten gegen die Religion

11-Antwort auf die Frage eines Studenten

12-Lebenslauf Von Sejjid Abdülhakim-i Arwâsî

13-Lebenslauf Von Sejjid Fehîm-i Arwâsî Religionsführer Von Sejjid Abdulhakîm-i Arwâsî

14-Lebenslauf Von Sejjid Tâhâ-i Hakkarî, Religionsführer Von Sejjid Fehîm-i Arwâsî

15-Der Lebenslauf Von Hussejn Hilmi Bin Saîd Effendi, Dem Schüler Von Sejjid Abdulhakîm Arwâsî

16-Wie solte ein wahrer Moslem sein?

17-Islamische Wissenschaften

18-Gelehrtheitsstufen Nach Der Islamischen Rechtswinssenschaft Bzw. Der Rechtsgelehrten

19-Gattungen der Islamischen Gelehrten

20-Islamische Bezeichnungen Für Bestimmte Grußgebete Bzw. Rituelle Wünsche Und Verehrungsäusserungen

21-Glossar

22-Hadis-i Scherif


LEBENSLAUF VON SEJJID FEHÎM-I ARWÂSÎ RELIGIONSFÜHRER VON SEJJID ABDULHAKÎM-I ARWÂSÎ

Sejjid Muhammed Fehim bin Abdulhamid Arwâsî wurde 1241 [1823] geboren und starb 1313 [1895]. Er stammt aus dem Dorf Arwâsî in der Kreisstadt Müks (in Südostanatolien). Er war schlank und hatte einen mittelangen Bart. Seine Nase war mitten etwas hoch. Seine Stirn war breit und seine Haut weizenfarbig. Er hatte gesunde Zähne und keiner fehlte ihm. Sein Kopftuch war groß und sein Kleid aus weißem Stoff, mit drei Röcken. Er zog manchmal seinen blauen, manchmal seinen grünen Talar an. Seine Socken waren aus Wolle und seine Schuhe aus Leder. In den letzten Zeiten seines Lebens benutzte er eine Brille zum Lesen. Er hatte schwarze Augen. Seine Haare waren zum großen Teil weiß. Bis zum Ende seines Lebens ritt er. In seinen letzten Zeiten war er so schwach, dass er sein Kopftuch nicht mehr tragen konnte. Beim rituellen Gebet setzte er ein Stück Abani auf seine Kopfbedeckung. Er starb am vierzehnten Schewwal. Da er einen hoch gewachsenen Körper hatte, setzte man zwei lange Grabsteine auf sein Grab, die später von den Armeniern zerschlagen wurden. Er war erhaben, würdevoll und imponierend. Man fürchtete sich vor ihm. Wenn man ihn sah, war man davon überzeugt, dass er ein geliebter Diener ALLAHs, des Erhabenen, ist. In seiner Zeit und in der Umgebung der Stadt Van war keiner wie er. Er hatte reiche Kenntnisse in jeder Wissenschaft, sogar in Landwirtschaft und verschiedenen Künsten auch dem Verwaltungswesen. Sein Wissen war eine Gnade und ein Geschenk von ALLAH, dem Erhabenen. Der Gouverneur von Van kam oft zu ihm und fragte ihn nach den Angelegenheiten, die er nicht lösen konnte. Er ging immer zufrieden zurück. Sein Leben lang verrichtete er jedes tägliche rituelle Gebet in der Gemeinschaft, und vernachlässigte niemals das freiwillige Nachtgebet, Tehedschdschüd.

Sejjid Fâhim Arwâsî studierte an der Universität Naturwissenschaften und Theologie, auch gewann er das Wohlwollen von Sejjid Taha-i Hakkari, dem Religionsführer von Ostanatolien.

Er verabschiedete sich von seinem Religionsführer in Schemdinan und zum Studium der Sprachwissenschaften fuhr er zum Dorf Âbirî in der Kreisstadt Bulanýk von Musch. Während des Abschieds sagte ihm sein Religionsführer: “Wenn dir etwas unverständlich vorkommt, so tritt in geistige Verbindung mit mir, stell mich dir vor!” Während ihn sein Lehrer Molla Ressûl as-Subký Sprachwissenschaften lehrte, konnte er ein Thema nicht verstehen. Daraufhin erzählte sein Lehrer das selbe Thema. Er bat seinen Lehrer, dieses Thema noch einmal zu erklären: Molla Resul las denselben Satz mehrmals vor und sagte: “Ich bin müde, morgen erzähle ich es weiter.” Am nächsten Tag las er wieder denselben Satz vor, aber es gelang ihm nicht, es zu erklären. Als sein Lehrer oftmals denselben Ausdruck vorlas, stellte Sejjid Fehim sich seinen Religionsführer vor, indem er sich die Augen zumachte. Er sah Sejjid Tâhâ vor seinen Augen mit einem Buch in der Hand. Er legte das geöffnete Buch, vor Sejjid Fehim. Die aufgeschlagene Seite war die Seite, auf der der schwere Text stand. Er las dieselbe Zeile deutlich vor. Sejjid Tâhâ war inzwischen verschwunden und Sejjid Fehim machte seine Augen auf und sah Molla Ressûl noch vortragend darüber nachdenken. Er bat ihn, dass er aufhörte weiterzulesen und las die Zeile vor, indem er ein “und” hinzufügte, wie sein Lehrer während der geistigen Verbindung vorgelesen hatte. Als der Lehrer dies hörte, sagte er: “Der Sinn ist nun vollkommen.” Die beiden verstanden jetzt die Zeile sehr gut. Sein Lehrer sprach in Erstaunen: “Seit zwanzig Jahren las ich vor und erzählte, doch jedesmal ohne diesen Teil verstanden zu haben. Jetzt erst habe ich es gut verstanden. Verrate es mir bitte, denn seit Jahren war es mir unmöglich, diesen Teil zu verstehen. Wie wurde es dir möglich? Dadurch dass du es mit dem Wort “und” gelesen hast, wurde der Sinn vollkommen?” Daraufhin erzählte er ihm, dass er in geistige Verbindung mit seinem Meister getreten war und dass er den Satz so las, wie ihn dieser während dieses Treffens gelehrt hatte. Das Grab von Molla Ressûl liegt neben dem Tor der Moschee “Alaeddin Pascha” in Musch.

St. Sejjid Fehim kam jedes Jahr von Müks, wo er wohnte, nach Van und blieb dort einen oder zwei Monate. Seine Anhänger nahmen an seinem Unterricht teil und zogen Nutzen daraus. Oftmals wurde er zu Hause von Ahmed Beg, dem ersten Sekretär das Gerichtshofs, der Sejjid Fehim sehr liebte, untergebracht. Eines Jahres unternahm Ahmed Beg die Walfahrt nach Mekka und er war wieder sein Gast gewesen. In der Mitternacht rief er einen von seinen Anhängern heran und sagte: “Wach deine Freunde auf! Wir müssen schnell das Haus verlassen.” Seine Anhängern flehten: “Mein Herr, ist es denn nicht eine Schande, zu dieser Zeit dies zu tun?” Seine Antwort war: “Nein, unmöglich, wir müssen uns gleich auf den Weg machen. Sag das auch den Söhnen von Ahmed Beg.” Seine Söhne kamen zu ihm und flehten: “Unser Herr, verzeihen Sie uns, wenn wir einen Fehler begangen haben. Verlassen Sie uns nicht. Wenn unser Vater dies hört, dann wird ihn dies niederschlagen. Wie können wir unserem Vater antworten? Verzeihen Sie uns unseren Fehler!” und sie weinten sehr. St. Sejjid Fehim sagte: “Nein, Ich bin mit euch besonders zufrieden. Ihr erweist mir und allen viel Dienst. Deshalb bete ich für euch. Aber wir müssen jetzt gehen.” In der Mitternacht gingen sie ins Haus einem seiner Anhänger. Am nächsten Tag berichtete sein Sohn Muhammed Emin, daß die Söhne Muhammed Begs darüber sehr traurig waren und sagte: “Lieber Vater, was wäre denn geschehen, wenn wir in jenem Haus übernachtet hätten?” Daraufhin sagte St. Seyyid Fehim: “Mein Sohn, berichte keinem davon. In dieser Nacht fand Ahmed Beg in der heiligen Stadt Mekka den Tod. Von nun an wurde sein Haus zu einem Waisenhaus. Sein Vermögen ging auf die Erben über. Bisher konnten wir alles in diesem Hause benutzen, essen und trinken. Denn ich bin davon überzeugt, dass Ahmed Beg uns alles gerne gönnt. Aber jetzt ist es nicht mehr erlaubt, irgend etwas in diesem Haus zu benutzen, weil alles nun den Erben gehört, die wir nicht einmal kennen. Ich habe mit dem Zweck sein Haus verlassen, um nicht gegen die Menschenrechte zu verstoßen.” Nach einem Monat kamen die Mekkapilger zurück. Ahmed Beg kam nicht zurück. Es hieß: “In einer Mitternacht verstarb er in Mekka.” Nach den Berechnungen fiel seine Todeszeit auf die erwähnte Mitternacht.

Während Sejjid Fehim Arwâsî mit seinen Schülern am Strand des Sees Van herumgingen, begann ein Priester, der aus der armenischen Kirche auf der Insel Achtdamar im Van-See kam, auf dem Wasser zu gehen. Als seine Schüler diesen aussergewöhnlichen Vorfall sahen, fiel manchen von ihnen folgendes ein “Der Priester, den wir als den Feind ALLAHs, des Erhabenen, betrachten, geht auf dem Wasser, dagegen kann St. Sejjid, unser Meister, einer der größten Heiligen bzw. der geliebten Diener ALLAHs, des Erhabenen, nicht auf dem Wasser gehen, sondern geht den Strand lang. Warum?” St. Sejjid bemerkte diesen Gedanken und nahm die Pantinen, die er trug, in die Hand und schlug sie gegeneinander. Immer wenn er die Pantinen gegeneinander schlug, sank der Mönch ins Wasser. Als er bis zum Hals sank, wiederholte er den Schlag. Gleich danach sank der Mönch vollkommen und ertrank. Dann richtete er sich zu denen, die jene falschen Gedanken hatten: “Er ging aufgrund der Zauberei auf dem Wasser. Was er damit erreichen wollte, war euren islamischen Glauben zu verderben. Immer wenn ich die Pantinen gegeneinander schlug, verlor seine Zauberei an Auswirkung und er versank im Wasser. Die Moslems dürfen nicht zaubern und scheuen auch davor, ALLAH, dem Erhabenen, um Wunder anzuflehen.” Er machte durch sein Gnadenwirkung das Zauber des Mönchs ungültig.

Abdulwehhab Effendi, der Vater von Rýfat Beg und Direktor der Seifenfabrik in Kaðýthane bei Istanbul, verstarb 1963. Einige Jahre vor seinem Tod erzählte er: “Ich beendete mein Studium an der osmanischen Universität in Erzurum. Danach wollte ich weiter studieren. Man sagte mir, der große Gelehrte, nach dem ich suchte, sei Abduldschelil Effendi in Bitlis. Daraufhin ging ich nach Bitlis und fragte nach ihm. Ich hörte, daß er in Van sei, aber bald zurück kehren würde. Ich konnte nicht so lange warten und begab mich nach Van. Als ich dort nach ihm fragte, wurde mir gesagt, daß sich Sejjid Fehim, Scheich von Müks, in Van befand und Abduldschelil Effendi bei ihm, im Unterricht in der Moschee Schabaniyya war. Ich ging sofort dorthin. Auf dem Weg dachte ich: “Der große Gelehrte, Abduldschelil Effendi, saß auf der Kanzel in der Moschee. Alle Leute hören ihm zu und ziehen von ihm Nutzen.” Als ich in die Moschee eintrat, sah ich alle mit gesenktem Kopf vor ihm in Anstand sitzen. Ihnen gegenüber saß einer mit leuchtendem Gesicht, der liebenswürdig blickte. Alle dort richteten sich nach ihm, voller Hochachtung. Diese Situation machte auf mich einen tiefen Eindruck und ich dachte: “Abdüldschelil Effendi ist wahrscheinlich diese Hochachtung erweckende, reizende Person.” Aber niemand konnte ich fragen. Alle schauten vor sich. Plötzlich stellte sich ein Junge vor mich und fragte: “Was suchen Sie?” Ich antwortete: “Ich wollte St. Abdüldschelil Effendi sprechen.” Er sagte: “Da ist er!”, in dem er auf einen zeigte, der mit gesenktem Kopf und voller Hochachtung in der letzten Reihe saß, und fügte hinzu, daß ich mich auch daneben setzen könnte. Diesmal fragte ich, wer die Person in der Kanzel sei. Er sagte, er sei Sejjid Fehim. Nach einiger Zeit erfuhr ich, daß dieser Junge Abdülhakim Effendi war. Später wurde der Gebetsruf rezitiert. Das erforderliche Gebet wurde verrichtet. St. Sejjid Fehim führte die Gemeinschaft als Vorbeter. Die Gebetsreihen wurden in Ordnung gestellt. Gemeinsam mit dem Vorbeter wurde “Allahu ekber” ausgesprochen. Plötzlich begannen wir alle zu zittern. Seitdem vergingen sechzig Jahre. Immer wenn ich mich an diesen Ruf “Allahu ekber” erinnere, zittere ich noch und spüre in meinem Herzen den gleichen Eindruck wie in jenem Moment.

Man könnte noch sehr viel über die Gnadenwirkungen von Sejjid Fehim und die Höhe seines Ranges bei ALLAH, dem Erhabenen, erzählen. Das deutlichste und größte seiner Gnadenwirkungen ist, daß er einen vorzüglichen Heiligen wie St. Abdülhakim Effendi ausgebildet hat.

Ein Schlagwort:

“Die Ordnung in einem Werk weist nämlich auf die Vollkommenheit seines Meisters hin.” St. Sejjid Fehim Arwâsî war einer der großen Gelehrten des Islam und von den großen Gelehrten des Sufismus und gleichzeitig der dreiunddreißigste Kettenglied der Reihenfolge der Religionsführer. Er wurde von St. Tâhâ-i Hakkari ausgebildet. Als Sejjid Tâhâ starb, nahm er an dem Unterricht von Seinem Bruder Sejjid Salih teil. St. Salih Muhammed starb im Jahre 1281 (1864), Friede sei mit ihnen.

LEBENSLAUF VON SEJJID TÂHÂ-I HAKKARÎ, RELIGIONSFÜHRER VON SEJJID FEHÎM-I ARWÂSÎ

Sejjid Tâhâ, Friede sei mit ihm, war einer der großen Heiligen und entstammte dem Nachkommen von Sejjid Abdul-kadir-i Gelani. Er war vollkommener Stellvertreter von Mewlânâ Hâlid-i Baghdâdî und Schatz göttlicher Eingebung.

Nachdem Mewlânâ Hâlid, der Religionsführer des dreizehnten Jahrhunderts in Indien angekommen war, besuchte er Gulam-ý Ali Abdullah-ý Dehlewî und wurde somit mit seiner Anwesenheit verehrt. Dadurch erreichte er Segen und Vollkommenheit. Danach kehrte er in seine Heimat Bagdad zurück, damit er die Menschen auf den Rechten Weg ALLAHs, des Erhabenen, leite.

Sein Freund Sejjid Abdullah besuchte Mewlânâ Hâlid in Bagdad, wo das spirituelle Licht, das vom Herzen von Mewlânâ herausfloß, überall Aufnahme fand. Durch die Unterhaltungen erreichte er den Rang der Vollkommenheit und wurde von Mewlânâ zum nächsten Vertreter ernannt. Danach sagte er zu Mewlânâ, daß der Sohn seines Bruders, Sejjid Tâhâ, eine wunderbare, bewunderswerte Begabung habe. St. Mewlânâ befahl Sejjid Abdullah, beim nächsten Besuch auch Sejjid Taha mitzubringen. Er tat das Gesagte. Sobald St. Mewlana, Sejjid Tâhâ sah, bat er ihn, an das Grabmal von St. Sejjid Abd ul-kâdir-i Gelani zu gehen und dort Erleuchtungsgebet[Das nach Vornahme der rituellen Waschung verrichtete und gesprochene Gebet um innere Erleuchtung (einschließlich des unmittelbar folgenden Schlafengehens).] zu verrichten, St. Abd ul-Kadir-i Gejlani verkündete ihm im Traumschlaf, dass es keinen begabten, getreuen Anhänger seines Derwischordens, seines eigenen Weges mehr gebe, obwohl er sehr hervorragend war, daneben St. Mewlânâ Halid als absoluter Religionsführer seiner eigenen Zeit galt. Und er befahl ihm auch, bei ihm in die Lehre zu gehen. Nach diesem Auftrag und Erlaubnis nahm er achtzig Tage lang an seinen Unterhaltungen teil. Danach kam er in die Provinzstadt Berde Sur. Nachdem Sejjid Abdullah gestorben war, begann Sejjid Tâhâ in der Provinzstadt Nehri vorzulesen, wohin er später umzog. Zweiundvierzig Jahre lang, also bis zum Jahre 1269 [1853], bis er starb, zogen seine Schüler von seinen Unterhaltungen Nutzen. Die in ihn Verliebten kamen von überall um die geistige Lichtquelle zusammen. Damals war auch Sejjid Muhammed, der der Großvater des Vaters von St. Abdulhakîm-Arwâsî, von Van gekommen und hatte von dieser Quelle Nutzen gezogen. Immer wenn Sejjid Tâhâ nach Van kam, übernachtete er im Hause von Sejjid Muhammed. Als Sýbghatullah Effendi, der Sohn von Lutfi, dem Bruder von Sejjid Muhammed, von Hizzan nach Van kam, wurde er zum Schüler von Tâhâ Effendi. Nachdem Sýbqhatullah Effendi zu seinem Vater in Hizzan gezogen war, wurde er berühmt. Er ging jedes Jahr mit Hunderten von seinen Schülern nach Nehri zum Besuch des absoluten Religionsführes St. Sejjid Tâhâ. Eines Jahres nahm er Sejjid Fehim mit, den Sohn seines Onkels Molla Abdülhamid Effendi, der noch jung war. Sejjid Fehim fragte an einem Abend den Hausbesitzer, bei dem er übernachtete, was der Gouverneur von Hakkarî für ein Mensch sei. Er erfuhr von ihm, dass dieser Tag und Nacht betrunken war. Er übernachtete im Gedanken darüber, wie man in einem Land leben könnte, dessen Gouverneur immer betrunken ist. Am nächsten Tag kamen sie ins Dorf Rasûlan an. Sýbghatullah Effendi fragte die anwesenden Bewohner, wie sie den Gouverneur kannten. Sie bezeichneten ihn als einen guten Menschen. Gleich erwiderte Sejjid Fehim: “Mein Vetter, er ist doch ein Betrunkener, wie kann man von seiner Güte sprechen?” Während sie von Baschkale nach Nehri zogen, schärfte Sejjid Muhammed Effendi, Sejjid Fehim folgendes ein: “Mein Kind Fehim. Sejjid Tâhâ, bei dem du in die Lehre eintreten sollst, ist eine sehr angesehene Person. Er hat die Ehrenstelle der größten Heiligen. Trenn dich ja nicht von ihm, bevor du von ihm Güte gezogen und die geistige Vollkommenheit erreicht hast.” Während sie Nehri verließen, stand Sejjid Tâhâ vor der Moschee. Alle dort küssten ihm die Hand. Währenddessen sah Sýbghatullah Effendi, dass Sejjid Fehim zurück blieb. Er bat St. Sejjid Tâhâ darum, auch zurück zu kehren. Er erlaubte das nicht und sagte: “Er soll bei mir weiterbleiben.” Gleich nachdem die Gäste weggegangen waren, gab er dort Sejjid Fehim im Stehen einen Auftrag und ließ ihn üben. An einem heißen Tag ließ er ihn sein Erlerntes wiederholen. Während er alles unverzüglich wiederholte, machte er nur einen einzigen Fehler, indem er anstelle des Ausdrucks “haatt-ý tûlânî” das Wort “hatt-ý tûlî” aussprach. Sejjid Tâhâ verbesserte das gleich. In dieser Zeit war Sejjid Fehim sehr jung. Er hatte noch nicht alle Fächer belegt. Eines Tages kam Sejjid Fehim zu Sejjid Tâhâ, während dieser an die Wand der Moschee gestützt saß. Sejjid Tâhâ winkte ihm, mit seiner gesegneten Hand zu. Sejjid Fehim ging an ihn heran und Sejjid Tâhâ sprach: “Du bist ein intelligenter Schüler. Du sollst “Sprachwissenschaften” studieren.” Sejjid Fehim, erwiderte: “Mein Herr, ich habe kein Sprachbuch. Außerdem ist es nicht nur ein Buch, welches in unserem Land unterrichtet wird.” Daraufhin gab ihm Sejjid Tâhâ sein eigenes Sprachbuch. Sejjid Fehim wurde später zum Abschluss seines Studiums zu Molla Rasûl im Dorf Abiri im Bezirk Bulanýk der Stadt Muþ geschickt. Er studierte “Sprachwissenschaften” bei Molla Ressûl. Während dieses Studiums reiste er zweimal im Jahre nach Nehri (Schamdinan), damit er durch die geistige Ausbildung eine hohe Stelle der Heiligen erreichen konnte. Immer wenn er nach Schamdinan kam, erfuhr er Sejjid Tâhâs liebenswürdige Aufnahme. Ein Beispiel dafür: Eines Tages las Sejjid Tâhâ im Vorraum der Moschee aus dem berühmten Buch “Mektubat” vor. Es war dort eine große Schülermenge vorhanden. Sejjid Fehim folgte der Vorlesung im Stehen von weit her. Sejjid Tâhâ hob seinen Kopf vom Buch auf: “Molla Fehim. Gibt es zur Zeit keinen obsoluten Religionsführer?” Sejjid Fehim antwortete: “Es gibt keinen wie dieser, der jetzt da sitzt.” Nach dieser Antwort schloss er das Buch und ging in sein Zimmer.

Als Sejjid Fehim den mystischen Rang der Vollendung und Vollkommenheit erreichte und danach zum absoluten Religionsgelehrten ernannt wurde, sagte er aus, dass er nicht dafür begabt sei. Trotzdem beharrte Sejjid Tâhâ darauf, sodass er diese Mission annahm und befahl ihm, in seine Heimat “Arwâs” zurückzukehren. Während er auf dem Weg einen Berg bei Nehri hinaufstieg, rief ihn Sejjid Tâhâ zurück und zeigte ihm die Briefe, die er an ihn, seinen Lehrer Sejjid Tâhâ, geschrieben hatte, und sagte: “Weisen diese denn nicht auf deine reinen Gedanken und deine Liebe in deinem Herzen zu mir hin? Warum willst du diese Verantwortung, diese Aufgabe nicht auf dich nehmen? “Auch nachdem er die Ehre des absoluten Religionsführers erreicht hatte, besuchte er wie vorher seinen Meister Sejjid Tâhâ in Nehri (Schamdinan).

Sejjid Tâhâ, Friede sei mit ihm, starb 1269 (1852). An einem Nachmittag saß er unter einem Baum und es wurden ihm zwei Briefe vorgelegt. Er ließ seinen Schwiegersohn Abd-alehad sie vorlesen und sagte danach: “Es ist schon die höchste Zeit, mich zu verabschieden.” Daraufhin sagte sein Schwiegersohn: “Ach, mein Herr. Was sollen wir mit diesen zwei Briefen machen, die von Damaskus geschickt sind?” An demselben Tag begab er sich nach der Rezitation der Gebete in sein Zimmer. Er blieb zwölf Tage lang krank im Bett liegen. Seine segensreiche Seele wurde eines Nachmittags befreit und stieg in Refik-i alâ[Die Ehrenstelle, in der sich die Seelen der Propheten, der Heiligen und der Rechtschaffenen Moslems befinden.] auf.

Tausende von seinen Bewunderern, die die weinende Stimmen hörten, waren erstaunt. Vor seinem Tod ließ er Scheich Sâlih, seinen Bruder rufen, der im Dorf “Berde Sur” wohnte. Er befahl seinem vorzüglichen Bruder Sejjid Sâlih, die bestimmten Andachtsgebete innerlich zu rezitieren und sagte: “Mein Bruder Sâlih ist eine vorzügliche Person. Leute leben unter seinem Schutz.” Sejjid Fehim nahm sich Scheich Sejjid Sâlih als Religionsführer an.

Bis zum Jahr 1281 (1864), an dem Scheich Sâlih starb, besuchte er ihn zweimal im Jahr auf seiner Fahrt von Arwas nach Nehri (Schamdinan). Diesen Brauch gab er auch nach dem Tod von Scheich Salih nicht auf. Bis zu seinem eigenen Tod (1313/1895) besuchte er jährlich zweimal die Bezirkstadt Nehri.

 

DER LEBENSLAUF VON HUSSEJN HILMI BIN SAÎD EFFENDI, DEM SCHÜLER VON SEJJID ABDULHAKÎM ARWÂSÎ

An einem schönen Morgen am 8.3.1911 (1329) wurde er, im Hause Nummer 1, in der Straße Wezirtekke-Schifâ Yokuschu im Stadtviertel Servi in der Kreisstadt Eyyüb Sultan in Istanbul geboren. Sein Vater Said Effendi und sein Großvater Ibrahim Pehlivan stammen aus dem Dorf Tepova, in der Bezirkstadt Lofdscha der Stadt Plewne in Bulgarien, seine Mutter Aischa Haným und ihr Großvater Hussejn Aga stammen auch aus Lofça. Said Effendi wanderte beim Krieg 1893 (1295) gegen die Russen nach Istanbul aus, ließ sich in der Straße Wezirtekke in Eyyüb Sultan nieder und heiratete. Wegen der Notlage, die der Krieg und die Auswanderung verursachten, konnte er keine Schule besuchen und wurde Beamter für Gewichtskontrolle in der Stadtgemeinde. Er leistete diesen Dienst über vierzig Jahre. Indem er in den großen Moscheen in Istanbul an den Unterhaltungen der berühmten Gelehrten ununterbrochen teilgenommen hat, vertiefte er sich in den religiösen Kenntnissen. Er war sehr meisterhaft, Probleme bezüglich der vier Rechenarten zu lösen, die ihm sein Dienst bereitete, sodass man ihn deswegen bewunderte.

Hussejn Hilmi Effendi besuchte ab seinem fünften Lebensjahr die Michri Schah Sultan Schule, die zwischen dem Bostan genannten Schiffanlegeplatz und der Moschee Eyyüb Sultan liegt. Dort lernte er in zwei Jahren den ganzen heiligen Koran auswendig. In seinem siebten Lebensjahr besuchte er die Hautschule “Reþadiye Numune Mektebi” an der Türbe von Sultan Reschad Han. Neben dieser Ausbildung schickte ihn sein Vater zu den Schulen für Religion “Hakim Kutbuddin,” “Kalenderhane” und “Ebussü’ûd”. Er gab sich eine große Mühe für gute Erziehung seines Sohnes. Hussejn Hilmi Effendi beendete die Grundschule 1925 mit dem bestem Prädikat. Die Lobschreibungen, die ihm in der Grundschule für jedes Fach verliehen wurden, bilden ein großes Album. Nach dem Abschluss der Grundschule, bestand er die Aufnahmeprüfung des Militärgymnasiums Halýcýoðlu auch mit bestem Prädikat. Diese Schule wurde in demselben Jahr von Konya nach Istanbul versetzt. Kurz nach seiner Einschulung wurde er in die zweite Klasse übergeführt, die er auch als bester Schüler beendete. Die Lobschreibungen, die ihm jedes Jahr überreicht wurden, öffneten ihm nach dem Abschluß, im Jahre 1929, die Türen der militärischenedizinischen Fakultät.

Während er das Gymnasium besuchte, ließ ihn sein Geometrielehrer in jeder Stunde den Unterricht wiederholen. Seine Freunde gestanden ihm: “Wenn du den Unterricht erläuterst, verstehen wir ihn besser.”

Eines Tages bewies er in der zweiten Klasse die Theorie: “Damit die Projektion eines rechten Winkels rechtwinklig wird, muß eine Seite dessen zu der Ebene parallel sei und es genügt.” Währenddessen machte er eine unervartete Unterbrechung. Daraufhin wollte ihm sein Lehrer (Hauptmann) Fuat Beg helfen. Aber er sprach: “Herr Lehrer, es gelingt mir nicht, diesen Teil zu verstehen. Ich verstehe schon, was Sie erklärt haben, aber zwei Beweise stehen im Gegensatz zueinander. Fuat Beg stellte die Frage diesmal dem Zweiten der Klasse. Dieser antwortete: “Nein, Herr Lehrer. Hilmi Effendi wird sich geirrt haben. Im Buch steht es auch so, wie Sie es erklärt haben.”, während er sich über Position seines Gegners freute. Als Hilmi Effendi darauf beharrte, es nicht verstanden zu haben, schickte er ihn zu seinem Platz und tröstete ihn mit folgenden Worten:

“Hilmi Effendi. Irren ist menschlich. Vielleicht bist du zu müde, weil du heute viel gearbeitet hast. Sei nicht besorgt!” In der darrauf folgenden Nacht, als alle im Schlaf waren, kam der Nachtwächter und weckte Hussejn Hilmi Effendi auf, und teilte mit: “Steh auf! Der Geometrielehrer will dich sprechen. Er ist jetzt im Lehrerzimmer.” Hilmi Effendi stand auf und zog sich an. In der Mitternacht trat er erstaunt ins Lehrerzimmer ein. Fuad Beg: “Mein Sohn! Als ich zu Haus ankam, dachte ich darüber nach: “Hilmi Effendi wiederholte bis jetzt mit Leichtigkeit jeden Unterricht, der neu als Aufgabe gegeben wurde. Er löste auch die komplizierten mathematischen Probleme. Es muss doch einen Grund dafür geben, wenn er heute gesagt hat, dass diese zwei Hypothesen der Geometrie im Gegensatz zueinander stehen. Ich prüfte lange Zeit dieses Thema. Ich habe es festgestellt, Hilmi Effendi hat recht. Der französische Professor Hadamar hat es falsch geschrieben. Dazu hat Ahmet Nazmi Beg, der Geometrielehrer vom Gymnasium in Izmir, es noch falsch übertragen, weil er diesen Fehler nicht bemerkt hat. Auch ich habe dieses Thema jahrelang falsch unterrichtet. Mein Sohn, du hast doch recht. Ich bin stolz darauf, daß ich einen Schüler wie dich habe. Ich bin gekommen, damit du ruhig schlafen kannst und es dich freut. Ich konnte bis morgen nicht dulden.” Er küsste Hilmi Effendi die Stirn und verließ das Zimmer.

Hilmi Effendi konnte jeden Ramadan im Schuljahr fasten und verrichtete jedes Gebet. Während er die letzte Klasse besuchte, blieb er der einzige, der das Gebet verrichtete. Denn einige Lehrer, die auf die Feinde des Islam hereingefallen sind, oder sich vielleicht auch verkauft haben, prägten den Schülern Unglaube und Feindschaft gegen unsere Vorfahren ein, sie logen, verleumdeten und behaupteten dennoch, dass, sie damit Naturwissenschaften lehrten. Adem Nezihî, der Geologielehrer, Sabri, der Physiklehrer, Dschemil Sena, der Philosophielehrer und Galip aus Bagdad, der Geschichtslehrer und Major, gingen bei diesen schädlichen Einprägungen sehr weit. Deshalb hatte er keinen Klassenkamerad mehr, der betete. Aber er fiel auf diese Lehrer nicht herein. Er arbeitete mehr als die anderen für ihre Fächer und bekam die besten Noten und die meisten Lobschreiben.

Während seinem letzen Schuljahr im Militärgymnasium, starb sein Vater, Saîd Effendi. Die Schüler des militärischen Gymnasiums, seine Lehrer und Offiziere nahmen am Leichenzug teil. Die Bewohner von Eyyüb waren über die Menschenmenge, die sich dem Leichenzug anschloßen, erstaunt.

Hilmi Effendi war in den Jahren, in denen er in der naturwissenschaftlichen Fakultät im prächtigen Schloss von Zeynep Walide Sultan in der Nähe von Bayazid-Platz studierte, sehr traurig. Bei einem Freitagsgebet in der Moschee Bayazid gab es nur eine Reihe Anbeter. Und diese waren nur alte Leute. Er machte sich Sorgen, einerseits weil einige Jahre später kein Moslem mehr dasein würden, andererseits untersuchte er den Grund dafür, aber es gelang ihm nicht, eine Antwort zu finden. Er war in Hoffnungslosigkeit. Er hatte zudem niemand, mit dem er sein Leid teilen und von dem er lernen konnte.

Eines Tages ging er nach dem Unterricht zur Verrichtung des Mittagsgebets in die Bayezid Moschee. Nach dem Gebet sah er jemanden auf der linken Seite der Moschee predigen. Er setzte sich nieder und hörte zu. Der Prediger erklärte die sechs Grundsätze des Glaubens mit Hilfe eines kleinen Buches in seiner Hand. Was er erzählte, war ihm alles bekannt. Trotzdem ging er nicht mit dem Gedanken, dass der Prediger denken könnte, die Predigt hätte ihm nicht gut gefallen. Die Zuhörer waren sowieso drei oder fünf alte Herren. Die Predigt endete bald. Er zeigte den Anwesenden auf die Büchlein, die vor ihm lagen, und sagte: “Jeder braucht diese kleinen Bücher. Ich verkaufe sie. Kauft doch von diesen.” Man konnte an seinem Aussehen erkennen, dass er sehr arm war. Niemand kaufte eins. Hilmi Effendi hatte Mitleid mit dem Prediger. Er fragte ihn nach dem Preis des Buches, er wollte eins kaufen und einem Jungen schenken. Auf die Antwort “fünfundzwanzig Kuruþ” (Pfennig) kaufte er es nicht. Denn er hatte keine 25 Kuruþ. Damals war das Geld vom großen Wert. Das Gehalt des Vorbeters war 17 Türkische Lira, der des Leutnants 61 TL. Er hatte es nicht von einem Geistlichen erwartet, ein solches Buch mit dem Preis über 5 Kurusch zu verkaufen. Er dachte: Man sollte dieses Buch um ALLAHs des Erhabenen willen kostenlos geben. Zum Erhalt des Lebensunterhalts sollte es höchstens 5 Kurusch kosten und war mit diesem Prediger nicht zufrieden. Er stand auf und ging auf die andere Seite. Dort war es voll besetzt. Ein alter Mann saß in der Mitte, las aus einem Buch vor und erklärte. Er kam mühsam an ihm heran, setzte sich hinter ihn und hörte ihm zu. Es ging darum, wie man die Gräber der Heiligen besuchen sollte. Dieses Thema war ihm unbekannt und interessierte ihn sehr. Dazwischen fing man an, das Nachmittagsgebet zu verrichten. Der Prediger klappte das Buch zu und reichte es Hussejn Hilmi in die Hand mit den Worten: “Dieses Buch schenke ich diesem jungen Herrn um ALLAHs, des Erhabenen, willen.” Er stand dann auf und begann mit dem Gebet. Während Hilmi Effendi dem Prediger zuhörte, dachte er immer noch an den vorigen Prediger und wiederholte in sich das Prinzip, daß ein Geistlicher, ein geliebter Diener ALLAHs, des Erhabenen, religiöse Bücher kostenlos geben sollte. Und das Wichtigste war, dass dieser ihn nicht gesehen hatte. Und woher wusste er denn, dass ein “kleiner” Herr hinter ihm saß? Nachdem er dieses Buch in die Hand genommen hatte, verrichtete er das Gebet in einem leeren Raum. Dann schaute er auf das Buch. Auf dem Deckel standen der Titel Râbýta-ý scherîfe (geistige Verbundenheit) und sein Verfasser Abdulhakim.

Er fragte einem Man neben ihm, wer der Prediger war und erfuhr, dass der Herr, der ihm das Buch gegeben hatte, Abdulhakim war und jeden Freitag in der Moschee Eyyüb Sultan predigte. Daraufhin ging er sofort in das Gebäude namens Bekir Aga Bölügü (in der Nähe vom Bayazid Turm), wo er bis Freitag ungeduldig wartete. Damals war der Freitag der allgemeine Ruhetag. Er suchte in der großen Moschee den Prediger, fand ihn aber nicht. Er fragte nach ihm. Ihm wurde geantwortet. “Er ist in der anderen Moschee als Vorbeter verpflichtet. Nachdem er das Gebet verrichtet hatte, ging er dorthin und wartete eine Weile draußen im Hof. Er konnte nicht weiter warten und ging hinaus. Da sah er ihn an einer Buchhandlung sitzen. Hilmi Effendi kam ihm von hinten heran und sah ihn freundlich und liebevoll an. Der Buchverkäufer redete Abdulhakim Effendi an: Mein Herr, bleib nicht stehen, setz dich doch auf diesen Stuh!” Der Stuhl war mit Schnee bedeckt. In dem Moment, wo Abdulhakim Effendi sich hinsetzen wollte, erhob sich Hilmi Effendi plötzlich und sagte: “Halten Sie ein Moment! Setzen sie sich nicht!” Und dann machte er den Stuhl mit seinem Taschentuch sauber. Auf den Stuhl legte er seinen militärischen Mantel und sagte: “Bitte, setzen Sie sich!” Daraufhin richtete er sich nach dem Jungen und sah ihn an. Sein gesegnetes Gesicht war Achtung und Ehrfurcht erweckend. Seine schwarzen Augenbrauen und Augen und sein runder Bart waren sehr schön, und sehr lieb. Er sagte ihm: “Nähme deinen Mantel!” und setzte sich dann auf den Stuhl. Darüber wurde Hilmi Effendi traurig. Aber dann sagte er: “Lege den Mantel auf mich!” Hilmi Effendi freute sich über diesen Befehl. Während die Moslems aus der Moschee herauskamen, trat er in die Moschee in seinen kleinen Raum ein, wo er predigte. Er setzte sich auf einen hohe Kissen auf dem Boden und fing an aus seinem Buch, der auf dem Lesepult lag vorzulesen und zu erläutern. Hussejn Hilmi Effendi saß ganz vorne, gegenüber ihm und hörte ihm aufmerksam zu. Es gefiel ihm, Kenntnisse über Materie und Religion zu erwerben, über die er schon lange verfügen wollte und wovon er noch nichts gehört hatte. Er war gleich einem Armen, der ein vergrabenen Schatz fand und gleich einem Durstigen, der etwas Kühles trank. Er wandte seinen Blick von Abdulhakim Effendi nicht ab, machte sich daran, sein liebenswürdiges, lichtwolles Gesicht anzuschauen, und die wertvollen, von ihm erteilten Kenntnissen wie Brillanten aufzunehmen. Er war derart ausser sich, dass er seine irdischen Angelegenheiten und seine Fakultät vergaß. Er hatte das Gefühl, als liefe in seinem Herzen etwas herum, als würde sein Herz mit etwas Süßem gereinigt. Schon mit seiner ersten Unterhaltung, mit seinen ersten Worten war er begeistert und erreichte wohl schon in der ersten Unterhaltung den mystischen Rang “Fenâ”, zu dessen Erlangung man sich lange Jahre kasteien musste. Leider verging eine Stunde schnell und die Unterhaltung war schon zu Ende. Diese eine Stunde kam ihm wie ein Moment vor. Es war ihm, als würde er von einem süßen, herrlichen Traum aufgeweckt, er steckte sein Notizbuch in die Jackentsache und nahm seinen Platz vor der Tür, um hinauszugehen. Während er sich die Schuhriemen schnürte, flüsterte ihm einer ins Ohr: “Kleiner Herr! Du hast mir gut gefallen. Unser Haus liegt bei dem Friedhof. Komm zu uns, dann unterhalten wir uns!” Der Herr, der dieses schöne, wirksame Wort sagte, war Abdulhâkim Effendi. In dieser Nacht sah er folgenden Traum: “Es war ein wolkenloser, glänzender Himmel, der mit einem Zaun, aus Moscheenkuppeln umgeben war. Dort ging ein Herr mit leuchtendem Gesicht. Als er aufmerksam in die Höhe aufschaute, merkte er, dass dieser Herr Abdulhakim Effendi war.” Mit Freude erwachte er vom Traum. Einige Tage später erlebte er im Traum, daß einer am Kopfteil des Sarkophags von St. Halid (Eyyüb al-Ansâri) saß, dessen Gesicht wie der Mond glänzte. Eine Menge Menschen standen in der Reihe, damit sie diesen Herrn die Hand küssen konnten. Hilmi Effendi schloß sich ihnen an. Während er ihm die Hand küsste, erwachte er vom Traum. Jeden Freitag besuchte Hilmi Effendi. Abdulhakim Effendi, der in dieser Zeit in Fatih wohnte. Manchmal kam er vor dem Morgensgebet und ging nach dem Nachtsgebet unwillig fort. Bei diesen Unterhaltungen vergaß er alles. Es kam ihm vor, als ob er alles zum ersten Mal sehen würde. Beim Essen, bei rituellen Gebeten, bei Pausen oder beim Ausgehen war er immer mit Abdulhakim Effendi zusammen. Er achtete immer auf seine Handlung, sein Benehmen und hörte immer auf ihn. Er bemühte sich darum, keine Zeit zu vergeuden. Freitags und in den Freizeiten ging er immer zu ihm, verpasste niemals seine Predigten in den Moscheen. Abdulhakim Effendi ließ ihn zuerst türkische Werke, einige Monate später, arabische Sprachbücher Morphologie und Syntax vorlesen. Danach ließ er ihn die Bücher Amsila, Awâmil, Infinitive von Simâ’î, Diwan-ý Mewlânâ Hâlid (Sammlung von Mewlânâ Hâlid), Kaside von Amâli, das Logik-Buch ‘Isâgüdschi’ auswendig lernen. Es verging kein Tag, an dem kein Doppelvers, keine Verszeile oder kein arabischer oder persischer Satz geschrieben oder erklärt wurde. Alles Geschriebene wurde auch auswendig gelernt.

Die erste Aufgabe, die Arbeit von Hussejn Hilmi Effendi, die er von Abdulhakim Effendi bekam war, einige Zeilen des Buches über Vorherbestimmung und Schicksal von Imam al-Begâwi vom Arabischen ins Türkische zu übertragen. Als Hussejn Hilmi, der die Übersetzung in der Nacht zu Hause machte, diese am nächsten Tag seinem Meister vorlegte, sagte dieser ihm: “Sehr gut, du hast es richtig übersetzt. Es hat mir gut gefallen.” Diese erste Übertragung steht im vierten Abschnitt des zweiten Kapitels des Buches “Seadet-i Ebediyye” (Endless Bliss).

Hussejn Hilmi Effendi wurde als bester Schüler von der zweiten Klasse der medizinischen Fakultät versetzt. Es war die Zeit, die Arbeit über Kadaver zu leisten, da er das Testat über Knochen bestanden hatte. In derselben Woche ging er nach Eyyüb und im Garten saßen sein Meister und er gemeinsam. Da fragte sein Meister: “Was studierst du in der Hochschule?” Auf die Antwort von Hussejn Hilmi sagte er: “Werde nicht Arzt, wechsle auf Pharmazeutik um. Das ist doch besser.” Daraufhin antwortete er: “Ich bin der Beste in der Klasse. Dies wird mir nicht genehmigt.” Sein Lehrer: “Stell vorerst einen Antrag, ALLAH, der Erhabene, ermöglicht es hoffentlich.”

Infolge der Anträge und des amtlichen Briefwechsels wurde Hussejn Hilmi Effendi auf die pharmazeutische Fakultät in die zweite Klasse aufgenommen. Aber es war in der Mitte des Schuljahrs, die meisten Themen der einzelnen Fächer waren schon durchgenommen und auch wurde ihm mitgeteilt, dass er einige Fächer der ersten Klasse nachholen musste. Einige Monate später wurde er in die dritte Klasse als der Beste versetzt. Er beendete die pharmazeutische Fakultät und später das ein jährige Praktikum im Militär-Hospital “Gülhane” als der Beste. Danach wurde er zuerst als Leutnant zum Lehrer für das Internat der militärisch-medizinischen Fakultät ernannt. Während des Studiums in der pharmazeutischen Fakultät war er im Auftrag von Abdulhakim Effendi auf die in Paris erscheinende Zeitung “Le Matin” abonniert und dadurch machte er im Französischen gute Fortschritte. Während er den Beruf als Internatslehrer ausübte, begann er das Studium an der chemischen Fakultät, diesmal auch im Auftrag von Abdulhakim Effendi. Er hörte von Mises, Hochmathematiker, von Prager, Professor für Mechanik, von Dember, Physiker und von Goss, Professor für technische Chemie. Ausserdem arbeitete er mit Arnd, dem Professor für Chemie, zusammen. Er gewann dabei sein Lob. Bei Arnd leistete er sechs Monate lang eine wissenschaftliche Untersuchung, brachte die synthetische Herstellung des Stoffs “Phenylcian-nitromethan-methyl esther” fertig und setzte die Formel fest. Diese Forschung erschien im Heft der naturwissenschaftlichen Fakultät und unter dem Stichwort “H. Hilmi Ischýk” des chemischen Buches “Zentral Blatt”, Ausgabe Nummer 2519, Deutschland 1937. H. Hilmi Ischýk erhielt Ende 1936 das Zeugnis mit der Nummer 1/1 zum Diplomingenieur für Chemie.

In demselben Jahr stand in der täglichen Presse, dass er als der Beste und einzige Chemie-Ingenieur seines Landes die Fakultät absolviert hatte. Infolge seiner Erfolge wurde er in die militärische Chemieabteilung versetzt und zum Chemiker für giftige Gase in der Vorstadt Mamak, Ankara, ernannt. Er leistete diese Aufgabe elf Jahre lang. Zu gleicher Zeit arbeitete er mit Merzbacher, dem Generaldirektor der Fabrik “Auer”, mit Goldstein, dem Doktor für Chemie und mit Neuman, dem Spezialisten für Optik, wissenschaftlich. Er lernte bei ihnen auch Deutsch. Er wurde dann Spezialist für Kriegsgase. In diesem Bereich leistete er erfolgreichen Dienst. Ein Beispiel dafür: Die Engländer verkauften während dem Zweiten Weltkrieg Polen hunderttausend Volksmasken. Während die Masken durch die Dardanellen befördert wurden, nahm das Deutsche Reich Polen ein. Daraufhin wollten die Engländer sie der Türkei verkaufen. Der Hauptmann Hussejn Hilmi Ischýk untersuchte alles. Nach der Überprüfung kam er darauf, dass die Maskenfilter den giftigen Nebel durchlassen und stellte ein wissenschaftliches Attest darüber aus. Er bewertete sie mit “unbrauchbar, untauglich.” Das Türkische Verteidigungsministerium und der englische Botschafter glaubten ihm nicht und gerieten in Aufregung. Man redete überall davon, wie das, was von Engländern hergestellt worden war, defekt sein konnte. Aufgrund dieser Einwände fand er die Störung der Gasmasken heraus und stellte ein anderes Attest aus: “Das Material kann als Flickzeug gebraucht werden.” Die Engländer konnten somit ihr Geld bekommen.

Hussejn Hilmi Ischýk fuhr bei jeder Gelegenheit nach Istanbul. Aber wenn er nur schwer dazu kommen konnte, schrieb er seinem Meister einen Brief und erfreute ihn. Abdulhakim Effendi schrieb in einem seiner Antworten: “Lieber Hilmi. Ich danke ALLAH, dem Erhabenen, für Ihr seelisches Wohlbefinden, worauf Ihr Brief hinweist. Dass Sie Sedat andauernd aus Awamil lesen lassen, gefällt mir gut. Das heißt, es ist nicht ohne Grund, dass Sie von den Städten entfernt sind. Auch für euch beide ist das vorteilhaft. Ich grüße Sie, ihre Mutter und Ihre Geschwister und bete auch für Sie. Schreiben sie mir mir ab und zu. Erzählen sie mir bitte Ihren Zustand ausführlich. Schreiben Sie mir besonders nach der Inspektion!” In einem anderen Brief heißt es: “Sehr geliebter Hilmi und Sedat! Ich habe Ihren netten Brief bekommen. Er hat mir dazu Anlass gegeben, dass ich ALLAH, den Erhabenen, lobpries und Ihm gedankt habe... Er hat also das Buch Awamil sehr gut übersetzt. Das heißt, er hat es gut verstanden. Hilmi kann daraus Nutzen ziehen. Sedat auch. Es gibt für Awamil einen Kommentar und auch eine Auslegung. Beides werde ich Ihnen bei Gelegenheit zusenden. Diese Kenntnisse sind für Syntax genug. Somit sind Sie dann sowohl Chemie-Ingenieur als auch Ingenieur für Morphologie und Syntax. Die anderen Ingenieuere verlieren an Bedeutung, wenn sich deren Anzahl vergrößert. Dagegen ist dieser Ingenieurberuf geschätzt und gesucht weil sich ihre Anzahl immer mehr vermindert. Also, Sie sind da, damit Sie diese erhabenen Gnaden genießen. Ich grüße Sie beide und bete zu ALLAH, dem Erhabenen, für sie. In einem anderen Brief von ihm steht: “Hilmi, mit Ihrem Brief bin ich sehr zufrieden und sehr erfreut. Mein Wunsch ist, dass Ihr Glaube in kurzer Zeit stärker wird. Die Tabletten, die Sie hergestellt haben, nutzen mir sehr viel. Wenn es Ihnen leicht fällt, stellen Sie ein bisschen mehr für mich her und schicken sie mir.” In wieder einem anderen Brief:

“Alejkum selâm. Es ist nicht erforderlich, während Koran-Lesung zu grüßen. Jedoch ist es nötig, währenddessen den Gruß eines anderen zu erwidern. Es wären zu empfehlen, das Koran-Lesen zu unterbrechen und den Gruß zu erwidern und dann wieder das Koran-Lesen zu beginnen. Denn Koran-Lesen ist erforderlich, den Gruß zu erwidern ist nötig. Ein nötiges Gebet darf nicht aufgrund der Durchführung eines erforderlichen Gebetes versäumt oder verschoben werden. Tragen Sie es bitte so vor, wie Sie es vorher gelernt und erfahren haben. Denn was mit diesem “Recht” gemeint wird, bedeutet, Respekt zu haben. Das Wort “Bi-haqq-ý Muhammed”, Friede sei mit Ihm, bedeutet “um Muhammeds willen”. Der Autor des Buches Mewkufat ist davon überzeugt, daß das Wort “Haqq” “Haqq-ý Scher’i” (Recht nach Religion) oder “Haqq-i aqlý” (logisches Recht) bedeutet. Wenn es so beabsichtigt wurde, dann ist es so. Von Anfang an wird dieses Gebet mit dieser Bedeutung rezitiert, die wir eben erklärt haben. Doch ALLAH, der Erhabene, benötigt nichts und niemanden. Bi-Haqq bedeutet hier etwas anderes. Vielleicht hat es der Übersetzer falsch verstanden. Auf ihre vierte Frage: Mein Lieber. Sieh da! Alle haben denselben Kummer wie Sie und leiden unter dieser Pein. Wenn das nicht so wäre, würde man einen anderen Kummer fühlen. Bräuche ALLAHs, des Erhabenen, geschehen auf dieser Weise. Ein arabischer Vers lautet:

Kullu man talqau yaschku dechrahu,
Ya layta scha’rihadhihi’d-dunyâ liman?

(Sinngemäß: Wen man trifft, der klagt über sein Leid und beklagt sich über seinem Zustand und seiner Zeit. Wenn ich doch wüsste, wem diese weltlichen Güter gehören. Du hast es doch am besten!)

Ein anderer Brief lautet: “Hilmi, Ich danke Ihnen für Ihren Brief. Ich danke ALLAH, dem Erhabenen, dass es Ihnen gut geht. Sie sollten wissen, dass es für Sie eine Wohltat, eine Gnade von ALLAH, dem Erhabenen, ist, dass Sie das Buch Mektubat (von Imam-ý Rabbânî, Ahmed al-Fâruqî as-Sirhindi), das Ihnen bei Ihrer Religion und auch bei irdischen Dingen nutzt und das in der Religion “Islam” einmalig, lesen.

Diese Briefe, die von Istanbul nach Mamak in Ankara geschickt worden sind, werden von H. Hilmi unter den sogenannten “Yadigâr Mektublar” (Erinnerungsbriefen) aufbewahrt.

Während Hussejn Hilmi Ischýk in Mamak war, strengte er sich an, die türkischen Übersetzungen der Mektubat in drei Bänden, die Imâm-ý Rabbânî und sein Sohn Muhammed Ma’sum einzeln verfasst hatten, durch mehrmaliges Lesen zu verstehen, und schrieb aus diesen Büchern eine Zusammenfassung in alphabetischer Reihenfolge. Diesen Auszug mit 3846 Stichwörtern las er nach seiner Ankunft in Istanbul Sejjid Abdulhakim Effendi vor. Abdulhakim Effendi hörte ihm einige Stunden lang aufmerksam zu und war mit allem zufrieden. Er sagte: “Das Ganze bildet ein Buch. Benenne es ‘Unbewertete Schriften!’ ” Als er Hussejn Hilmi ganz verblüfft sah, sprach er: “Hast du es nicht verstanden? Kann man denn den Wert dieser Schriften festlegen?” Die Auszüge, die aus dem ersten Band herausgeschrieben sind, befinden sich in dem letzten Teil des Buches “Übersetzung von Mektubat” und wurde alphabetisch als Verzeichnis beigefügt.

Im Jahre 1359 (1940) entschloß sich Hilmi Ischýk zu heiraten und teilte diese Absicht seinem Lehrer Abdulhakim Effendi mit:

Hussejn Hilmi: “Herr Lehrer, ich habe die Absicht zu heiraten. Was würden Sie dazu sagen?”

Sein Lehrer: “Wen willst du heiraten?”

H. Hilmi: “Ich wünschte, Sie würden es bestimmen.”

Sein Lehrer: “Bist du dazu entschlossen?”

H. Hilmi: “Ja, Herr Lehrer.”

Sein Lehrer: “Die Tochter von Ziya Beg ist für dich sehr geeignet.”

Hilmi Ischýk wollte seine Aufregung und Neugier beseitigen, bevor er nach Ankara zurückkehrte. Daraufhin ließ Abdulhakim Effendi Ziya Beg kommen, sprach mit ihm lange Zeit darüber und das Versprechen erfolgte. Nach einer Woche kam Hilmi Ischýk nach Istanbul zurück. Ihm steckte sein Lehrer mit gesegneten Händen den Verlobungsring an. Nach den amtlichen und offiziellen Formalitäten vollzog sein Lehrer nach den Rechtsschulen Schâf’î und Hanîfî die islâmische Trauung. Zwei Monate später die wurde Hochzeit gefeiert. Beim Hochzeitsessen ließ er Hussejn Hilmi neben sich setzen. Nach dem Nachtgebet betete er für die neue Ehe. Als Hilmi Ischýk mit seiner Frau seinen Lehrer besuchte, zeigte dieser der Frau von Hilmi Ischýk sein Wohlwollen mit folgenden Worten: “Du bist sowohl meine Tochter, als auch meine Schwiegertochter.”

An einem Tag im Herbst von 1362 [1943] saß Hussejn Hilmi zu Hause in Hamamönü in der Stadt Ankara. Währenddessen kam der Anwalt Newzad Ischýk, Sohn von Hern Faruk Beg, und sagte: “Mein Bruder Hilmi! Unser Herr wartet in unserem Haus auf dich.” Hussejn Hilmi: “Du machst wohl Spaß? Er wird wohl jetzt in Istanbul sein. Wie ist es möglich, dass er jetzt hier ist?” Newzad Ischýk schwor darauf und Sie kamen zusammen ins Haus von Faruk Beg in Hadschi Bayram. Hussejn Hilmi Ischýk erfuhr dort, daß die Polizisten das Haus von Abdulhakim Effendi in Eyyüb durchsucht hatten und ihn nach Izmir brachten. Nachdem man sich mehrmals an die Behörden gewandt hatte, bekam man endlich die Erlaubnis, dass Abdulhakim Effendi im Hause von Faruk Beg, seinem Neffen in Ankara, unter Polizeikontrolle lebten durfte. Abdulhakim Effendi war sehr schwach und sehr erschöpft vor Angst und Müdigkeit.

Er sagte Hussejn Hilmi: “Besuche mich jeden Tag!” Hilmi Ischýk führte ihn jeden Abend selbst ins Schlafzimmer. Dort deckte er ihn zu und rezitierte die Koransuren Felâk (Das Morgengrauen) und s (Die Menschen) neben ihm, blies dies auf ihn und verließ das Zimmer. Tagsüber saßen die Besucher auf den Stühlen. Abdulhakim Effendi ließ Hilmi Ischýk jedesmal auf die Bettkante setzen und sprach ihm leise zu. Während Abdulhakim Effendi in Baglum beigesetzt wurde, trat Hilmi Ischýk im Auftrag von seinem Sohn Ahmed Mekki Effendi ins Grab und erfüllte die religiösen Pflichten für ihn. Ahmed Mekki Effendi sagte wieder: “Mein Vater liebte Hilmi sehr. Er erkennt ihn an seiner Stimme. Darum soll Hilmi das rituelle Vorsprechen vortragen.” So erhielt er auch den Auftrag, diese ehrenvolle Aufgabe zu erfüllen. Nach einigen Jahren ließ Hussejn Hilmi einen Marmorstein mit der zugehöriger Schrift an die Kopfseite des Grabmals stellen. Er ließ auch das heilige Grabmal von Abdulfettah Effendi, das von Muhammed Emin Tokadî (beide sind große Heilige von Istanbul) und von Tscherkes Hasan Beg in Istanbul reparieren. Er sprach 1389 (1969) für Behice Mean Sultan, die Frau von Abdulhamid Han, dem Zweiten, ihrem Testament gemäß das Totengebet und ließ für Sie eine Grabmal im Friedhof “Yachja Effendi” bauen.

Hussejn Hilmi Ischýk wurde 1947 im Militärgymnasium von Istanbul zum Chemielehrer ernannt. Dort und auch später in der Militärgymnasien Kuleli (in Istanbul) und Erzincan gab er lange Jahre Chemieunterricht und so wurde er Lehrer von hunderten von Offizieren. Schließlich wurde er während der Revolution von 1960 pensioniert. Von da an übte er im Gymnasium “Wefa”, in der Istanbuler Religionsschule (Imam-Hatip Okulu), in den Berufschulen Caðaloðlu und Bakýrköy den Lehrberuf für Mathematik und Chemie weiter aus und bildete währenddessen zahlreiche gläubige junge Menschen aus. Im Jahre 1962 kaufte er die Zentralapotheke in Yeþilköy und leistete für sein Volk als Besitzer und Direktor lange Jahre den Gesundheitsdienst. Während er im Kuleli Militärgymnasium als Chemielehrer tätig war, studierte er die Naturwissenschaften und Mathematik Überlieferungen und Religionswissenschaften in bezug auf Rechts- und Hadithwissenschaft und Wissenschaft für Koranauslegung beim dem ehrwürdigen Herrn Ahmed Mekkî Effendi, dem Gelehrten von Üsküdar, später von Kadýköy in Istanbul, legte in diesen Fächern eine erfolgreiche Abschlußprüfung ab und bekam 1373 (1953) das Zeugnis für absolute Autorität für religiöse Angelegenheiten. Im Jahre 1391 (1971) machte er im Herbst eine Reise zum Orient und besuchte die Städte Delhi, Diobend, Sirhind und dann Karatschi und als er die Grabmäler von St. Sena-ullah und der Frau von Madhhar-ý Dschân-ý Dschânan abgerissen und ruiniert sah, wurde er sehr traurig und ließ Sie für fünfhundert Dollar restaurieren. So wurden die Grabmäler gut aufbewahrt.

Im Jahre 1956 gab er das Buch Seadet-i Ebedijje [Seine englische Ausgabe Endless Bliss, in fünf Bände] heraus, 1967 gründete er den Verlag “Ischýk” und 1396 (1976) die Stiftung “Ihlâs”. Er schickte auch über hundert Büchern, die er auf Türkisch, Deutsch, Französisch, Englisch und durch Offsetverfahren auf Arabisch und Persisch herausgab, in alle Länder der Welt und bekam dafür Tausende von Gratulationen und Schätzungsbriefe. Auch wurden einige Bücher von ihm in territorialen Sprachen in Asien und Afrika übersetzt. Er sagte immer, er habe keine Begabung, keine Fähigkeit und keine Kompetenz, und all diese Dienste entstanden nur durch geistige Hilfe und geistige Herrschaft von Sejjid Abdülhakim Effendi über ihn und durch den Segen der durch seinen Respekt zu den Gelehrten des Islam ihm beschert wird.

Hussejn Hilmi Effendi wiederholte mehrmals, er könne nirgends und auf nirgend etwas so eine Lust empfinden, wie auf die Vorlesung und Worte von Sejjid Abdülhakim Effendi. Und die nützlichste und freudigste Zeit für ihn sei nun die Zeit, wo er sich an die Zeiten, die er mit seinem Lehrer Abdülhakim Effendi verbrachte, erinnere. Er sagte, dass er eine starke Sehnsucht nach ihm habe und ihn sehr vermisse, immer wenn er sich an die damalige Zeiten erinnert und rezitiert er folgenden Vers:

“Si-hidjr-i dositan, chun schud darûn-i sine djan-i men,
Firaq-i ham-nischînân socht, maghz-i istachan-i men.”

[Weil ich weit entfernt bin von meinem Geliebten
Weint meine Seele bitterlich in meinem Herzen.]

Hussejn Hilmi Ischýk las bei jeder seiner Vorlesung einen Auszug aus den Büchern der islamischen Gelehrten vor, überlieferte von den Worten von Imam-ý Rabbânî oder von Abdulhakim Arwasî, Friede sei mit ihnen, und die Tränen stürzten ihm dabei aus den Augen. Er sagte immer; “Kelâm-ý kibâr, kibâr-i Kelâmest.” Das bedeutet: “Die Worte der Großen sind die Großen der Worte.” Er überlieferte häufig von Abdülhakim Effendi:

“Warum bist du erstaunt, wenn du jemand, der nur Unfug zu treiben pflegt, üble Taten begehen siehst? Erwartest du denn von ihm etwas Gutes? Ich bin auch gerade darüber erstaunt. Er ist ein “Scharr-i machs” (die Quelle des glatten Übels). Es ist gar nicht verblüffend, wenn ein Böser etwas Böses tut. Du solltest erst dann erstaunt sein, wenn er etwas Gutes täte. Denk doch daran, wie er etwas Gutes hat tun können.”

Abdulhakim Effendi sagte, wenn man von den islamischen Gelehrten sprach:

“Wahre Menschen waren eigentlich nur sie. In Vergleich zu ihnen haben wir gar keinen Wert. Auch wenn wir anwesend sind, werden wir nicht in acht genommen. Und wenn wir abwesend sind, wird nicht nach uns gefragt.”

“Wenn man die Derwischanstalten nicht abgeschafft hätten, würden hier noch einige Heilige herangebildet worden sein.”

“Ich konnte den Moslems nicht recht dienen.”

“Ich hatte keine Möglichkeit, den Moslems und dem Islam meinen Dienst zu leisten.”

“Wenn ich fremde Sprachen gekonnt hätte, hätte ich für den Islam einen großen Dienst leisten können.”

“Die größten Feinde des Islam sind die dem Islam feindlich gesinnten Briten. Sie bemühen sich darum mit ihrer ganzen Armee, mit ihrer Flotte, mit Gold, dessen sie ihre Kolonieländer beraubt haben, kurz gesagt, mit allen Kräften ihres Reiches den Islam zu vernichten. Jedoch ist der Schaden, den die Engländer dem Islam durch ihre riesigen Kräfte angetan haben, im Vergleich zu dem von Schemseddin Günaltay, dem Feind des Islam, etwas geringer.”

“ Es ist leicht zu verstehen, dass eine Person mit empfindlichem Herzen aus einem funkelnagelneuen Nachttopf für Kinder nicht essen kann. Sie ekelt sich, wenn sie sich auch einmal erinnert, wozu dieser Nachtopf dient. Die Dinge zu benutzen, die zum Zeichen für den Unglauben geworden sind, gleicht diesem Beispiel. Der Gläubige und Fromme kann ähnliche Sachen nie benutzen, auch wenn man sie lobt und preist.”

“Nicht jeder kann das Werk “Mektubat” (Briefe) von Imam-ý Rabbani verstehen. Mektubat gleicht weder “den Schriften von Hafýz-ý Schirâzý noch denen von Chamse. Wir lesen es nicht zum Verstehen, sondern zum Segnen vor.”

“Das Gebet verrichten bedeutet, sich zu ALLAH, dem Erhabenen, zu richten. Denjenigen, die das Gebet gemäß den Vorschriften der Religion verrichtet haben, wird die Weisheit geben und sie werden mit verborgenen Wissen ausgestattet. Dieses Wissen hat zweiundsiebzig verschiedene Stufen. Die erste und niedrigste Stufe ist, die Anzahl der Blätter auf der Welt zu wissen und die Frommen von den Rebellen zu unterscheiden. Diese Menschen verrichten auch in ihren Gräbern das Gebet. Dieses Gebet besteht nicht aus rituellem Aufrechtstehen und ritueller Neigung, sondern daraus, sich nach ALLAH, dem Erhabenen, zu richten.”

Das Testament, das Hussejn Hilmi Ischýk am 1. Tag des Monats Redscheb-ül-ferd 1394 (21. Juli 1974) geschrieben hat, lautet:

Die Menschen teilen sich in acht Gruppen ein:

1. Der rechtschaffene Moslem: Er ist der Gläubige. Er hat den sunnitischen Glauben und wird “Sunnit-Moslem” genannt. Er folgt einer der vier rechten Rechtsschulen (Hanefî, Schâfi’î, Mâlikî, oder Hanbelî). Dadurch ist jede Handlung von ihm dem Religionsgesetz entsprechend. Seine Anbetungen verrichtet er gemäß den Vorschriften seiner Rechtsschule. Demgemäß hält er sich von Verboten fern und er begeht auch keine. Wenn er dabei einen Fehler gemacht hat, schwört er seinen Sünden regelgemäß ab. Bevor er seine Kinder zur Grundschule schickt, schickt er sie zur Ausbildung bei einem frommen Vorbeter oder einem Koranlehrer. Er bemüht sich darum, dass sie den heiligen Koran vortragen können, die Koransuren zum rituellen Gebet auswendig lernen und die grundlegenden Kenntnisse der Religion, die als Religionsbuch bezeichnet werden, sammeln. Erst nachdem dem Kind diese Kenntnisse zu eigen gemacht worden sind, wird er von seiner Familie in die Schule geschickt. Seine Kinder lässt er ins Gymnasium und auch auf die Universität gehen. Es ist dabei nötig, dass die Kinder vor dem Schulbesuch die Grundkenntnisse in Religion erworben und angefangen haben, das rituelle Gebet zu verrichten. Die Eltern, die ihre Kinder nicht auf diese Weise ausbilden, dürfen nie ein frommer Moslem sein. Und sie müssen mit ihren Kindern in die Hölle kommen. Ihre Wohltaten, ihre Gebete und auch ihre Pilgerfahrt werden nicht genug sein, sie vor der Hölle zu schützen. Der fromme Moslem kommt niemals in die Hölle.

2. Der verirrte Moslem: Er sagt, er sei Moslem und er ist auch gläubig. Aber er ist nicht Sunnit. Er gehört keiner der vier bekannten Rechtschulen an. Er ist Verirrter. Mit anderen Worten hat er nicht den Glauben, den die Gelehrten der Sunna erklärt und mitgeteilt haben. Deshalb finden seine Gebete, Anbetungen und Wohltaten bei ALLAH, dem Erhabenen, kein Gehör. All diese sind deshalb ungültig gemäß den Bestimmungen des Islam. Er kann sich nicht davon befreien, in die Hölle zu kommen. Wenn dieser kein rituelles Gebet verrichtet und Sünden begangen hat, wird er auch dafür in der Hölle bleiben. Er bleibt nicht ewig in der Hölle, da sein Glaube nicht zum Unglauben wurde. Die Nebensekte Imâmiyye in der Sekte Schiismus ist ein gutes Beispiel für diese zweite Gruppe von Menschen.

3. Der sündige Moslem: Er gibt sich als Moslem an und er ist auch tatsächlich ein Moslem. Er ist auch Sunnit. Das heißt, er hat den sunnitischen Glauben. Aber er unterläßt einige von den rituellen Gebeten oder verrichtet keine. Er begeht Sünden. Wenn der sündige Moslem seinen Sünden und Übeltaten nicht abschwor und wenn ihm ALLAH, der Erhabene, nicht vergibt, kommt er in die Hölle, wo er aber nicht ewig bleiben wird, weil er trotz allem gläubig ist.

4. Der Ungläubige: Er ist Kind eines Ungläubigen und als Ungläubiger aufgewachsen. Er sagt auch, er sei ungläubig. Er glaubt nicht an den heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm. Die Juden und die Christen sind Schriftbesitzer, die keinen richtigen Glauben haben. Die Kommunisten und Freimaurer dahingegen sind Ungläubige ohne heilige Schriften. Sie glauben auch nicht an den Tag der Auferstehung. Die Ungläubigen, die die Idole und Standbilder verehren, werden Götzendiener genannt. Die Ungläubigen werden in die Hölle kommen und dort ewig bleiben und brennen. Keine seiner Wohltaten und Dienste um seiner Liebe zu sich und seinen Mitmenschen wegen, werden ihm im zukünftigen Leben nützen und ihn vor der Hölle bewahren. Jedoch vergibt ihm ALLAH, der Erhabene wenn er seinen Unglauben bereut und ein frommer Moslem wird.

5. Der Glaubensabtrünnige: Glaubensabtrünnig ist derjenige, der Moslem war, aber dann aus dem Islam ausgetreten ist. Er wird nun als Ungläubig bezeichnet. Alle Gebete und Wohltaten, die er als Moslem ausgeführt hat, werden dann ungültig. Am Jüngsten Tag nutzen sie ihm auch nicht. Wenn er alles bereut und sich wieder zum Islam bekennt, wird ihm von ALLAH, dem Erhabenen, vergeben und er wird als ein reiner Moslem behandelt.

6. Der Heuchler: Er sagt, er sei ein Moslem. Wahrlich ist er kein Moslem, steht in einer anderen Religion und ist ein Ungläubiger. Der Heuchler ist schlimmer als der Ungläubiger. Er schadet den Moslems mehr. Früher gab es viele Heuchler, aber jetzt kaum noch.

7. Der Ketzer: Er sagt auch, er sei Moslem. Aber er hat keinen Glauben an die göttlichen Religionen. Er ist ein heimtückischer Ungläubiger. Er gibt seinen Unglauben als eine islamische Norm bekannt, um die Moslems zu Ungläubigen zu machen und die göttlichen Religionen abschaffen zu können. Die Ahmediyye Mission, Bahaismus und die späteren Bektaschi Orden zählen dazu.

8. Der Häretiker: sagt auch, er sei ein Moslem und hält sich selbst für ein Moslem. Er betet an und hütet sich vor Verbotenen. Jedoch ist er während der Auslegung des heiligen Korans von der sunnitischen Glaubenslehre weit abgekommen, so dass er einen solchen Glauben besitzt, der ihn in den Unglauben stürzt. Die Gruppen Nusairi, Ismaeliten der Sekte (Schi’iten) und Wahhabiten gehören zu diesem Teil. Ein Häretiker bemüht sich darum, sich selber als Moslem, aber die Sunniten (die Moslems mit rechtem islamischen Glauben) als Ungläubigen bekanntzugeben. Er ist schlimmer als ein Ungläubiger, denn die religiöse Regel lautet: “Derjenige, der einen Moslem als Ungläubig bezeichnet, wird selbst Ungläubiger”. Sie verursachen den Moslems sehr viel Schaden.

Jeder vernünftige Mensch will auf dieser Welt in Ruhe und Frieden und Glück leben, und sich im Jenseits von Höllenqual befreien und unendliche Belohnung erreichen. Ich gab deswegen das Buch Se’âdet-i Ebedijje (Endless Bliss, 5 Bände) heraus. Ich bemühte mich darum, den Menschen überall das ewige Glück zu zeigen. Zuerst strengte ich mich sehr an, um dies selber zu erfahren. Jahrelang las ich hunderte von Büchern, setzte mich zudem mit der Geschichte, dem Sufismus und mit den Naturwissenschaften auseinander. Schließlich kam ich zu dem festen Entschluß, es gibt keinen anderen Ausweg, als daß man rechtschaffener Moslem ist, um sowohl auf der Welt Frieden und Glück, als auch im Jenseits unendliche Gnaden zu geniessen. Um ein rechtschaffener Moslem zu werden, muss man die islamischen Kenntnissen erwerben, die von den Gelehrten der Sunna veröffentlicht wurden.

Ein Unwissender (in Religion und Wissen) kann kein Moslem sein, geschweige denn, dass er ein Frommer sein könnte. Wie ein frommer Moslem sein muss, ist in meinem Buch “Se’adet-i Ebediyye” (Endless Bliss) ausführlich erklärt. Wir geben ihnen hier kuze Auskunft darüber:

1. Er muss so glauben, wie die Gelehrten der Sunna es mitgeteilt haben. Mit anderen Worten muss er Sunnit sein.

2. Er muß durch das gründliche Durchlesen eines Rechts-Buches einer von den vier bekannten Rechtschulen, die Vorschriften des Islam (die Kenntnisse der Religionsgesetze) erwerben, dementsprechend die rituellen Gebete verrichten und sich vor Verbotenem hüten. Wenn er einer der vier bekannten Rechtschulen nicht folgt, oder die Bestimmungen der vier Rechtschulen willkürlich und nach seinen Belieben auswählt und bald diese, bald jene befolgt, dann wird er “Verirrter” (einer, der keiner Rechtsschule folgt). Der Verirrte ist also einer, der von dem Weg-Sunna abgekommen ist. Wer kein Sunnit-Moslem ist, ist entweder Verirrter oder Ungläubiger.

3. Er muss arbeiten und Geld verdienen. Das muss er dem Gesetz des Islam gemäß durchführen. In unserer Zeit kann ein armer Mensch, den Islam, nicht recht leben und auf seine Ehre sowie seine Rechte nicht bestehen. Zu diesem Zweck und um den Dienst für den Islam zu leisten, sollte man allerlei technische Erfindungen benutzen, die einem hohen Lebensstandard ermöglichen. Auf legitime Weise Geld zu verdienen und Glaubenskampf zu führen sind je ein großer Verdienst. Jede Tat, die das Verrichten des täglich fünfmaligen Gebets nicht verhindert und nicht zu Sünden führt ist gut, gesegnet und glückbringend.

Dass man aus den Gebeten und den weltlichen Angelegenheiten zugleich einen geistigen Vorteil zieht, bedingt all das nur um ALLAHs, des Erhabenen, Zufriedenheit zu tun, nur um ALLAHs, des Erhabenen, willen Geld zu verdienen und zu spenden; kurz gesagt, dies sind die Eigenschaften des Moslems, der Rechtschaffenheit besitzt. Rechtschaffenheit bedeutet nur seinen Schöpfer, ALLAH, den Erhabenen, zu lieben und das, was man liebt, nur um ALLAHs willen zu lieben. Man erinnert sich an die Geliebten häufig. Man gedenkt sie immer vom ganzen Herzen.

Wer ALLAH, den Erhabenen, sehr liebt, muss sich häufig an Ihn erinnern, und häufig an Ihn denken. Darum sagt ALLAH, der Erhabene, in SEINEM Buch, dem heiligen Koran:

“Denkt häufig an ALLAH, den Erhabenen.”

Hierzu lauten die heiligen Hadithe, die im Buch Künüz üd-dekâik stehen:

“Die vorzüglichsten Menschen sind die, welche an ALLAH, den Erhabenen, am meisten denken.”

“Dass es einem gefällt, ALLAHs, des Erhabenen, zu gedenken, ist das Zeichen, dass man ALLAH, den Erhabenen, liebt.”

“Wenn man jemanden liebt, denkt man häufig an ihn.”

“Wer ALLAH, den Erhabenen, sehr liebt, befreit sich von der Zwietracht.”

“ALLAH, der Erhabene, liebt den sehr, der häufig SEINER gedenkt.”

Die Wege, durch die man lernt, wie man an ALLAH, den Erhabenen, denken kann, teilten die Gelehrten der innerlichen Erkenntnisse mit. Der leichteste Weg davon ist, einen Religionsführer zu finden und gerne und anstandsgemäß aus seinem Herzen geistigen Nutzen zu ziehen.

Der absolute Religionsführer ist der absolute Religionsgelehrte, der die geistige Macht, wie sein eigener Religionsführer erreicht hat, sodass auch andere geistigen Nutzen von ihm ziehen können. Diese Kompetenz soll ihm selbst von seinem Meister schriftlich verkündet sein. Es ist eine Tatsache, daß die absoluten Religionsführer, wie Kettenglieder des heiligen Propheten bis zur dieser Zeit, von einander geistigen Nutzen gezogen haben. Mit anderen Worten leitet ein Religionsführer geistigen Nutzen, welche von dem heiligen Propheten durch seine vorigen Religionsführer bis zu seinem Herzen gelangen, in die Herzen der anderen.

Der Schüler, der vom einem Religionsführer, geistigen Nutzen ziehen will, muss ein rechtschaffer Moslem sein. Demnach ist derjenige, der den sunnitischen Glauben nicht besitzt, z.B. über einen der die Gefährten des heiligen Propheten etwas Böses sagt, einer der vier bekannten Rechtschulen nicht folgt, sich vor Sünden nicht hütet, seine Tochter, die Frauen, die er unter seinen Schutz gestellt sind, halbnackt ausgehen lässt und sich nicht darum bemüht, seine Kinder das Vortragen des heiligen Koran, die Grundkenntnisse der islamischen Religion zu lehren, darf weder ein Religionsführer, noch ein frommer Moslem sein. Religionsführer ist eine Person, dessen Worte und Handlungen der Glaubenslehre der Sunna”, den Bestimmungen in den Religionsbüchern entsprechen, die einer der vier bekannten Rechtschulen (Hanefî, Schafi’î, Mâlikî, Hanbelî) angehören. Tausend Jahre nach der Auswanderung des heiligen Propheten begann die letzte Periode der Zeit vor dem Weltuntergang, die der letzte Prophet Muhammed, Friede sei mit Ihm, prophezeite. Es haben sich schon viele Zeichen für den Weltuntergang, sehen lassen. In letzter Zeit vor dem Weltuntergang wird sich ALLAH, der Erhabene, mit seinen Eigenschaften “Allgewalt” und Zorn manifestieren und deshalb werden auf der Welt Unfriede, Unruhe und Katastrophen zunehmen. Die islamischen Kenntnisse werden immer mehr verändert. Die sunnitischen Gelehrten des Islam und die absoluten Religionsführer werden sich stark verringern.

Den Namen des Erhabenen zu zitieren, d.h., “ALLAH, ALLAH...” sagen, lässt viel Verdienst im Jenseits gewinnen und führt dazu, des Erhabenen innerlich zu gedenken. Dass man die Andacht des Herzens erreicht, hängt davon ab, ein frommer Moslem zu sein und ALLAHs, des Erhabenen, Namen d.h. “ALLAH” oder das Einheitsbekenntnis “La ilâhe illallah” jahrelang häufig zu äußern. Falls von absoluten Religionsführer das rezitieren von ALLAH, des Erhabenen, Namen gelehrt wird und man dafür von seinem Meister, einem absoluten Religionsführer eine Hilfe zieht, damit er die Andacht des Herzens zu erreichen hilft, erwacht das Wort “ALLAH” im Herzen des Interessenten und er beginnt selbst sofort die Andacht des Herzens zu üben. Wenn man kein absoluten Religionsführer hat, stellt man sich einen absoluten Religionsführer geistig vor und sieht ihn unablässig ins Auge. Man fleht ihm vom Herzen, damit er ihm sein Wohlwollen bezeugt. Das wird Verbundenheit genannt. Auf Seite 17 des Buches Berekât (Segen) steht folgendes darüber:

“Hâdsche Burhanüddîn, einer der indischen Gelehrten, gab sich eine große Mühe, um von Herzen ALLAH, des Erhabenen, zu gedenken, aber er konnte es nicht erreichen. Er suchte nach einem absoluten Religionsführer. Er kam zu St. Muhammed Bâk-i-billâh, der in Delhi lebte und bat ihn darum. Dieser schärfte ihm ein, überall, wo er war, mit ihm Verbundenheit zu üben, d.h. sich das Antlitz seines Lehrers in der Phantasie vorzustellen und dadurch geistigen Nutzen zu ziehen. Hadsche Burhanüddîn war über diesen Auftrag erstaunt und ging zu denen, die dem Meister nahe waren. Er sagte ihnen: “Dieser Auftrag wird doch den Anfängern gegeben, er sollte mir eigentlich einen höheren Auftrag geben.” Daraufhin sagten sie ihm: “Du hast zuerst mal diesem Befehl zu gehorchen.” Weil er völliges Vertrauen dazu hatte, dass St. Muhammed Bâkîbillah ein absoluter Religionsführer war, stellte er sich das gesegnete Antlitz von Bâkî-billâh vor und bat ihn, um Hilfe um die Andacht seines Herzens erreichen zu können. Währendessen verlor er sein Bewusstsein und begann den Namen des Erhabenen im Herzen zu wiederholen, er nahm nicht nur die physiologischen Bewegungen in seinem Herzen wahr, sondern auch wie sein Herz den Namen des Erhabenen wiederholte.” Das Buch “Hadarat-ul-kuds” (Heilige Mittel) handelt vom 54. Wundertat von Imâm-ý Rabbânî wie folgt:

Mewlânâ Abdulhakim-i Siyalküti, einer von den weltbekannten Gelehrten des Islams in Indien, erzählt: “Ich kannte St. Imâm-ý Rabbânî und liebte ihn sehr. Aber ich war nicht sein Schüler. Ich sah ihn im Traum. Er trat mit mir in Verbindung. Währenddessen begann mein Herz den Namen des Erhabenen zu wiederholen. Lange Zeit erlebte ich die Andacht des Herzens und erreichte dadurch viele Gottesgaben. So wurde ich zuerst sein geistiger Schüler und später trat ich in seinen Schülerkreis ein.”

Von seiner sechzehnten Wundertat: Einer seiner Verwandten wollte St. Imâm-ý Rabbânîs Schüler werden, aber er konnte das ihm keinesfalls erklären. Eines Tages entschloß er sich dazu. In derselben Nacht sah er St. Imâm-ý Rabbânî im Traum. Er selbst stand an dem Ufer eines Flußes, an dem anderen Ufer stand Imâm-ý Rabbânî und rief ihm zu: “Komm schnell herüber, komm schnell! Du hast dich verspätet.” Er erzählt selbst weiter: Sobald ich das erfuhr, hörte ich mein Herz ALLAHs, des Erhabenen, Namen wiederholen. Am nächsten Tag ging ich zu ihm und erzählte, was in meinem Herzen geschah. Daraufhin sagte er: “Was du in deinem Herzen erlebt hast, ist unserer Weg. Übe diese Andacht des Herzens weiter.”

ALLAH, der Erhabene, sagt im heiligen Koran in dem 31. Vers der Sure Al-i Imran (Das Haus Imrân) dem Sinn nach: “Sprich: “So ihr ALLAH liebet, so folget mir. Lieben wird ALLAH und wird euch eure Sünden verzeihen, denn ALLAH ist verzeihend und barmherzig.”

Der 79. Vers der Sure Nisa (Die Weiber) lautet sinngemäß: “Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht ALLAH.” Hierzu lautet die heilige Hadith: “Geht meinen Weg und nach mir den Weg meiner vier Kalifen.” Die islamischen Gelehrten und Wissenschaftler, die auf dem Weg der vier Kalifen stehen, werden Sunniten genannt. Es versteht sich daraus, dass man dem, was in den Büchern der sunnitischen Gelehrten des Islams über den Glauben geschrieben steht, entsprechend einen Glauben besitzen und alle seine Taten und seine Worte demgemäß erfüllen muss, damit er der Liebe und des Wohlgefallen des Erhabenen würdig sein darf. Es versteht sich dass, man so glauben und so leben muß, wenn man will, dass ALLAH, der Erhabene, uns liebt, und mit uns zufrieden ist. Wer diese zwei Eigenschaften nicht besitzt, kann nicht ein rechtschaffener Moslem sein. Deshalb sind Glück und Frieden weit entfernt von ihm im Diesseits und auch im Jenseits. Der Weg zu diesen beiden ist entweder von den religiösen Büchern zu erwerben, oder bei einem absoluten Religionsführer zu lernen. Die Worte, die seelische Verbindung und der Blick des absoluten Religionsführers, sind reinigend für die Herzen. Wenn man sein Herz von bösen Absichten und Charaktereigenschaften reinigt, so wird man vom islamischen Glauben, vom Gebetverrichten und von Wohltaten, Freude empfinden. Ausserdem scheinen ihm die Verbote böse, ekelhaft und unangenehm. Wenn ALLAH, der Erhabene, mit Seinen Dienern Mitleid hat, so befinden sich viele absoluten Religionsführer und werden von anderen leicht erkannt. Aber wenn der Untergang der Welt naht, werden ALLAHs Allgewalt und Zorn öfters vorkommen, und die absoluten Religionsführer werden weniger und unerkennbar. Dagegen werden die Ignoranten, Verirrte und Götzendiener auftauchen, die Leute täuschen und sie ins Unglück stürzen. So werden sie den Leuten den Weg ALLAHs, des Erhabenen, versperren. Sie werden deshalb Kat’ý târýk-i ilâhi (Unterbrechung des Wegs des Erhabenen) genannt.

Die zu der Zeit des Unwissens, den Islam und seine Vorschriften von den sunnitisch-islâmischen Gelehrten gelernt haben, werden die seelische Heilung finden und die ewige Rettung erreichen können. Dagegen werden diejenigen, die sich getäuscht haben, weil sie den verführenden, aufregenden Worten in den angeblichen Religionsbüchern, die von den Unwissenden verfaßt sind, welche ausserhalb der vier bekannten Rechtschulen stehen, Gehör und Glaube geschenkt hatten, vom rechten Weg des Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, und seiner Gefährten abirren. Zu dieser Zeit sollte man sich einen der berühmten absoluten Religionsführer der früheren Zeiten (der Großen des Derwisch-Ordens) überall und in jeder Tat und ausserhalb des rituellen Gebets und auf jeden Fall in seine Phantasie herbeirufen und zu ALLAH, dem Erhabenen, dafür beten, dass die Güte, die ER vom Herzen des Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, bis ins Herz desselben Religionsführer geleitet hat, auch in seinem eigenen Herzen sich wiederspiegeln, damit man sein Herz in kurzer Zeit reinigen und den Namen ALLAHs, des Erhabenen, vom Herzen wiederholen kann. Währenddessen sollte man immer daran denken, dass er ein vollkommener Nachfolger ist und dass in seinem Herzen die Eigenschaft “Erbarmen” des Erhabenen offenbar wird.

Der absolute Religionsführer St. Muhammed Ma’sûm, Friede sei mit ihm, erklärt im 50. Brief folgendes:

“Wenn man die Verbundenheit mit dem Religionsführer ununterbrochen durchführt, so ist die Verbindung mit dem absoluten Religionsführer vollkommen und man zieht von ihm sehr leicht Güte. Aber es gibt auch noch andere Vorteile, wenn man in Anwesenheit seines Religionsführer ist. Der Anhänger (Schüler), der keine rechte Verbundenheit zu seinem Religionsführer erreichen kann, sollte bei ihm bleiben. Die Gefährten des heiligen Propheten haben alle den höchsten Rang bei ALLAH, dem Erhabenen, durch die Unterhaltung des Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, erreicht. Jedoch zog Wejsel Karâni [einer der Großen Heiligen zu der Zeit des heiligen Propheten] geistigen Nutzen von Seinem Herzen durch die Verbundenheit von der Ferne her, aber er konnte den Rang der Gefährten des heiligen Propheten nicht erreichen.”

Im 78. Brief steht folgendes: “Man sollte sich ihm voller Liebe ergeben, damit man von einem absoluten Religionsführer Güte und Segen ziehen kann. Seine Gefährten zogen von dem heiligen Propheten geistigen Nutzen durch Rückstrahlung. Ebenso kann ein Schüler, der bei Anwesenheit seines absoluten Religionsführer voller Hochachtung und Liebe sitzt, von ihm geistigen Nutzen ziehen. Dies gilt für alle, ob groß oder klein, ob lebendig oder tot. Wenn man sich das Antlitz seines Religionsführer mit Liebe und Hochachtung vorstellt, und eine solche Haltung aufweist, als ob man ihn vor sich hätte, so heißt dieser Tatbestand Verbundenheit. Diese Verbundenheit ist sehr nützlich. Denn der Mensch hat kein reines Herz, weil er Sünde begeht. Dieser innerliche Zustand verhindert, dass ihm ALLAH, des Erhabenen, Güte und Segen direkt zukommt. Dafür braucht er einen Vermittler. Dies ist der Herr, dem Güte und Segen eines Religionsführer zufließt und der es seinen Schülern weiterleiten kann. Dies ist ein absoluten Religionsführer.”

Im 165. Brief sagt St. Muhammed Ma’sum wieder: “Dem Gesicht eines absoluten Religionsführer im Herzen zu gedenken heißt Verbundenheit. Es ist die stärkste Verbindung, die den Religionsführer mit dem Schüler seelisch nahe bringt. Wenn sich Verbundenheit festigt, so sieht der Schüler seinen Religionsführer überall, wohin er hinblickt; es wird so, als ob er vor ihm stünde.”

Im 197. Brief steht: “Wenn Verbundenheit stärker und fester wird, glaubt man, dass es zwischen dem, wozu man kommt, während man von seinem Religionsführer entfernt ist, und dem, was man bei seinem Religionsführer genießt, keinen Unterschied geben würde. Jedoch ist beides niemals gleich. Je mehr sich Verbundenheit stärkt, desto weniger wird dieser Unterschied.”

St. Muhammed Ma’sum erklärt im 89. Brief des 5. Bandes über das gleiche Thema weiter: “Einer der islamischen Großen sagte: ‘Wenn ALLAH, der Erhabene, nicht wollte, hätte Er dem Menschen den Willen nicht gegeben.’ Unser einziger Weg ist die Unterhaltung. Der Interresent, der begabt ist, zieht durch Segen der Unterhaltung gemäß seiner Begabung und seiner Liebe zum Religionsführer vom Herzen dieses Religionsführer heiligen, seelischen Nutzen. So wird sein Herz von bösen Charakterzügen gereinigt, dagegen dringt der gute Charakter des Religionsführer in sein Herz ein. Darum heißt es: ‘Sich dem Religionsführer vollkommen zu ergeben, ist der Anfang des Ranges, in dem man alles, außer ALLAH, den Erhabenen vergisst.’ Falls es einem nicht möglich ist, in der Unterhaltung des Religionsführer zu sein, kann man in diesem Fall nur gemäß seiner Liebe zu seinem Religionsführer und dem Gedenken von ihm geistigen Nutzen ziehen. Es ist eine große Gnade und ein großes Glück, die zu lieben, die ALLAH, den Erhabenen, lieben. Erst durch diese Liebe entsteht im Herzen das Glaubenslicht, welches vom Herzen des Religionsführer herstrahlt. Man sollte die Gelegenheit nicht versäumen, sich seinen Religionsführer auch in der Ferne vorzustellen d.h. auch bei Abwesenheit seines Religionsführer mit ihm eine seelische Verbindung anzuknüpfen. Man sollte auch die Religionsgesetze erlernen und bewußt handeln. Das wertvolle Leben sollte man nicht mit Spiel und Vergnügen vergeuden. Die Dinge, die dem Religionsgesetz widersprechen, werden irdische Dinge genannt. Man sollte immer daran denken, diese sind unnützlich und haben sowohl im Grabe als auch am Jüngsten Tag keinen Wert. Das seelische, ewige Heil besteht darin, der Sunna, dem Weg des heiligen Propheten, zu folgen und sich vor religiöser Abweichung zu hüten. [Sunna zu folgen bedeutet, sich den sunnitischen Glauben anzueignen, vor allem die Gebote durchzuführen und die Verbote zu vermeiden und wenn möglich die erforderlichen Verpflichtungen zu verrichten. Dies ist die richtige Reihenfolge, die einzuhalten ist. Ein erforderliches Gebet ohne diese Reihenfolge ist also nicht als erforderlich zu bezeichen. Das ist religiöse Abweichung. Zum Beispiel: Sünde begehen, Gebote verachten, aber zugleich den Bart wachsen lassen, dies ist nicht erforderlich, sondern eine religiöse Abweichung. So ist dieser Bart vielleicht ein jüdischer Bart, oder der Bart der Rafiziten (Schi’îten) oder der Wahhabiten.] Mit denjenigen, die religiöse Abweichung begehen, [d.h. keiner der vier Rechtschulen folgen], und mit Häretikern, sollte man keinen freundschaftlichen Kontakt aufnehmen. All diese sind Diebe der Religion. Sie verderben die Religion und den Glauben des Moslems. Mit der heiligen Hadith wird mitgeteilt, daß die Irrgläubigen zu den Hunden der Höllenbewohner gemacht werden.”

Imam-ý Rabbânî, Friede sei mit ihm, erklärt im 187. Brief seines Buches: “Dass der Schüler überall seinen absoluten Religionsführer sieht, weist darauf hin, dass die Verbundenheit sehr stark ist. Verbundenheit ermöglicht, dass aus einem Herzen in ein anderes, Güte und Segen geleitet werden. Diese große Gnade wird nur den auserwählten geschenkt.”

Die Belege für das bis dahin mitgeteilte, sind folgende Hadîthe (die Aussprüche des Heiligen Propheten):

“Alles hat eine Quelle. Die Quelle der Frömmigkeit sind die Herzen der Heiligen”

“Wenn man einen Heiligen trifft, erinnert man sich gleich an ALLAH, den Erhabenen.”

“In das Gesicht eines Gelehrten des Islams zu blicken, gilt als Anbetung.”

“Die, die mit ihnen zusammen sind, werden niemals Rebellen.”

“Böse, (sündhafte, irregeführte) Geistliche werden das Unglück meiner Gemeinschaft verursachen.”

Diese und ähnliche Hadithe stehen in verschiedenen Hadith-Büchern, z.B. in “Künüz-üd-dekaik”.

Dass Sejjid Abdulhakim-i Arwâsî ein absoluter Religionsführer ist, wird von den Zeugnissen, die ihm von seinen Religionsführer selbst gegeben wurden, von seinen Briefen, die er an seine Schüler schrieb, von seinem tiefen Wissen und seinen guten Charaktereigenschaften und seinen Wundertaten bestätigt.

Es ist auch möglich, durch ein Foto sein gesegnetes Gesicht zu erkennen. Aus seinem gesegneten Herzen seelischen Nutzen zu ziehen, indem man sich ihn vorstellt, ist für Muslime eine große Gnade und ein großes Glück des Erhabenen. Wir, die Sündigen, deren Herzen mit Bosheiten gefüllt ist, sind fern von dieser großen Gnade. Unser Zweck ist es, den Weg zu dem ersehnten Rettungsschatz zu zeigen. Dies gelang uns zwar nicht, aber wir hoffen, es kommt vielleicht einem anderen zu. In dieser Zeit wird es wenigen Menschen zuteil, all das zu hören, daran zu glauben und an all dem Interrese zu haben. Dank sei ALLAH, dem Erhabenen, dass Er uns die Möglichkeit gab, Seine Geliebten Diener kennenzulernen und das Glück, sie zu lieben.

O Mein Schöpfer! Obwohl wir auch große und sehr viele Sünden haben, sind doch DEINE Vergebung und DEINE Erbarmung unendlich. Vergebe uns DEINEN Geliebten zuliebe und erbarme DICH unserer. Amen!

 

WIE SOLLTE EIN WAHRER MOSLEM SEIN?

Der erste Rat für den Moslem ist, seinen Glauben nach der Verkündigung in den Büchern der sunnitischen Gelehrten zu verbessern und zu verstärken. Denn die Glaubenslehre, welche von der Hölle retten wird, ist nur diese. ALLAH, der Erhabene, möge den großen Menschen für ihre Strebungen mehr Lohn geben! Die Gelehrten, die bis zur Stufe des Urteilfällen in den vier bekannten Rechtsschulen (Hanefî, Schafi’î, Malikî, Hanbelî) aufgestiegen und die großen Gelehrten, die von ihnen ausgeblidet sind, werden die Gelehrten der Sunna genannt.

Nach dem bestetigten und gestärkten Glauben sollte man die Gebete, welche sich innerhalb der Rechtswissenschaft befinden, d.h. die Gebote der Religionsgesetze durchführen und die Verbote einhalten. Diesbezüglich soll man die täglich fünfmaligen rituellen Gebete ohne Vernachlässigung und immer vorschriftsmäßig verrichten. Wenn man, die von der Religion bestimmte Menge Vermögen, ob Geld, Gold, Silber oder Handelsware besitzt, muss man Armensteuer zahlen. Der Gründer der sunnitischen Gemeinschaft Imam-ý Ebu Hanîfe erläuterte: “Für Gold und Silber, welche die Frauen als Schmuckstück tragen, muss man auch unbedingt Armensteuer zahlen.”

Keineswegs sollte man das wertvolle Leben (die wertvolle Zeit) nicht mit unwichtigen, nutzlosen Dingen vergeuden. Es gehört sich auch nicht, es mit mit Verbotenem zu verschwenden. Man muss Musik und Musikinstrumenten vermeiden, welche verursachen, ALLAH, den Erhabenen, zu vergessen. Man sollte auch dem Ich nicht die Möglichkeit geben, dass es an solcher Musik Vergnügen findet. Denn das ist gleichgestellt mit einer Mischung von Honig und Gift.

Man soll sich von der üblen Nachrede fernhalten. Üble Nachrede zu treiben ist verboten. Üble Nachrede heißt, über ein Vergehen oder einen begangenen Fehler oder Mangel eines Moslems oder eines Untertans übel nachzureden. Aber es ist keine üble Nachrede, von den Übeltaten der Nichtmoslems, der Ungläubigen, der verirrten und von den freimutig begangenen Sünden und bösen Taten der Unterdrücker und der Betrüger beim Handel und Einkauf die Moslems zu benachrichtigen, damit sie sich vor ihrem Übel hüten können. Es ist keine üble Nachrede, dass man die Verleumdungen und die Vorwürfe derjenigen bekanntmacht, die über den Islam falsch reden und schreiben. Im Gegenteil ist das eine ehrenhafte Pflicht.

Man sollte auch die Übeltat vermeiden, die “Üble Nachrede” genannt wird. Dies ist, unter den Muslimen Klatsch zu verbreiten. Diejenigen, die beide obenerwähnten Sünden begangen haben, erwarten verschiedene Höllenstrafen. Lügen und Verleumden sind auch verboten. Man soll sich auch von beiden fernhalten. Diese beiden Übeltaten waren in jeder Religion verboten. Die Höllenstrafe dafür ist sehr streng. Die Schande der Moslems nicht zu verbreiten, ihre nicht offen begangenen Sünden nicht bekanntzugeben und ihnen ihre Schulden zu vergeben, hat bei ALLAH, dem Erhabenen, einen großen Wert. Man sollte mit den Kleinen, mit seinen Angehörigen (z.B. seiner Ehefrau, seinen Kindern, seinen Schülern und den Soldaten) und Armen Mitleid haben. Auch sollte man ihnen ihre Fehler nicht vorhalten, sie wegen unwichtigen Sachen nicht kränken und nicht schlagen. Und man darf den Glauben eines anderen nicht angreifen, ihrer Güter nicht berauben, das Leib und die Ehre nicht verletzen und muss seine Schulden unbedingt bezahlen. Sich bestechen zu lassen und auch andere zu bestechen ist auch Verboten.

Nur zum Zweck, dass man sich von einem Unterdrücker befreit und erst wenn man gezwungen ist, ist das Bestechen erlaubt. Aber sich bestechen zu lassen ist auf jeden Fall verboten.

Jedem genügen seine eigene Schande und seine Sünden. Vor allem sollte man seinen Ungehorsam ALLAH, dem Erhabenen, gegenüber bereuen. Man sollte nicht vergessen, dass ALLAH, der Erhabene, nicht mit Bestrafung seiner Sünden eilt und euren Lebensunterhalt nicht vermindert. Es ist auch nötig, den Befehlen und Aufforderungen der Eltern und der Regierung, welche den Bestimmungen des islamischen Gesetzes entsprechen, gehorsam zu sein. Diejenigen aber, die dem Islam widersprechen, sollte man nicht aufständisch erwidern, um keinen Anlass dazu zugeben, dass Unruhen und Unfrieden entstehen.

Man sollte jeden Moment damit verbringen, ALLAHs, des Erhabenen, zu gedenken, nachdem man seinen Glauben gereinigt und verbessert und die Vorschriften des Islam pflegt einzuhalten. Die Andacht sollte man so üben, wie es die Großen des Islam erklärt haben. Dabei ist es notwendig alles, was einen daran hindert, ALLAHs, des Erhabenen, zu gedenken, als Feind anzusehen. Je besser und genauer man die Vorschriften der Religionsgesetze einhält, desto mehr Genuss empfindet man beim Gedenken ALLAHs, des Erhabenen.

Im Gegenteil vermindert sich der Genuss und die Lust, wenn man seine Gebete und seine Andacht öfters vernachlässigt. Was wäre nun noch zu schreiben? Dem Vernünftigen ist all das genug. Man sollte immer wach sein, damit man sich nicht durch Lügen und Vorwürfe der Feinde des Islam täuschen lässt.

 

Islamische Wissenschaften

Die islamischen Wissenschaften bestehen aus zwei Teilen:

   I. Islamische hohe Wissenschaften
  II. Islamische Sprachwissenschaften

I. Islamische hohe Wissenschaften sind:

  1. Wissenschaft für Koranauslegung: Ýlm-i Tefsîr
  2. Hadithwissenschaft: Ýlm-i Hadîs
  3. Methodik der Hadithwissenschaft: Usûl-i Hadîs
  4. Glaubenswissenschaft: Ýlm-i Kelâm
  5. Methodik der Glaubenswissenschaft: Usûl-i Kelâm
  6. Rechtswissenschaft: Ýlm-i Fýkch
  7. Methodik der Rechtswissenschaft: Usûl-i Fýkch
  8. Ýslamische Mystik [Innerliche Erkenntnisse]: Tassawwuf

II. Dazu gehörende Sprachwissenschaften sind:

  1. Morphologie: Sarf
  2. Syntax: Nachw
  3. Lexikologie: Lügat
  4. Textlinguistik: Metn-i Lügat
  5. Etimologie: Ýschtikak
  6. Wortbildung: Ýschtikak-ý kebîr
  7. Stilistik: Ýnschâ
  8. Redekunst: Bejân
  9. ästhetische Sinnlehre: Bediî
10. Semantik: Belâgat
11. Wortbedeutunsglehre: Meânî
12. Kunst der literarischen Stil: Kitâbet

Zu diesen zwanzig islamischen Wissenschaften gehören achtzig Hilfswissenschaften.

 

Gelehrtheitsstufen nach der islamischen
Rechtswissenschaft bzw. der Rechtsgelehrten

1. Absolute Religionsgelehrte: Sie dürfen nach vier islamischen Quellen (d.h. dem heiligen Koran, den heiligen Hadithen, der Übereinstimmung der Gelehrten der Sunna und den Urteilen der islamischen Rechtsgelehrten) Urteile fällen. Sie dürfen ihre eigenen Rechtsschulen gründen. So sind die Gründer der vier Rechtsschulen. i.B.: Müdschtechid-i Mutlak.

2. Religionsgelehrte für bestimmte Rechtsschule: Sie dürfen nach vier islamischen Quellen und nach den Urteilen der absoluten Religionsgelehrten, in deren Rechtsschulen sie sich befinden, Urteile fällen. i.B.: Müdschtechid-i fil-Mes-heb.

3. Schriftgelehrte für Urteilsfällen: Diese Gelehrten dürfen nach den Urteilen der Rechtsschulengründer Urteile fällen. Jedoch sollen ihre Urteile mit denen der Rechtsschulengründer überein-stimmen. i.B.: Müdschtechid-i fil-Messele.

4. Schriftgelehrte für Urteilserklärung: Sie dürfen keine Urteile fällen, aber die Urteile erklären. i.B.: Eshâb-ý Tachridsch.

5. Schriftgelehrte für Überlieferungsunterscheidung: Sie dürfen nur die Überlieferungen für die Urteile unterscheiden. i.B.: Erbâb-ý Terdschich.

6. Schriftgelehrte für Anordnung der Überlieferungen: Diese Schriftgelehrten dürfen nur die Überlieferungen nach ihren Quellen anordnen. i.B.: Mukallid.

7. Schriftgelehrte für Überlieferungserklärung: Sie dürfen die Überlieferungen nicht voneinander unterscheiden, aber erklären. i.B.: Mukallîd.

 

Gattungen der islamischen Gelehrten

1. Absoluter Religionsgelehrter: Gelehrter, der seine eigene Rechtsschule gründen darf i.B.: Müdschtehid-i Mutlak

2. Religionsgelehrter: Gelehrter, der Urteile fällen darf. Ein Religions-bzw. Schriftgelehrter darf nur von einem Religions bzw. Schriftgelehrten ein Zeugnis für Gelehrtheit bekommen und soll nach seinem Wissen handeln. Ein Religionsgelehrter soll zwanzig islamische Wissenschaften, achtzig islamische Hilfswissen-schaften beherrschen und außerdem Sozial und Naturwissen-schaften in seiner Zeit so gut wissen, daß er den heiligen Koran auslegen kann. i.B.: Müdschtehid

3. Gelehrter für Koranauslegung: Religionsgelehrter, der sich nur mit der Koranauslegung beschäftigt. i.B.: Müfessir

4. Hadithgelehrter: Muchaddis Religionsgelehrter, der sich nur mit der Hadithwissenschaft beschäftigt. i.B.:

5. Gelehrter für Glaubenswissenschaft: Religionsgelehrter, der sich nur mit der Glaubenswissenschaft beschäftigt. i.B.: Mütekellîm

6. Gelehrter für Islamische Rechtswissenschaft: Rechtsgelehrter. Religionsgelehrter, der sich nur mit der Rechtswissenschaft beschäftigt. i.B.: Fakich

7. Gelehrter für Islamische Mystik, innerliche Erkenntnisse: Religionsgelehrter, der sich nur mit der islamischen Sittlichkeitslehre bzw. mit den innerlichen Erkenntnissen beschäftigt i.B.: Mutasawwýf.

 

Islamische Bezeichnungen für bestimmte Grußgebete
bzw. rituelle Wünsche und Verehrungsäusserungen

Alejhis-selâm: Friede ALLAHs, des Erhabenen, sei mit ihm. (für Engel und Propheten)

Alejhimüs-selâm: Pl. zu alejhis-selâm

Alejhis-selâtü ves-selâm: Friede und Segen ALLAHs, den Erhabenen sei mit ihm. (für Propheten)

Kuddise sir-ruch: Möge seine Stellung heilig sein. (für Geistliche)

Dschel-le dschelaluch: Erhabenheit und Heiligkeit gehört zu ALLAH, dem Erhabenen.

Rachimehullach: Segen ALLAHs, des Erhabenen, sei mit ihm. (für Geistliche)

Rachmetullachi alejch: Segen ALLAHs, des Erhabenen, sei mit ihm. (für Geistliche)

Radijallachü anch: Wohlgefallen ALLAHs, des Erhabenen, sei mit ihm. (für einen Gefährten des heiligen Propheten)

Radijallachü ancha: Wohlgefallen ALLAHs, des Erhabenen, sei mit ihr (für eine Muslime, die den heiligen Propheten gesehen hat.)

Radijallachü anhüm: Wohlgefallen ALLAHs, des Erhabenen, sei mit ihnen. (für Gefährte des heiligen Propheten)

Sallallahi Alejhi we Sel-lem: Friede und Segen ALLAHs, des Erhabenen, sei mit Ihm. (für den heiligen Propheten)

Abkürzungen für rituelle Wünsche:

F.s.m.i: Friede sei mit ihm.

F.u.S.s.m.i: Friede und Segen sei mit ihm.

M.s.S.h.s: Möge seine Stellung heilig sein.

M.i.S.h.s: Möge ihre Stellung heilig sein.

Anmerkung: rituelle Wünsche sollten als islamische Bezeichnungen ausgesprochen werden.


GLOSSAR

– A –

ALLAH: der einzige Gott, der alleinige Schöpfer. Es gibt keinen Gott außer ALLAH, dem Erhabenen. ER hat acht ständige und sechs persönliche Eigenschaften.

Die ständigen Eigenschaften (i.B.: Sifat-i Subûtijje) sind:

unsterblich: hajj

almächtig: kâdir

allhörend: semi’

allsehend: bassar

allwissend: ‘alîm

sprechend: mütekellim

schöpferisch: hâlik

willkürlich: mürîd

Die persönlichen Eigenschaften (i.B.: Sifat-i Sâtijje) sind:

Unendliches Wesen: Wüdschud

Existenz ohne Anfang: Kýdem

Existenz ohne Ende: Bekâ

Einigkeit: Wachdânijjet

Unähnlichkeit (den Geschöpfen): Muhalefetun-lil-hawâdis

Selbständigkeit: Kýjâmun bi-nefsihî

ALLAH, der Erhabene: ALLAHü teâlâ

abbasidisch: abbâssî

Abbasiden: Abbâssî

Abgott: Sanem. türk. B.: Put

Abendgebet: Salât-ul-maghrib

Absicht: Nijjet

absoluter Religionsführer: absoluter Religionsgelehrter, der seinen Schülern den rechten Weg zeigt. i.B.: Mürschid-i kâmil

absoluter Religionsgelehrter: Þ Gattungen der islamischen Gelehrten

Abgott: Sanem

ahnunglos: ghâfil

Almosen: Sadaka

Amen: Âmin

Almosensteuer: Sekat

Anbetung: Ýbâdet

Andacht: Sikr

Anhänger der Gefährten des heiligen Propheten Muhammed und deren Nachfolger: Tâbi'în und Tebe-i Tâbi'în

Anhänger der Sunna: Muslime, die auf dem Weg des heiligen Propheten Muhammed und seiner Gefährten sind. (= Sunniten) Sunniten gehören je einer der vier rechten Rechtsschulen. i.B.: Echl-i Sünnet wel-Dschema'at

Anhänger der Irrlehren: welche die vier rechten Rechtsschulen ablehnen. Echl-i Bid'at

Anhänger falscher Sekten: Echl-i Bid’at

Anhänger unerwünschter Neuigkeiten: Echl-i Bid’at Verirrte

Anhänger der roten Sekte: Nebensekte des Schiismus. türkische Bezeichnung: Kýsýlbaschlýk

Apostel: Hawâri

Armut: Fakr

Armut und Not: Fakr-ü-sarûret

Asîmet: Durchführung der rituellen Handlungen, die dem Ich schwerfällt.

Askese: Rijaset

asketische Frömmigkeit: Süchd

Auferstehung nach dem Weltuntergang: s-ü bâdel mewt

Aufschub: Têchir

Aufstand: Ýssjân

Auslegung: Tewil

Anvertrautes: Emânet

äußerlich: zahir

– B –

Bedeutungslehre: Belâgat Þ Islamische Wissenschaften

Behaismus: ein Irrweg, der aus dem Islam völlig ausgetreten ist.

Beobachtung: Müschâchede

Bereuen: Nedâmet

Bescheidenheit: Tewâdu’

Beschützer der Sunna: Muchji’s-Sünnet

Bibel: das von der Christenheit als heilig anerkannte jedoch von Menschen zusammengestellte bzw. verfasste Buch, das aus dem Altem und Neuem Testament besteht.

Bittgebet: Münadschaat

Bosheit: Scher

Bürste aus Zahnbürstenbaum: Miswak

Bußgelöbnis: Tewbe

Beschneiden: Hitan

Bismil-lâhir-rachmânir-rachîm: im Namen ALLAHs, des Erbarmes, des Allbarmherzigen

– C –

Christentum: Nasranijjet

Christ: Nasrânî, Nazaraner

– D –

Dank: Schükr

Dankgebet: Salât-üsch-Schükr

Diener: Abd z.B.: Abdullah dh. Diener ALLAHs

Dogma: Akîde

Dreieinigkeit: Tess

Dschichâd: 1) Glaubenskrieg bzw. –kampf, der von einem islamischen Staat gegen einen nichtislamischen bzw. glaubensabtrünigen Staat geführt wird, der den Islam angegriffen hat. 2) Glaubenskampf, der von Gläubigen gegen ihr Ich geführt wird, damit sie zu rechtschaffenen Muslimen werden. 3) Glaubenskampf, der von Gläubigen gegen Ungläubige nicht mit Waffen, sondern mit Massenmedien geführt wird, um den Islam zu verteidigen.

– E –

Effendi: offizielle Anrede für Geistliche und vornehme Herren.

Ehebruch: Sinâ

Ehebrecher: Sâni

eine für jeden verbindliche (unentbehrliche) Verpflichtung: fard-ý ajn

eine für manche Muslime verbindliche Verpflichtung: fard-ý kifâje

Einheit: Wahdanijjet, Wachdet

Einheitsbekenntnis: Kelime-i Tewhid: “Lâ ilâche illallach.”

empfohlene Vorschrift: eine Anbetungsart, deren Durchführung empfohlen ist. i.B.: Müstehab oder Mendub

Engel: Geschöpfe, die aus dem Glaubenslicht erschaffen und unschuldig sind. i.B.: Melek, Pl.: Melâike, Kiramen kâtibin: Scheibengel, Hamele-i Arsch: Engel des Throns des Erhabenen

erforderlich: eigenschaftliche Bezeichnung einer Verpflichtung, die (nach der Sunna) erforderlich ist. i.B.: sünnet

erforderliche Verpflichtung: Sunna, Bezeichnung einer Vorschrift, deren Ausführung erforderlich ist. i.B.: Sünnet

erforderliches Gebet: Þ Gebet

Erklärung: Scherch

Erhabenheit: eine Eigenschaft ALLAHs, des Allmächtigen: ALLAH, der Erhabene i.B.: ALLAHü teâlâ

Erlangen: Kesb

erlaubt: dschâis; mubach zulässig

Erlaubtes: Mubach

Erleuchtungsgebet: Salat-ül-istihare

Eroberung: Fetch

Evangelium: das heilige Buch, das dem heiligen Propheten Jesus herabgesandt und dessen Original nachher von Menschen verändert wurde. i.B.: In-dschil

ewiges Unglück: Helâket-i ebedijje

– F –

Fachmann: Mütechassýs

Familienangehörige des Propheten Muhammed: Echl-i Bejt. Angehörige des heiligen Propheten, Nachkommen des Propheten

Fanatiker: Muteassýb

fanatisch: muteassýb

Fanatismus: Taassub

Fanatismus der Unwissenheit: Hamijjet-i Dschachilijje

Fasten: Sawm.

Fastengebet: Salât-üt Terâwih

Fastenmonat: Ramadan

Fâticha: Erste Sure des heiligen Korans

feine Sitten: hüsn-i Achlâk

Feindschaft: Adâwet

Feinheit: Serâfet

Festgebet: Þ Gebet

Fetwa: Rechtsgutachten nach dem Scheriat

Feueranbeter: Medschussî

Finsternis: Sulmet

Freiheit: Hür-rijjet

Freitagsgebet: Salât-ül-Dschum’a Þ Gebet

Freitagspredigt: Hutbe als ein Teil des Freitagsgebets

freiwilliges Gebet: eine Anbetungsart, deren Ausführung freiwillig ist. i.B.: Nâfile Þ Gebet

Frieden: Sulch

fromm: sâid

fromme Tat: Taat

Frömmigkeit: Takwâ

Führer der Gläubigen: Emîr

– G –

Gabe: Nimet, ichsân

Gabriel: Erzengel. i.B.: Dschebrail

Gebet: Salât, Dua. Bittgebet: Münâdschât. Gebetssprechen: Dua. Gebetsverrichten:Akim-üs-Salât: unentbehrliches Gebet(verrichten): Salât-ül-fard. nötiges Gebet(verrichten): Salat-ül-wadschib. erforderliches Gebet(verrichten): Salât-ül-sünnet. freiwilliges Gebet(verrichten): Salât-ül-nâfile. Morgengebet: Salât-ül-fedschr. Mittagsgebet: Salât-ül-Suhr. Nachmittagsgebet: Salât-ül-asr. Abendgebet: Salât-ül-Maghrib. Nachtgebet: Salât-ül-’Ýscha. Freitagsgebet: Salât-ül-Dschum’a. Freitagspredigt: Hutbe-tûl-Dschum’a. Dankgebet: Salat-üsch-Schükr. Totengebet: Salât-ül-Mejjit. Festgebet: Salât-ül-Ýjd. versäumtes Gebet: Salat-ül-Kadhâ

Gebetsruf: Esan

Gebetswaschung: Wudu’ rituelle Waschung

Gebot: Emr

Gebote ALLAHs, des Erhabenen bekannt machen: Emr-i bil-ma’rûf

Gefährten des heil. Propheten: Sahâbe oder Eshab-ý Kirâm

gefallen: schechid Märtyrer

Geheimnis: Sýr. Geheimnisse: Esrâr

Gehorsam: Ýtaat

Geister: Dschinn

geistig: mânewî

geistige Führung: irschâd

geistige Verbindung: Râbýta

Geistlicher: Imam, Hodscha, Mufti

Gelehrter: Âlim

Gelehrte des isl. Rechts: Ulema-i Fikchijje

Gelehrten der Anhänger der Sunna [Gelehrten der Sunna]: Ulema-i Echl-i Sünnet

Gemeinschaft des heil. Propheten: Ümmet-i Muhammed

Gemeinschaftsgebet: Salât-ül-Dschemaa’t

Genesung: Schifa

gerecht: hak

Gerechtigkeit: Adâlet, Hakkânijet

Geschenk: Hedijje

Geschlechtsteile, [Schamteile]: Sewetejn

Gewissen: Widschdan

Gewißheit: Jakîn

Gewohnheit: Âdet

Glaube: Îmân

Glauben: Ý’tikad

Glaube und Tat: Îman wel Amel

Glaubensabtrünniger: Mürted

Glaubensfeind: Aduwed-dîn

Glaubensbekenntnis: Kelime-i Schechadet: Eschhedü enlâ
ilâche il-lallah we esch-hedü en-ne Muhammeden abduhû we resûlüch.

Glaubensfreiheit: Hür-rijjet-i dîn

Glaubensgebet: Amentü

Glaubenslicht: Nur; Nûr-ül-Îmân

Gläubiger: Mu'mîn

Gläubige: mu’minûn

Glaubenskampf: Dschichad

Glaubenskämpfer: Müdschâchid Þ Dschichad

Glaubenswissenschaft: Ýlm-i Kelâm Þ islamische Wissenschaften

Gleichniswelt: Âlem-i Missâl

Glück: Seâdet

Glücksspiel: Kimar

Gnade: Inâjet

Gnadenwirkung: Kerâmet

Gott: Ýlach, Mâbud

Götzendiener: Müschrik

Götzendienst: Schirk

gültig: mu'teber

Grabmal: Kabir

Grausamkeit: Sulm

Großen der isl. Mystik: Ulemâ-i Tasawwuf

– H –

Hadith(e): heiliger Spruch des heiligen Propheten Muhammed . i.B.: Hadîs-i Scherif, Hadîs-i Nebewî

Hadis-i kudsî: heiliger Spruch von dem heiligen Propheten, dessen Sinn von ALLAH, dem Erhabenen, ist.

Handlung: 'Amel Þ Tat

Haschr: Auferstehung

Hasret: Sankt; St.: Hz.

Häretiker: Mülhid

heilig: kudsî

heilige Auswanderung von Mekka nach Medina: Hedschra, Hidschra (Hidschret), die 632 n.Chr. stattfand.

Heilige (r): Weli

Heilige (Pl.): Ewlija

heiliger Kampf: Glaubenskampf Þ Dschichâd

heiliger Kampf: Glaubenskrieg Þ Dschichâd

heiliger Vers: Ein Satz oder einige Sätze des heiligen Korans. i.B.: Âjet. Der Koran besteht aus 6236 heiligen Versen.

Heuchler: Münafýk

himmlische Bücher: Kutüb-i Semawîjje

himmlische Führung: Rechtleitung i.B.: Hidajet

Hochachtung: Ichtiram

Hochmut: Kibir

– I –

Ich, das; –(s) / –(s): Nefs

Imam: 1) Rechtsschulgelehrter. 2) Religionsgelehrter, der Urteile gefällt hat. 3) Vorbeter, Hodscha. 4) Emîr

innerlich: bâtýn

Intelligenz [Verstand]: Sekâ

irdisch: dünyewî Ggs.: jenseitig: uch-rewî

Irrgläubige: Anhänger der Irrlehren. i.B.: Echl-i Bidat Verirrte. 

 

islamische Wissenschaften: Ulum-u Ýslâmijje. Þ islamische Wissenschaften

islamische Hochshule: Medresse Pl. Medâris

islamischer Rechtsgelehrter: Müftî; Fakich

islamische Mystik: islamische Sittlichkeit. i.B.: Tassawwuf

islamische Welt: Âlem-i Ýslâm

islamisch regiertes Land: Dar-ül Ýslâm

– J –

Jenseits: Âchiret

jenseitig: uchrewî. Ggs. irdisch: dünyewî

Jesus: der heilige (vorletzte) Prophet, dem das heilige Buch Evangelium herabgesandt ist., i.B.: Hasret-i Îsâ

Jewm-il Kijamet: 1) Tag des Weltuntergangs, 2) Tag der Auferstehung

Jüngster Tag [Tag der Auferstehung]: Jewm-il-âchiret.

Jerusalem: Kudüs

– K –

Kaaba: Kâbe; Heilige Moschee in Mekka

Kalif: Hâlife

Kalifat: Hilâfet

Ketzer: Sýndýk

Kijamet: 1) Weltuntergang, 2) Auferstehung

kleine Moschee: Mesdschid

Knecht: Abd

Koran: das heilige Buch, das dem heiligen Propheten Muhammed herabgesandt wurde. i.B.: Kur'an. der heilige Koran: Kur'an-ý Kerîm.

Koranauslegung: Tefsir-i Kur’an. Koranauslegunsgbücher; z.B.: Tefsir-i Bejdawi, Tefsir-i Mas-hâri usw.

Koranexemplar: i.B.: Mushaf

Koranvers: Âjet; Pl. Âjât

körperlich: maddî, maddeten

– L –

legitim: kânunî

Leichnam: Dschenais

Liebe und Zärtlichkeit: Schefkat

Lobpreisung: Tesbich

– M –

Märtyrer [Gefallene]: Schechîd

Medresse: islamische Hochschule für Theologie

Messias: Mechdî

Minarett: Minare

Mitgift: Mechr

Mittagsgebet: Þ Gebet

Mittel: Wâsýta

Mitleid: Merchamet

Morgengebet: Þ Gebet

Moschee: Dschamii

Mufti: islamische Rechtsgelehrter, der Gutachten abgibt.

Muhammed: der letzte heilige Prophet, der die letzte Religion, den Islam, verkündet hat.

Muslim [Moslem]: Müslim, [tür. B.: Müsliman] Pl.: Muslimîn

– N –

Nachahmung: Taklîd

Nachkommen des Propheten: Echl-i Bejt

Nachtgebet: Þ Gebet

Nachmittagsgebet: Þ Gebet

Nebî: Prophet, dem kein heiliges Buch herabgesandt wurde Þ Ressul

nichtislamisch regiertes Land: Dar-ül Harb

Nichtmuslim: Ghajri Müslim

Nosairier: extremistische Schiiten in Antakya und Nord-Syrien. i.B.: Nusairî Schiismus.

Notfall: Sarûret

nötig: eigenschaftliche Bezeichnung einer Verpflichtung, die nötig ist; i.B: wâdschib

nötiges Gebet: Þ Gebet

– O –

offenbar: sâchir Ggs: bâtýn: verborgen

Opferfest: ein religiöses Fest, an dem die Verpflichteten je ein Opfertier schlachten und ein Drittel vom Fleisch der Opfertieren den Armen verteilen.

– P –

Person: Sât

Pilger: Hadschi

Pilgerfahrt: Hadsch

Predigt: Waas

Prophet: Gesandter ALLAHs, des Erhabenen, der den Menschen die Gebote und Verbote des Erhabenen verkündet. Die Eigenschaften der Propheten sind: 1. Vertrauenswürdigkeit: Emânet. 2. Treue: Sýdk. 3. Gerechtigkeit: Adâlet. 4. Unschuld: Ýsmet. 5. Genie: Fetânet. 6. Prophezeiung: Tebligh. 7. Sicherheit vor dem Verlust der Prophetenschaft: Emn-ül asl.

– R –

Ramadanfest: Fest, das gleich nach dem Fasten gefeiert wird, esdauert drei Tage.

Rasse: ýrk, kawm

Rat: Nassihat

Raub: Ghasb

Rebell: Schakî, ‘Âsî

rebellisch: schakî

Recht: Hak

recht: hak

rechte Religion: Dîn-i Islam

Rechtmäßiges: Halâl

rechtmäßig: helâl

Rechtleitung: Þ Hidajet himmlische Führung

rechtschaffener Muslim: Sâlich

Rechtschaffenheit: wodurch man alles aufrichtig und nur um das Wohlgefallen ALLAHs, des Erhabenen, tut. i.B.: Ýchlâs

Rechtsschule: Mesheb

Rechtswissenschaft: Fýkch (= Ýlm-i Fýkch)

reif: kâmil

rein: tâhir

Reinheit: Tahâret. Ggs: Nedschasset

Reka: Gebetseinheit. i.B.: Rekâ

Religion: dîn

Religionsgemeinschaft: Ümmet

Religionsgelehrter: Müdschtehid Þ Gelehrtheitsstufen

Religionsgesetz: die Scheri’a i.B.: Scheriat

Religionslosigkeit: Küfr

Religionsführer: Ein Religions-bzw. Schriftgelehrter, der seinen Schülern den rechten Weg zeigt. isl. Bez.: Mürschid, Imâm

Religionsgelehrter: Þ Gattungen der islamischen Gelehrten

Religionswissenschaften: Ulum-ud-dîn

religiöse Abweichung: Bi’dat

Resignation [Resignierung]: Tewekkül

Ressul: Prophet, dem ein heiliges Buch herabgesandt wurde.

richtiger Weg: Sýrat-ý müstakîm, Tarîk-i müstakîm

Richtung nach Kaaba: Gebetsrichtung. i.B.: Kýbla

rituelle Waschung (Gebetswaschung): Abdest, Wudu’

rote Nebensekte: eine Nebensekte des Schiismus. türkische Bez.: Kýsýlbaschlýk Schiismus.

Ruchsat: Durchführung der rituellen Handlungen, die einem nicht schwer sind. Ggs:Asîmet

Ruhe: Sükûn

rituelle Ganzwaschung: Ghasl

– S –

Sankt: (Abk.: St.): Hasret-i (Abk.: Hz.)

Satan: Schejtan

Schamteile [Schandteile]: Machallul-awret

Scheich-ul-Islam: höchste Autorität hinsichtlich der Religion i.B.: Schejch-ül Ýslam

Scherif: Nachkomme von St. Hassen, dem Enkel des heiligen Pro-pheten Muhammed. Pl. Scherifs= Scherâfet

Schiismus: Irrlehre, die von einem Juden namens Abdullah bin Sebe aus Jemen im 7. Jahrhundert gegründet und in folgenden Jahrhunderten von den als schiitische Gelehrte erscheinenden Juden bis heute gelenkt wurde. Schiismus bestehen aus 18 Sekten. i.B.: Schia

Schiit: Anhänger des Schiismus. i.B.: Schi’î

schiitisch: eigenschaftliche Bezeichnung des Schiismus. i.B.: schi’î

Schöpfer: Chalýk, Rabb

Schriftbesitzer: Echl-i Kitâb (Juden und Christen)

Schriftgelehrter: Gelehrter an einer von sieben Gelehrtheitsstufen. Ein Schriftgelehrter soll dazu gehörende Wissenschaften und alle islamische Sprachwissenschaften beherrschen i.B.: Âlim Þ Gelehrtheitsstufen

Seelenheil: Nedschat, Selâmet

seelisch: rûchî

Sejjid: Nachkomme von St. Hussejn, dem Enkel des heiligen Propheten Muhammed; Pl. Sejjids: Sijâdet.

Sekte: Firka

Sekte Ýsmailijje: eine Nebensekte des Schiismus, der auch unter den Namen Batinijje und Sebijje bekannt ist. Þ Schiismus.

selig: merchum

Seuche: Sarî

Sichbeherschen: Müdschâhede

Sichenheim: Dar-ül-Adschese

Sýdk: Treue

Sýddýk: 1) im höchsten Grade wahrheitsliebend. 2) Beiname des 1. Kalifen Ebû Bekr. (Ebû Bekr-i Sýddýk)

Sýndýk: Ketzer, Glaubensfeind, der den Islâm innerlich zerstören will.

sinngemäß: meâlen

sinnlich: schechewî

Sittlichkeit: Achlâk, (Achlakijjat)

Stiftung: Wakf

Sufismus: islamische Mystik, innerliche Erkenntnisse

Sunna: 1) Lebensgewohnheiten des heiligen Propheten Muhammed, Weg der Sunniten. 2) zweite islamische Quelle. 3) heilige Sprüche des heiligen Propheten, Hadithe, die den heiligen Koran auslegen. 4) das Religionsgesetz d.h. der Islam.

Sunnit: Anhänger der Sunna. Pl. Sunniten i.B.: Echl-i Sünnet

Sunnitentum: Echl-i Nedschat Þ Weg der Sunna

sunnitisch: sünnî

Sünde: Senb, Fýsk. türk. Bz.: Günach

sündig: Senbijun, fâsýk

– T –

Talar: Dschübbe

Tat: Amel

Tempel: Mabed

Testament: Wassijjet

Teufel: Þ Satan

teuflerisch: schejtânî

Thora: das heilige Buch, das dem heiligen Propheten Moses herabgesandt und dessen Original nachher von Menschen verändert wurde. i.B.: Tewrat.

Tod: Mewt

Totengebet: Salat-ül-Dschenase

Treue: Sadâkat, Sýdk

– U –

Überlieferung: Rîwajet

Unachtsamkeit: ghaflet

Übereinstimmung der Gelehrten der Sunna: Idschma-i Ümmet Þ Gelehrtheitsstufen

unerwünscht: mekruch

unerwünschte (religiöse) Neuigkeit: Bid’at

ungläubig: nicht an ALLAH, den Erhabenen glaubend. i.B.: kâfir. Ggs. gläubig; i.B.: mü'min

Universität: Dar-ül-fünun

unentbehrlich: fard

unentbehrliche Verpflichtung: Bezeichnung einer Vorschrift, deren Ausführung unentbehrlich ist. i.B.: Fard

unrein: nedschs

Unreinheit: Nedschasset

unschuldig: mâ’sum

Unsittlichkeit: Sû'i Achlâk

Unterdrücker: Sâlim

Unwissende: Dschâchil

Unwissenheit: Dschâchilijje, Dschechl

Urteilfällen: Idschtihâd Þ Gelehrtheitsstufen

Urteile der islamischen Gelehrten: Kýjâs-ý Fukachâ Þ Gelehrheitsstufen

– V –

verborgen: gaib

Verbot: Haram

verboten: haram

Verbote ALLAHs, des Erhabenen, bekannt machen: Nechj-i anil münker

verderbend: müfsid

Verderbnis: ifsâd

Verdienst: Sewâb

Verbrechen: Hatijet

verflucht: mel’un

Vergeltung: Kýssas

Verirrte: Anhänger der Irrlehren. i.B.: Echl-i Bid'at

Verleumdung: Iftira

Verleumder: Müfteri

Vernunft: Akl

Verstand: Sekâ

Verräter: Hâ-in

Verschleierung: Tesettür

versäumtes Gebet: Þ Gebet

Vorbeter: Imâm, Hodscha

– W –

Weltuntergang: Kýjamet

Wahrheit: Hakîkat

Wahhabismus: Irrlehre, die durch den britischen Spion Hempher geplant und 1150 (1738 n.Chr.) gegründet und von britischen Regierungen mit jüdischen Hinterhältigkeiten und Methoden geistig und materiell bis heute unterstützt wurde. i.B.: Wechhabijje.

Wahhabit: Anhänger des Wahhabismus. i.B.: Wechhâbî

Weg der Sunna: Tarik-i Echl-i Sünnet wel-Dschema’at

Wille: irade

Wissenschaft für Koranauslegung: Ýlm-ül Tefsir Þ islamische Wissenschaften

Wohltat: Hajrat, Hassene

Wohltäter: Sâhib-ül Hajrat

Wunder: Mu’cize

Wundertat: Kerâmet

– Z –

zulässig: dschâ-is

Zwang: Dschebr

Zwietracht: Fitne

 
Der heilige Prophet teilte mit: "ALLAH, der Erhabene liebt jene Person sehr, die ihre Religion lernt und andere lehrt. Lernt eure Religion von islamischen Gelehrten!"

Wer keinen echten Gelehrten findet, der soll aus den Büchern der Gelehrten der Sunna lernen und versuchen diese Bücher zu verbreiten. Ein Moslem, der rechtschaffen und gelehrt ist und rechtmäßig handelt, wird islamischer Gelehrter genannt. Wer sich als Gelehrter vorstellt, aber eine dieser Eigenschaften nicht besitzt, wird schlechter Geistlicher, Fanatiker genannt. Der islamische Gelehrter ist Hüter der Religion. Der Fanatiker dagegen ist Helfer des Satans.[1]

______________

[1] Die Wissenschaft, die man erlernt aber nicht beabsichtigt damit rechtschaffen zu handeln, nützt einem nicht

 

                                                                                                     

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